Seit Monaten eingerüstet: die Europakapelle auf dem Jaudesberg bei Breitbrunn. Foto: Andrea Gäpel
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Seit Monaten eingerüstet: die Europakapelle auf dem Jaudesberg bei Breitbrunn.

Aufwendige und langwierige Dachsanierung an der Europakapelle in Breitbrunn

Alaska-Zeder statt Lärche

  • vonAndrea Gräpel
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Seit Monaten sind rund um die Europakapelle auf dem Jaudesberg in Breitbrunn Gerüste aufgestellt. So manch ein Wanderer fragte sich bereits, was ist so aufwendig, dass die Arbeiten so lange andauern?

Breitbrunn – Rechtzeitig bis zum 24. Oktober, dem Tag der Weihe vor 27 Jahren, sollen die Gerüste abgebaut sein. Dies jedenfalls ist die leise Hoffnung von Hans Greimel.

Greimel ist Vorsitzender des Kapellenbauvereins, der den Bau der Europakapelle damals mit angeschoben hatte. Mittlerweile betreuen die Mitglieder inklusive der neuen Franziskus-Stele 15 Objekte – Kapellen, Marterl und Wegkreuze – auf Breitbrunner Flur. Das schöne Schindeldach der Europakapelle hatte beim Hagel im vergangenen Jahr Schaden genommen. Davon jedenfalls war Greimel ausgegangen. Das Gerüst wurde aufgebaut, um diesen Schaden zu beheben.

Heute weiß Greimel, dass das Lärchenholz, aus dem die alten Schindeln waren, nach mehr als 25 Jahren einfach altersschwach war. Deshalb mussten alle sechs flachen Felder erneuert werden. Eine kostspielige Maßnahme, für die Greimel erst einmal Spenden brauchte. Weil er der Spendenaktion für die Heilig-Geist-Kirche nichts nehmen wollte, wartete er, bis diese abgeschlossen war, bevor er seine Hausbesuche startete, bei der VR Bank anklopfte und auch beim Bürgermeister. Dies alles dauerte seine Zeit. Unterdessen wurde ein Feld probeweise und gespendet von ihm und dem Inninger Zimmerer Andreas Drexl erneuert. Daran ließen sich die Kosten für die übrigen fünf Felder ermitteln.

Die Schindeln sind mittlerweile ausgewechselt und durch hochwertige Alaska-Zeder-Schindeln ersetzt, die 40 Jahre halten sollen. „Die steile Spitze müsste man auch machen“, sagt Greimel. Der Vorstand des Kapellenbauvereins habe sich aufgrund der zu erwartenden hohen Kosten dafür entschieden, es bei Ausbesserungsarbeiten zu belassen. Was noch fehlt, ist das Blech als Verbindung der Spitze mit den flachen Feldern. „Dann bauen wir das Gerüst wieder ab.“ Zur Verfügung gestellt worden war dies kostenlos durch die Firma Friske Gerüstbau.

Ein Dach mit Schindeln decken sei viel Arbeit, weiß Greimel. Er war viele Jahre als Bauunternehmer tätig. Dank viel Eigenarbeit und durch seine nach wie vor guten Kontakte zur Branche konnten die Kosten niedrig gehalten werden. Die Endabrechnung liege noch nicht vor, aber eine fünfstellige Höhe werde sie ausmachen, schätzt er.

Wichtig ist Greimel vor allem, dass das Gerüst am Weihetag am 24. Oktober nicht mehr steht. Herrschings Ortsteil hat an diesem Wochenende dann gleich zweimal Grund zur Freude, da die Heilig-Geist-Kirche auch wieder geöffnet wird (wir berichteten).

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