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Eine mystische Atmosphäre herrscht im Untergeschoss des Hochbehälters in Herrsching. Er hat eine Kapazität von 2000 Kubikmeter Grundwasser. Pascal Karakaya (l.) und Dominik Renelt erklärten Antonia Vilsmayer, wie das kostbare Nass in die Herrschinger Haushalte kommt.

Tag des Wassers

Mit Leidenschaft zwischen Rohren und Pumpen

Herrsching - Seit 1993 gibt es den Tag des Wassers - immer am 22. März. Seit sechs Jahren veranstalten die AWA Ammersee dazu einen Aktionstag. Diesmal zum Thema "Wasser und Arbeitsplatz". In Herrsching offensichtlich eine glückliche Fügung.

Der Internationale Wassertag wird seit 1993 jeweils am 22. März begangen. Heuer steht er unter dem Motto „Wasser und Arbeitsplätze“. Die Ammersee Wasser- und Abwasserbetriebe (AWA) Herrsching laden deshalb seit sechs Jahren zu Aktionstagen ein. Anlässlich der diesjährigen Themenvorgabe geben Dominik Renelt und Pascal Karakaya stellvertretend für viele Kollegen Einblick in die Herrschinger Wasserversorgung.

Die Lebensqualität für uns Menschen hängt nicht nur davon ab, wie viel Wasser wir trinken, sondern vor allem, wie es beschaffen ist. Um aber das natürliche Lebensmittel unbeschadet in die Haushalte zu bringen, bedarf es vieler engagierter Mitarbeiter. Dominik Renelt gehört mit Sicherheit dazu. Dem 22-jährigen Herrschinger wurde das Thema Wasser bereits in die Wiege gelegt. „Ja, mein Papa hat schon für die Gemeinde gearbeitet, der früher ja die Trinkwasserversorgung unterstellt war. Er ist seit 30 Jahren mit dabei“, erzählt Dominik. „Früher bin ich oft mit dem Papa mitgefahren.“ Seit 2010 gehört auch Dominik den AWA an.

Er und sein Vater Karl Renelt arbeiten beide für den Trinkwasserbereich innerhalb der AWA. „Für uns jüngere Mitarbeiter sind die erfahrenen Älteren sehr wichtig. Sie wissen viele Geschichten und auch Hintergründe, die uns unsere Arbeit oft erleichtert“, erläutert der 22-Jährige. Noch nennt er sich Fachkraft für Wasserversorgungstechnik, doch die Prüfung zum Wassermeister hat er bereits abgelegt. „Ich denke, dass ich bestanden habe. Die Ergebnisse gibt es Mitte April.“ Insgesamt waren es sechs Monate in Vollzeit, die er in Rosenheim zur Meisterschule gegangen ist.

Nicht weniger begeistert von seinem Arbeitsplatz bei der AWA ist Pascal Karakaya. Der gelernte Gas- und Wasserinstallateur ist ein Kindergarten- und Jugendfreund von Dominik Renelt. „Wir haben früher schon alles gemeinsam gemacht, und auch unter dem Papa von Dominik Fußball gespielt. Da musste ich gar nicht lange überlegen, als ich gefragt wurde, ob ich auch zur AWA gehen will.“ Obwohl er bereits eine Berufsausbildung hinter sich hat, hat er sich für den zweiten Ausbildungsweg entschieden. „Ich habe bei der AWA drei Tage Probe gearbeitet, dann wollte ich schon nicht mehr zurück.“ Noch gut eineinhalb Jahre, dann kann er sich zur Gesellenprüfung als Fachkraft für Wasserversorgungstechnik anmelden.

Um auch Mädchen für diesen Beruf zu begeistern, luden die beiden Freunde Antonia Vilsmayer vom Gymnasium Gilching zu einem Schnupperspaziergang durch den Herrschinger Hochbehälter ein. „Wir würden uns über weiblichen Zuwachs freuen. Die Bewerberinnen müssen aber hinlangen können und dürfen keine Angst haben, sich schmutzig zu machen“, sagt Dominik Renelt. Für ihn gibt es derzeit nichts Spannenderes, als die Wasser-Versorgung aus dem Effeff zu beherrschen.

Im unterkühlten Hochbehälter zwischen Herrsching und Frieding erklärt er der 15-Jährigen anhand der unüberschaubaren Messstellen, der surrenden Pumpen, dem verzweigten Rohrsystem und letztendlich im grünbläulich leuchtenden Wasserreservoir angekommen den Weg vom Grundwasser bis in die Herrschinger Haushalte. „Wir versorgen derzeit 10 500 Bürger. Vielen Menschen ist es noch immer nicht bewusst, was es bedeutet, nur den Hahn aufzudrehen und zu jeder Tages- und Nachtzeit einwandfreies Trinkwasser zu bekommen“, betont Dominik Renelt. „Sie werden erst darauf aufmerksam, wenn es einen Rohrbruch gibt und das Wasser für ein paar Stunden abgedreht werden muss.“

Für den jungen Herrschinger persönlich bedeutet es aber noch einen besonderen Kick: „Ich trinke ja mein eigenes Trinkwasser, und würde ich einen Fehler machen, wäre ich mit der erste, der darunter leiden müsste“, frotzelt er. „Ach ja, wir sollen ja noch darauf hinweisen, dass die Trinkwasserversorgung nur ein Teil der AWA ist. Wir arbeiten aber Hand in Hand mit dem Bereich Abwasserversorgung zusammen“, erinnert Pascal Karakaya. Und auch dort werden noch Auszubildende gesucht – Auszubildende zur Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice.

Informationen

unter www.awa-ammersee.de

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