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Irritierender Anblick: Ist der Bahnübergang Rieder Straße gestört, bleiben die Schranken oben.

Schockmomente am Bahnübergang

Autofahrer-Alptraum wird hier wahr: Schranke bleibt auf - S-Bahn fährt durch

Die Schranken am Bahnübergang Rieder Straße sind offen, während eine S-Bahn durchfährt. Dieser Alptraum jedes Autofahrers ist jüngst öfter passiert. Was die Bahn dazu sagt:

Herrsching – „Aufgrund einer technischen Störung an einem Bahnübergang kommt es derzeit auf der Linie S 8 zu Beeinträchtigungen. Bitte rechnen Sie mit Verzögerungen von 5 bis 10 Minuten.“ Der Störmelder der Bahn hat in den vergangenen Wochen öfter diese Meldung absetzen müssen. Betroffen war stets der Übergang an der Rieder Straße in Herrsching, eine der stark befahrenen Straßen in der Ammerseegemeinde. Eine Gefahr für Autofahrer seien die Störungen wegen Sicherheitsvorgaben nicht, erklärt die Bahn.

Zwar ist seit gut einer Woche Ruhe, davor jedoch gab es laufend Störungen. Bei der Herrschinger Polizei sind Fälle vom 24. und 28. April bekannt oder vom 6. Mai abends. Einmal davon gingen zwar die Schranken hoch, dafür zeigte die Ampel dauerhaft Rot. Ein Anwohner meldete der Polizei, er höre immer öfter Geräusche vom Bahnübergang, die wohl von wegen S-Bahnen bremsenden Autofahrern stammten. Es gab aber auch schon andere Störungen, weiß Verkehrssachbearbeiter Reinhold Domes. Da blieben schon mal die Schranken eine Stunde zu, bis ein Bahn-Experte sie wieder öffnete. Die Gemeinde bekommt die Störungen oft gar nicht mit. Bürgermeister Christian Schiller wartet vielmehr auf eine Aussage zum Bau einer Unterführung. Innenministerium und Landratsamt müssten sich noch äußern. Viel Zeit bleibt nicht: Mit Inbetriebnahme der zweiten Stammstrecke befürchtet Schiller sonst „Chaos in Herrsching“.

Warum der Bahnübergang Rieder Straße in jüngerer Zeit öfter Ausfälle hatte, untersuchen Experten der Bahn noch. „Unsere Techniker haben den Bahnübergang in der Rieder Straße derzeit genau im Blick, um herauszufinden, welche Ursache hinter den einzelnen Störungen stecken“, erklärte eine Bahnsprecherin auf Anfrage. Meist gebe es eine Störung der Schrankenbäume, das heißt, eine Schranke fährt nicht hoch. Dann geht der Bahnübergang in die Grundstellung – die Schranken sind oben.

Eine Gefahr stellten die Ausfälle nicht dar. Denn: „Bei einer Störung des Bahnübergangs bekommt der Lokführer automatisch ein rotes Signal, an dem er anhalten muss. Dann beginnt eine streng geregelte Meldekette zwischen Lokführer und Fahrdienstleiter.“ Der Fahrdienstleiter informiere den Lokführer per Bahnfunk und gibt Anweisungen fürs Queren. Das muss der Lokführer auch bestätigen. Das Verfahren ist klar geregelt: „So muss der Lokführer ganz langsam an den Bahnübergang heranfahren, vor dem Übergang halten und ein Signal abgeben. Erst wenn sich der Lokführer versichert hat, dass der Weg frei ist, kann er seine Fahrt fortsetzen.“ Einige Lokführer steigen gar aus und regeln die Sache selbst. Dieses Verfahren führt dann zu den Verzögerungen. Reisende sind nur in sofern betroffen, als dass die S-Bahn später ankommt.

Störungen gab es in der Vergangenheit auch an anderen Bahnübergängen, etwa bei Tutzing. Der Übergang Rieder Straße ist allerdings der, der der Bahn derzeit am meisten Kopfzerbrechen bereitet.

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