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Auch die Bäume auf dem Grundstück an der Abertstraße sind rechtzeitig vor dem Fällverbot gefallen. Das alte Haus wird bald abgerissen. Das Grundstück soll mit zwei Mehrfamilienhäusern bebaut werden.

Baumschutzverordnung

Schnell noch gesägt, bevor Fällverbot gilt

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Die Baumschutzverordnung wurde in Herrsching gelockert. Werden deshalb mehr Bäume gefällt? Der Bürgermeister verneint.

Herrsching – Seitdem die Baumschutzverordnung der Gemeinde Herrsching im September gelockert worden ist, kommt es dem einen Bürger oder der anderen Bürgerin vor, als fiele ein Baum nach dem anderen dieser Regelung zum Opfer. Bürgermeister Christian Schiller sagt aber, dies sei Unsinn: „Es gibt nicht mehr Anfragen als sonst auch.“ Dass die Baumfällaktivität zurzeit hoch sei, habe einen einfachen Grund. 

Fäll-Anträge: „Haben keinen Grund mehr, sie abzulehnen“

Seit Inkrafttreten des neuen Bundesnaturschutzgesetzes 2010 werden Fällzeiträume aus Gründen des Artenschutzes in der Zeit vom 1. Oktober bis 28. Februar eines Jahres einheitlich vorgegeben. Auch Naturschutz beginnt vor der eigenen Haustür. Daher wird auch im privaten Umfeld darum gebeten, das Verbot von Fällungen und Auf-den-Stock-Setzen in diesem Zeitraum zu beachten. Ein Fällverbot im Frühjahr und Sommer galt nach Landesrecht bisher nur im Außenbereich.

Von der Lockerung unberührt geblieben ist, dass Fällungen weiterhin bei der Gemeinde beantragt werden müssen. „Wir haben halt keinen Grund mehr, sie abzulehnen, wenn eine Ersatzpflanzung vorgenommen werden kann.“ Dies nämlich ist die Voraussetzung, um Baumriesen, die bei einem starken Sturm das eigene oder das Anwesen des Nachbarn bedrohen, gefällt werden können. 

Dazu hatte sich der Gemeinderat nach den Sturmschäden in Widdersberg durchgerungen, die Anfang August vergangenen Jahres entstanden waren. Wie berichtet, krachten zwei Baumriesen auf Häuser und zerstörten die Dächer. Glücklicherweise gab es keine Verletzten. Einer der Bäume, eine große Buche am Hang, war von den Nachbarn schon länger als Gefahr angesehen worden.

Ersatzpflanzung für gefällte Bäume nicht verlangt

Die Aktivitäten der Baumfäller hatten wie schon erwähnt aufgrund des Fristendes zum Ende des Monats zugenommen. Zum Beispiel haben auch die Grundeigentümer an der Abertstraße schon jetzt die Bäume auf dem Grundstück gefällt, um nicht erst bis Oktober warten zu müssen. Denn schon im November vergangenen Jahres wurde der Abriss des Altbestandes genehmigt. Zwei Mehrfamilienhäuser sollen stattdessen an dieser Stelle entstehen. 

Eine Ersatzpflanzung für die gefällten Bäume wurde laut Auskunft des Herrschinger Bauamtes nicht verlangt. Ob es diese für die drei jüngst gefällten Kastanien an der Bahnhofstraße geben wird, wird der Bauausschuss erst noch entscheiden. Die Bäume, versichert der Bürgermeister, seien begutachtet worden. Umweltreferentin Franziska Kalz, als Forstwirtin vom Fach, habe nicht anders entscheiden können, als die Kastanien fällen zu lassen, so Schiller.

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