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Ein Hoch auf den 70.: Landrat Karl Roth (v.l.), Ulrike Mascher, Adolf Storch, Barbara Frey, Katrin Schippers und die Bürgermeister Rainer Schnitzler (Pöcking) sowie Christian Schiller (Herrsching).

Feier in Herrsching

70 Jahre VdK: Große Stütze für die kleinen Leute

Ohne ihn wäre für viele das Leben komplizierter: Der VdK im Landkreis Starnberg besteht seit 70 Jahren.

Herrsching – Seit 70 Jahren ist der Sozialverband VdK im Landkreis Starnberg eine Anlaufstelle für Menschen, die Hilfe brauchen. „Am 18. September 1947 beteiligten sich mehr als 120 Personen an einem Protestmarsch durch Starnberg, um auf ihre schlechte Versorgung aufmerksam zu machen“, erinnerte Vize-Vorsitzender Adolf Storch bei der Jubiläumsfeier am Samstag in Herrsching.

Die Not der Nachkriegsjahre war am Landkreis Starnberg nicht vorbeigegangen. Bis heute leben einige Menschen auch im Fünfseeland unter schwierigen Bedingungen, wie Kreisvorsitzende Barbara Frey anhand eines Vorfalls bei einer Veranstaltung des Pöckinger Ortsverbands skizzierte. „Ein Rentner stand auf und weinte bitterlich.“ Er habe 45 Jahre gearbeitet und gemeinsam mit seiner Frau müsse er jetzt mit insgesamt 1500 Euro auskommen. „Wie sollen wir hier im Landkreis davon leben?“, fragte sie. Dieses Erlebnis habe sie nachhaltig erschüttert und es sei ein Beispiel dafür, dass es selbst im Land der „Reichen und Schönen“ Bedarf gebe, sich um die sozial Schwachen zu kümmern. Dies belegten auch die ständig steigenden Mitgliederzahlen des Kreisverbands, die sich seit den 1990er Jahren mit aktuell 5094 annähernd verdoppelt haben.

„Gute Beratung im Dickicht der sozialen Gesetzgebung ist notwendiger denn je, wenn man im Alter, bei Krankheit oder Arbeitsunfällen nicht in eine menschunwürdige Situation geraten will“, unterstrich Frey. Juristisch steht der Kreisverband den Mitgliedern mit Ehren- und Hauptamtlichen zur Seite. „Wenn es sein muss, gehen wir für Sie sogar bis vor das Bundessozialgericht“, zitierte Petra Seidl bei der Geburtstagsfeier einen Satz aus der Internetseite des VdK. „Denn Recht haben ist das eine, sein Recht durchsetzen das andere“, führte die Behindertenbeauftragte des Landkreises aus.

VdK ein wichtiger Partner

Mit dem Recht „kennt sich der VdK aus. Und das für so wenig Mitgliederbeitrag“, zitierte Landrat Karl Roth einen Bürger. „Das geht nicht, ohne dass wir Bürgermeister zum Verband stehen und die Arbeit aktiv unterstützen“, betonte Herrschings Rathauschef Christian Schiller. Ein kluger Mann, bestätigte Ulrike Mascher, Landesvorsitzende des VdK Bayern, in ihrer Ansprache: „Kluge Kommunalpolitiker wissen, dass der VdK ein wichtiger Partner ist.“ Wichtig sei, dass die Menschen ihr Recht bekommen. „Und der VdK ist ihr Anwalt.“ Die Aktivitäten der Ortsverbände reichen von Ausflügen und Geburtstagsfeiern bis hin zu Hilfe bei Krankheit. Der Kreisverband übernimmt die Rechtsberatung, die Landes- und Bundesverbände agieren auf politischer Ebene. Ein weites Betätigungsfeld, so dass laut Mascher der ehemalige Ministerpräsident Edmund Stoiber den VdK einst zum „sozialen Motor“ erhoben habe und sein Nachfolger Horst Seehofer zur „Schutzmacht der kleinen Leute“.

Michèle Kirner

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