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Die Schwestern Birgitt, Angelika, Elisabeth Kreuz und Gudula Leuchtenberg haben viel zum Gelingen der Ausstellung beigetragen, zu der Gemeindearchiv und Kulturverein im Haus der bayerischen Landwirtschaft und im Kurparkschlösschen einladen.

Ausstellung

Großes Herz für Mensch und Kunst

Annäherung an ein außergewöhnliches Künstlerpaar – unter diesem Titel steht die Ausstellung der Werke von Lisl und Hans Kreuz.

Herrsching  Nur eine Annäherung, das liegt an der unglaublichen Fülle an Kunstwerken, die das Herrschinger Künstlerpaar in seinem Leben geschaffen hat. Zur Vernissage im Haus der bayerischen Landwirtschaft versinnbildlichte Gemeindearchivarin Dr. Friedrike Hellerer, dass „nicht einmal die Spitze des Eisbergs“ ausgestellt worden sei. Das sind dennoch mehr als 300 Kunstobjekte, darunter auch Werkbucheinträge und Familien-Fotoalben.

Nicht nur künstlerisch hat das Ehepaar Kreuz Großartiges geleistet. Für ihr soziales Engagement ist die ganze Familie in Herrsching bekannt. Lisl Kreuz wurde mit der Goldenen Bürgermedaille der Gemeinde Herrsching, dem bayerischen Verdienstorden und dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Schon immer war das sehr gottgläubige Ehepaar für Mitmenschen da. „Wenn man Herrschinger auf Lisl und Hans Kreuz anspricht, haben sie sofort ein Grinsen im Gesicht und ein Bild von Lisl auf dem Fahrrad im Kopf“, erzählte Friedrike Hellerer über die Spuren, die das Künstlerpaar bis heute in der Ammerseegemeinde hinterlassen hat. Zum einen sind das die Kunstobjekte von Hans Kreuz, wie der Jubiläumsbrunnen anlässlich der 1200-Jahr-Feier Herrschings oder der von ihm gestaltete Kreuzweg an der Wand der St. Nikolaus-Kirche. Aber auch lebendige Bilder von Lisl Kreuz mit einer Holzkiste auf ihrem Fahrrad – eine typische Situation – blieben den Herrschingern in Erinnerung.

„Ein gesichertes Einkommen hatten wir früher nie, aber meine Eltern haben immer darauf vertraut, dass es reicht“, erinnerte sich Gudula Leuchtenberg, die dritte der fünf Töchter von Lisl und Hans Kreuz. Das Familienleben sei immer unkompliziert gewesen, und trotz der begrenzten finanziellen Mittel seien Gäste zu Kindertagen immer herzlich willkommen gewesen. Auch in der Altenpflege engagierte sich Lisl Kreuz hingebungsvoll.

Ein sehr schwerer Schicksalsschlag ereilte die Familie 1974, als die viertgeborene Tochter Veronika im Alter von 14 Jahren nach einem Busunfall an den Folgen eines chirurgischen Eingriffs verstarb. Mehrere Pflegekinder nahm die Familie Kreuz danach bei sich auf.

„Mit einer Selbsthilfegruppe von Patienten mit Multipler Sklerose hat sie gemalt, gebastelt und Ausflüge gemacht“, erzählte Elisabeth Kreuz, die älteste Tochter von Lisl und Hans. Aber auch zu Hause hat die Mutter Malkurse gegeben. „Im Malunterricht bei ihr haben die Menschen oft ihr Herz ausgeschüttet“, weiß sie noch.

Das künstlerische Talent ist in der gesamten Familie verbreitet. Als Künstlerin tätig war jedoch keine Tochter. Sich für Mitmenschen einsetzen, das haben alle beruflich gemeinsam: Während Gudula seit 26 Jahren in der ambulanten Krankenpflege arbeitet, haben ihre Schwestern Medizin studiert. Elisabeth Kreuz hat jedoch nie als Ärztin gearbeitet, sondern noch während ihres Studiums den Verein Indienhilfe gegründet und ist bis heute dort tätig.

Noch bis zum 25. September können Interessierte die Ausstellung besuchen – filigrane Kunstobjekte sind im Kurparkschlösschen zu sehen und großteilige Arbeiten im Haus der bayerischen Landwirtschaft. Am Sonntag, 22. September, findet ab 16 Uhr in der Kapelle im Haus der bayerischen Landwirtschaft, in der die von Hans und Lisl Kreuz gestaltete Madonna steht, eine Andacht mit Pfarrer Ulrich Lindl statt. Auch am Wochenende ist die Einrichtung an der Rieder Straße von 15 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet.

Von Annkathrin Stich

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