Lochschwab Nord-Ost

Wo ist der Gehweg geblieben?

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Herrsching - In der Bürgerversammlung machte Josef Fischer seinem Ärger ausführlich Luft. Er ist Nachbar des neuen Baugebietes Lochschwab Nord-Ost. An den Plänen gefällt ihm einiges nicht und eines besonders wenig. 

„Ich mag nicht streiten, ich mag keine Juristen einschalten“, aber wenn es nicht anders möglich ist, würde es Josef Fischer wohl doch zumindest in Erwägung ziehen. Fischer ist Anlieger des Eichenwegs, in direkter Nachbarschaft zum künftigen Baugebiet Lochschwab Nord-Ost. Fischer sagt, dass er der Planung der rund 70 Wohneinheiten plus eines gemeindlichen Kindergartens nicht im Wege stehen will. Die Ausführung allerdings ärgert ihn sehr. So sehr, dass er bei der Bürgerversammlung in Herrsching das Wort ergriff und am liebsten – so schien es – nicht mehr enden wollte.

Aufgebracht war Fischer bereits im Mai vergangenen Jahres bei der vorgezogenen Bürgerbeteiligung im Rathaus. Damals wurden ihm und seinen Nachbarn die Spielregeln erklärt. Am meisten hatten ihn damals die Denkmalschützer geärgert, denn weil die alte Villa auf dem 35 000 Quadratmeter großen Gelände erhalten werden muss, mussten die Planer Zugeständnisse machen. Damals war auch noch eine Lärmschutzwand geplant, die Fischer als „asozial“ bezeichnet hatte. Von dieser Wand ist in den aktuellen Plänen nichts mehr zu sehen. „Ich bin dankbar, dass diese Lärmschutzwand im Februar abgelehnt wurde“, sagte er in der Bürgerversammlung.

Zu sehen ist in den Plänen, die in der Bürgerversammlung gezeigt wurden, allerdings auch kein Radweg mehr. Dies wurmt den sportlichen Herrschinger besonders, ganz abgesehen davon, dass die Erschließung nun „über diesen kleinen Eichenweg“ verläuft. Für den Ausbau der Straße hätten er und seine Nachbarn 148 000 Euro bezahlt. „Als Eigentümer des größten Grundstücks habe ich am meisten gezahlt“, sagt er und wäre deshalb gerne gefragt worden. Seine Einwendungen dazu fanden bei der Behandlung im Bauausschuss am 1. Februar kein Gehör.

Das mit dem Radweg geht ihm nun aber zu weit. Bei der folgenden zweiten Auslegung wird der Bauausschuss deshalb auch wieder ein Schreiben Fischers vorfinden.

„Es geht um zweieinhalb Meter, damit sich wenigstens Kinderwagen und Kinderwagen begegnen können, oder Rollator und Rollator“, schimpft Fischer, der nicht glauben kann, dass der Bauausschuss dies ablehnen konnte. Kinder-, radfahrer- und fußgängerfeindlich sei dies. „Das ist ein Furz.“ Den Eltern der künftigen Kindergartenkinder könne nicht zugemutet werden, durch das neue Wohngebiet zu schlengeln. Das Parkchaos dort sei doch schon heute vorprogrammiert. Dabei wäre es Fischers Ansicht nach, seines Zeichens „einfacher Ingenieur“ im Ruhestand, ganz einfach, von der Polizei bis zum Rezensrieder Schloss einen Fuß- und Radweg zu bauen. „Wir haben damals dafür Grund abgetreten, das sollte der Investor auch schaffen.“

Vor 19 Jahren, als an selber Stelle ein Seniorenstift geplant war, hatte Fischer schon einmal ein Bürgerbegehren mitinitiiert. Zur Not würde er es wieder tun. Genügend Mitstreiter glaubt er zu kennen.

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