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Stopp: Ins Wasser darf im Rieder Wald niemand mehr. Der Verein Ostufer zweifelt am Schutzzweck.

Naherholung

„Alles verschwindet Stück für Stück“

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Schon im Sommer hatten die Mitglieder vom Verein Ammersee Ostufer für Mensch und Natur gegen ein Betretungsverbot im Rieder Wald proteSstiert (wir berichteten). Da dies ohne Erfolg blieb, folgt nun eine Petition an den Bayerischen Landtag in der Hoffnung auf Unterstützung durch die Abgeordneten aus dem Landkreis und durch Landrat Karl Roth, der als Vorsitzender des Erholungsflächenvereins zudem direkt von dem Verbot betroffen ist.

Breitbrunn – „Alle gucken zu, wie Stück für Stück alles verschwindet“, schimpft Oliver Fendt, Vorsitzender des Herrschinger Vereins und Mitunterzeichner der Petition, die von ihm und weiteren Vorstandsmitgliedern kurz vor Weihnachten eingereicht worden war und deren Eingang nun bestätigt wurde. Er nennt es „Wahnsinn“, dass der Seezugang ausgerechnet an der Stelle, wo der Rieder Wald 1978 als Erholungsgelände südlich von Breitbrunn ausgewiesen wurde, die ersten 30 Meter in den See hinein nicht erlaubt ist. Dabei räumt er ein, dass dieses sommerliche Betretungsverbot von März bis Oktober zwar schon seit 1997 gelte, der damalige Landrat des für den Ammersee zuständigen Landkreises Landsberg hatte davon allerdings Abstand genommen. „Es ist ja auch kein Schutzzweck erkennbar“, sagt Fendt. Zuletzt hatte die Gebietsbetreuung im Jahr 2006 dem „ostseitigen Wellenschlagufer“ eine „untergeordnete Bedeutung“ beigemessen – sowohl als Brutlebensraum als auch für den Schilfbestand.

Im Gegenteil, so Fendt. Sein 2012 gegründeter Verein hatte am Ufer in Wartaweil drei Kiesflächen freimachen dürfen. Ausgerechnet die eine, die im Sommer besonders frequentiert sei, entwickle sich hervorragend. Für ihn ein Beweis, dass sich Mensch und Natur durchaus vertragen können und sich nicht gegenseitig ausschließen müssen. Außerdem erinnert Fendt daran, dass der Erholungsflächenverein Ende der 70er Jahre viel Geld in einen großen Parkplatz investiert habe, der heute wegen des Betretungsverbots kaum genutzt werde. Und erst im Frühjahr vergangenen Jahres hatte der Landkreis Starnberg den Rieder Wald als einzigen Bereich ausgewiesen, in dem auch Hunde an den Ufern zugelassen sind. Kurz darauf verschwanden die Schilder, die das Erholungsgelände auswiesen, und wurden durch die Verbotsschilder ersetzt. Fendt als Freund der deutlicher Worte nennt dies „Perversion“. „In den vergangenen zehn Jahren sind 200 Meter freie Uferfläche verschwunden“, wisse er von Vorstandskollegen und Mitunterzeichner Reinhard Lidl. Ihr Appell an den Landtag ist deutlich und unter www.herrsching.info im Internet einsehbar.

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