Eine schmerzhafte Fingerverletzung zwingt Außenangreifer Tim Peter in Frankfurt zum Zuschauen. Foto: svj
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Tim Peter erzielte gegen den VCO Berlin 17 Punkte.

Volleyball-Bundesliga

Herrschinger Arbeitssieg ohne Neu-Papa Tille

  • vonDirk Schiffner
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Die WWK Volleys Herrsching haben sich beim 3:1-Sieg gegen den VCO Berlin sehr schwer getan. Ihr Libero hatte wegen der Geburt seines Sohnes kurzfristig passen müssen.

Herrsching – Mit fünf von sechs möglichen Punkten sind die WWK Volleys Herrsching von ihrem Berlin-Brandenburg-Trip zurückgekehrt. Einen Tag nach dem 3:2-Erfolg bei den Netzhoppers Königs Wusterhausen hielt sich die Mannschaft von Trainer Max Hauser am Donnerstagabend beim VCO Berlin mit 3:1 (22:25, 25:19, 25:23, 25:18) schadlos.

Der vierte Saisonerfolg gehörte jedoch ganz klar in die Schublade „Arbeitssieg“ – auch weil Hauser kurzfristig sein Team nochmals auf einer wichtigen Position umbauen musste. Am Vormittag hatte Ferdinand Tille die Nachricht erhalten, dass bei seiner Freundin Judith im fernen München die Wehen eingesetzt hatten. Co-Trainer Uwe Lindemann gab den Chauffeur und fuhr Tille nach München. In der Nacht kam das gemeinsame Söhnchen gesund und munter zur Welt. Auch Mutter Judith ist wohlauf.

Das Spiel in Berlin war das erste Match, das Tille in seinen mittlerweile fünf Jahren beim GCDW Herrsching versäumt hat. Für Hauser war Tilles kurzfristiger Abflug „natürlich ein schwieriges Timing“. Für Papa Tille schlüpfte Jori Mantha ins ungewohnte Libero-Dress. Vor allem im ersten Satz hatten der Kanadier und seine Nebenleute in der Annahme so ihre Probleme, was aber auch an den knallharten Aufschlägen der 17- und 18-jährigen Youngster vom VCO Berlin lag. Hauser: „Die haben sehr gut aufgeschlagen. Das war ihr bestes Aufschlagspiel in dieser Saison. Die haben uns ordentlich eingeheizt.“ Als Lohn sprang der erste Satzerfolg für die Berliner Jungspunde heraus (22:25) – auch weil Herrsching von der Aufschlaglinie zunächst keinen Druck auf die VCO-Annahme ausüben konnte. Aber auch im Angriff lief noch nicht so viel. Aber natürlich hatten die WWK Volleys auch noch den hart erkämpften 3:2-Erfolg gegen Königs Wusterhausen in den Knochen, während die Berliner ausgeruht ins Spiel gingen.

Die Umstellung (Mantha auf die Libero-Position) hatte auch zur Folge, dass Neuzugang David Wieczorek neben Tim Peter auf der Außenbahn ran durfte. Der US-Amerikaner erzielte zwölf Punkte. Peter brachte es auf 17 Zähler. Der fleißigste Punktesammler im leeren Berliner Sportforum war Jonas Kaminski mit 23 Punkten. Auf Berliner Seite war Diagonalangreifer Filip John mit ebenfalls 23 Punkten am zielsichersten.

Die WWK Volleys kämpften sich wie am Vortag ins Spiel zurück, bis zum Ende des zweiten Satzes spielten beide Teams auf Augenhöhe, erst in der Schlussphase konnte ein möglicher 0:2-Rückstand vermieden werden (25:19). Auch im dritten Umlauf war kein Unterschied zu erkennen. Berlin führte mit 19:21, doch die Gäste drückten aufs Gaspedal und überflügelten im Schlussspurt die Youngsters (25:23). Nun schien der Bann endgültig gebrochen. Im vierten Satz legte Herrsching ein schnelles 4:0 vor. Wieder hatte Tille mit knallharten Aufschlägen seinen Löwenanteil. In der Folge ließen sich die Ammerseer nicht mehr aufhalten und gewannen den Satz deutlich mit 25:18.

Noch auf der nächtlichen Rückfahrt zog Hauser ein kleines Fazit: „Die beiden Spiele haben für uns als Team gesprochen. Ich spüre mit jeder Faser, dass wir als Team sehr stark sind und uns da reinkämpfen.“ Am Wochenende sind die WWK Volleys, die mit Spitzenreiter Berlin Recycling Volleys und den Bisons Bühl nach Punkten gleichzogen und auf dem dritten Platz stehen, spielfrei. Weiter geht’s am Donnerstag. Dann steht das Pokalviertelfinale gegen die Helios Grizzlys Giesen auf dem Programm.

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