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Auch die drei noch offenen Torbögen am Herrschinger Bahnhof werden jetzt verglast.

Bahnhof Herrsching

Glas soll Schwalben stoppen

Die Schwalbennester sollen aus dem Herrschinger Bahnhofsgebäude verschwinden. Da das angebotene Ausweichquartier nicht die ultimative Lösung ist, werden jetzt Fenster in die drei noch offenen Torbögen eingebaut.

Herrsching – Im vergangenen Herbst ist das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude in Herrsching neu gestrichen und gesäubert worden. Fünf Schwalbenpärchen, die momentan in der Verbindungshalle nisten, machen jetzt eine gehörige Menge Dreck, berichtete Bürgermeister Christian Schiller in der jüngsten Bauausschusssitzung. Das aufwändig für die geschützten Vögel gebaute Ausweichquartier auf dem Bahnsteig scheint die Zugvögel nicht zu interessieren. Damit die Nestbauer in Zukunft wieder auf das Schwalbenhaus ausweichen, sollen die drei noch offenen Torbögen auf der Westseite des Bahnhofgebäudes verglast werden. Das verhindere gleichzeitig die Verschmutzung durch Wind und Sturm, erklärte der Rathauschef.

Mit der Umsetzung beauftragt ist das Planungsbüro Raumstation Architekten GmbH Starnberg, dessen Vertreter Tim Sittmann-Haury dem Bauausschuss vier verschiedene Varianten vorstellte. Ganz ohne Diskussionen entschied sich das Gremium einstimmig für die Variante, die bereits das zuständige Amt für Denkmalpflege für gut befunden hatte.

Architekt: Verglaste Bogen kosten 17 200 Euro

Diskussionen gab es dann trotzdem, schließlich hat die Gemeinde mit dem Bahnhofsgebäude viel vor. Allerdings erst, „nachdem die Umwidmung abgeschlossen ist“, gab Schiller zu bedenken. Und die liegt momentan in Händen des Eisenbahnbundesamts, erinnerte der Rathauschef. Er sprach von bis zu 15 Jahren, bis die erste Maßnahme etwa zur Gestaltung eines Veranstaltungsraumes umgesetzt werden könnte.

15 Jahre will Wilhelm Welte (CSU) aber auf die behindertengerechte Alternative zum Kurparkschlösschen nicht warten. Er schloss sich seinem Parteikollegen Klaus Pittrich an, in einem ersten Schritt die Verglasung zu isolieren und gleich so zu bauen, dass sie später nicht im Zuge der Umgestaltung wieder weggerissen werden muss. Immerhin stellte der Architekt für jeden verglasten Bogen Kosten in Höhe von 17 200 Euro in den Raum. In Anbetracht der langwierigen Umwidmung, entschieden sich die Räte schließlich doch für ein Provisorium.

Amt für Denkmalpflege muss Vorhaben noch genehmigen

Um Kosten zu sparen, wird die angrenzende und vor einigen Jahren gebaute Fensterfront zum Verkaufsraum nicht – wie vorgeschlagen – weggerissen und neu gemacht, sondern es werden die offenen drei Bögen mit einheitlichen Glaselementen versehen. Isoliert wird die einfache Sicherheitsverglasung auch nicht. Statt drei wird nur eine selbstschließende Tür eingebaut.

Bevor die Arbeiten beginnen können, muss das Amt für Denkmalpflege das Vorhaben noch genehmigen. Auch die Rauchschwalben müssen bis dahin ausgezogen sein. Im kommenden Jahr werden die vom Aussterben bedrohten Vögel die „in Deutschland einzige funktionierende“ Nistalternative wieder nutzen, hofft Bürgermeister Schiller.

Von Michéle Kirner

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