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Prächtige Kostüme, raffinierte Masken, fantasievolle Kulissen und die ambitionierte Darstellung der jugendlichen Schauspieler machen die Aufführungen der Ammerseer Theater-Zwerge zum großen Erfolg.

Jugendbühne

Publikum lacht und leidet mit kleiner Hexe

Auf Kissen und Stühlen sitzend warten die kleinen Zuschauer im ausverkauften Saal des Arthotels Herrsching gespannt auf das Schauspiel, das die Ammerseer Theater-Zwerge für sie bereit halten. Diesmal stehen die Jungschauspieler mit dem von John von Düffel bearbeiteten Dreiakter „Die Kleine Hexe“ am Start

Herrsching–  Die jungen Darsteller reißen das Publikum mit ihrem Auftritt derart mit, dass sich ein Gast mit empörtem „Hört auf, ihr bösen Hexen“ verbal zwischen die kleine Hexe und die auf sie einschlagenden „alten“ Frauen (Aruna Mager, Maria Diez und Sophie Haas) wirft.

Regie führen Monika Jäger und Katrin Liebel, die mit den zwischen 9 und 15 Jahre alten Kindern seit September wöchentlich geprobt haben. Begeistert wird geklatscht und gelacht und die Besucher sind gerührt von der von Emily Heymann so authentisch dargestellten kleinen Hexe. Ihr zur Seite steht der rabenschwarze Rabe Abraxas (Sophia Veicht), der seine Freundin mit schlechtem Rat fast in ein Desaster gestürzt hätte.

Das leitet dann die 127 Jahre junge Hexe allerdings selbst ein, als sie ohne Einladung vergnügt auf der Walpurgisnacht tanzt – bis die Oberhexe (Flora Gwinner) ihr auf Drängen der böse säuselnden Muhme Rumpumpel (Johanna Lishek) eine hohe Strafe aufbrummt. Fortan taucht Rumpumpel mit ihrem Notizblock überall dort auf, wo die kleine Hexe gerade ihre Hexenkünste ausprobiert. Sie notiert, als sie dem Papierblumenmädchen (Vanessa Heinze) Duft in die Blumen zaubert oder dem Maroni-Mann (Xaver Renz) warme Füße hext.

Und immer, wenn der Vorhang wieder aufgeht, begeistert eine neue Kulisse die Zuschauerschaft. Das kuschelige Hexenzimmer mit glühendem Ofen und von der Decke hängenden Hexenkräutern oder das flackernde Hexenfeuer, um das die furchteinflößenden Alten krumm und buckelig tanzen. Verantwortlich dafür sind Katrin und Werner Liebel, das Feuer „entzünden“ Michael Seitz und Dieter Veicht an der Technik. Die Warzennasen oder das Rabengesicht richten Anja und Sarah Seitz in der Maske her, Kostüme und Requisiten gehen auf das Konto der Regisseurinnen und von Werner Liebel. Sie alle sind Teil dieser Aufführung, die den Nachwuchs hingerissen in ungewöhnlicher Stille verharren lassen.

In den Pausen wird das Geschehen kommentiert. Etwa mit „Der Schneemann konnte laufen“. Jenen haben Thomas (Janick Kieffer O’Hear) und Vroni (Charlotte Lampart) gebaut – und als der Schneemann plötzlich aufspringt und die bösen Burschen (Lilian Herault und Fritz Wiucha) von der Bühne vertreibt, bricht erleichtertes Gelächter aus.

Ein großer Erfolg ist auch der Billige Jakob (Elias Kieffer O’Hear), der dem Publikum lautstark Ramsch anpreist. Der Saal tobt, und die insgesamt 18 Darsteller, unter ihnen auch Philipp Appelhans, Jakob Lishek, Janina Fingerle und Ronja Mannchen, können nach der Premiere mit ihrer Leistung mehr als zufrieden sein. Weitere Aufführungen im Arthotel sind am kommenden Wochenende, 3.  und 4. Februar, jeweils ab 16 Uhr. Die Karten kosten für Erwachsene und Kinder 4 Euro. Vorverkauf und Abholung im Arthotel Herrsching.

Mehr über die Ammerseer Theater-Zwerge gibt’s im Internet: www.ammerseer-theaterverein.de.

Michéle Kirner

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