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Nach Giftköder-Fund: Hundebesitzerin mit eindringlichem Appell - „Niemand tötet einfach so einen Hund“

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Sorgt sich um ihren Hund: Nicola Beutel hat Angst, dass ihre zehn Monate alte Nelly Opfer eines Giftköders wird. Damit dies nicht passiert, appelliert sie in einem Facebook-Post an das korrekte Verhalten anderer Hundebesitzer.
Sorgt sich um ihren Hund: Nicola Beutel hat Angst, dass ihre zehn Monate alte Nelly Opfer eines Giftköders wird. Damit dies nicht passiert, appelliert sie in einem Facebook-Post an das korrekte Verhalten anderer Hundebesitzer. © Andrea Jaksch

Sie sehen aus wie wahre Leckerbissen, sind tatsächlich aber eine lebensbedrohliche Gefahr: sogenannte Giftköder. Drei solche grausamen „Leckerlis“ wurden allein am Wochenende im Landkreis Starnberg gemeldet.

Landkreis - Für Hunde sehen sie aus wie wahre Leckerbissen. Tatsächlich sind sie aber eine lebendbedrohliche Gefahr: Die Rede ist von sogenannten Giftködern. Dabei präparieren Menschen Hundeköder bewusst mit Rasierklingen, Rattengift oder anderen tödlichen Zusätzen und legen sie aus. Das grausame Ziel: Die Tiere sollen die „Leckerlis“ essen und daran krepieren. Drei solcher Giftköder wurden allein am vergangenen Wochenende im Landkreis Starnberg gemeldet.

Giftköder in Starnberg: Zahlreiche besorgte Anrufe im Tierheim

So fanden Spaziergänger in Starnberg auf der Wiese hinter dem Schloss ebenso einen Giftköder wie andere Wanderer bei Garatshausen sowie auf der Ilkahöhe. Auch der Polizei Starnberg liegt ein Verdacht auf einen Giftköder an der Ilkahöhe vor. Zahlreiche besorgte Anrufe erreichten deswegen das Starnberger Tierheim. „Wir haben sehr viele Warnungen von Ehrenamtlichen, Hundetrainern, aber auch aus den sozialen Netzwerken erhalten“, sagt Mitarbeiterin Laura Balta dem Starnberger Merkur.

Ihr Tipp an alle Hundebesitzer, um ihr Tier bestmöglich vor den Giftködern zu schützen: „Sie sollten Ihren Hund stets an der Leine führen und immer im Blick halten.“ Ebenso empfehlen sich ein Maulkorb oder ein Fressschutznetz. Wer einen der manipulierten Köder findet, sollte umgehend ein Foto davon machen und die Polizei benachrichtigen. Danach gelte es, den Köder mithilfe eines Kotbeutels zu entfernen. Falls der Hund den Köder bereits gefressen haben sollte, muss schnellstmöglich die nächste Tierarztpraxis aufgesucht werden.

Nach Giftköder-Fund in Starnberg: Tierheim-Mitarbeiterin mit Tipps für Hundehalter

Manchmal kommt jedoch jede Hilfe zu spät. Erst kürzlich sei ein Hund ihres Tierheims aufgrund eines Giftköders gestorben, sagt Laura Balta. Das Motiv für solch eine Tat ist oft unverständlich. Die Starnbergerin erklärt es sich so: „Viele Hundehalter räumen den Kot ihrer Hunde nicht weg. Ich denke, dass sich dadurch unterschwellig ein Hass auf die Hunde entwickelt. Wir sollten diesen Menschen keinen Anlass geben, Hunde nicht zu mögen.“

Dass erneut mehrere Giftköder im Landkreis gefunden worden sind, hat in den sozialen Netzwerken zu lebhaften Diskussionen geführt. Ein Beitrag, der dabei besonders für Aufsehen gesorgt hat, ist der von Nicola Beutel. Die Hundebesitzerin versucht in ihrem Text, dem Motiv für eine solch grausame Tat auf den Grund zu gehen.

Giftköder in Starnberg: Lebhafte Diskussionen in sozialen Netzwerken

Denn auch wenn das Auslegen eines Giftköders nach ihrer Ansicht „durch nichts zu entschuldigen“ sei, ist Beutel dennoch sicher, dass niemand morgens aufwache und „ganz plötzlich auf die Idee kommt, Giftköder auszulegen, um einfach mal so Hunde zu töten“.

Sie vermutet, dass die meisten der Täter regelmäßig in nicht weggeräumten Hundekot steigen oder diesen vor ihrer Haustür und im Garten liegen haben. Auch Hundebesitzer, die ihre Tiere nicht an der Leine führen und dann lediglich aus 50 Meter Entfernung sagen würden, dass ihr Hund nichts tue und man einfach weitergehen solle, wenn dieser einen Fußgänger anspringt, würden dazu beitragen, dass unterschwellig ein Hass auf die Tiere entstehe.

Giftköder ausgelegt: Das sagt eine Hundebesitzerin zu den Vorfällen

Sie selbst mache solche Erfahrungen immer wieder, wenn sie mit ihrem Hund in der Mittagspause einen Spaziergang etwa an der Herrschinger Seepromenade mache, sagt Beutel. „Letztens bin ich fast in zwölf riesengroße Hundehaufen gestiegen, und vier frei laufende Hunde sind auf mich zugestürmt“, schreibt sie in ihrem Facebook-Post. Ziel ihres Schreibens sei keinesfalls, diejenigen in Schutz zu nehmen, die Giftköder auslegen.

Allerdings möchte sie dafür sensibilisieren, dass die Hundebesitzer mit ihrem Verhalten durchaus Einfluss auf die allgemeine Stimmungslage nehmen können. Beutel schreibt: „Ich denke, wenn jeder Hundebesitzer die Basics der guten Hundestube und der Regeln einhält, dann wird es in Zukunft sehr viel weniger Giftköder-Meldungen zu teilen geben.“

Bei einer Verkehrskontrolle staunten Gautinger Polizisten kürzlich nicht schlecht: Am Steuer eines VW Golfs saß ein Mann - ohne Klamotten. Seine Begründung? Zweifelhaft. Alles aus der Region gibt‘s im Starnberg-Newsletter.

(Von Stefanie Pfleger und Simon Nutzinger)

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