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„Wir haben Gäste“: Vier Halbstarke der besonderen Art

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Von: Peter Schiebel

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Vier Jungbullen standen plötzlich im Garten von Susanne Bauer. Die Rinder waren von einer Weide in Andechs ausgebrochen und hatten sich bis nach Herrsching verirrt.
Vier Jungbullen standen plötzlich im Garten von Susanne Bauer. Die Rinder waren von einer Weide in Andechs ausgebrochen und hatten sich bis nach Herrsching verirrt. © privat

Herrsching – Den ersten Tag auf der Wiese statt im Stall, also sozusagen den ersten Tag in Freiheit – das nahmen vier Jungbullen aus Andechs am Mittwochvormittag ein bisschen zu wörtlich. Sie büxten von der Weide aus und unternahmen einen Ausflug nach Herrsching – in den Garten von Susanne Bauer an der Edelweißstraße.

Die 45 Jahre alte Lehrerin an der Mittelschule Gilching traute ihren Augen kaum, als sie um kurz vor 10 Uhr aus den Fenstern blickte. „Ich habe erst drei Leute gesehen, die sich aufgeregt in meinem Hof unterhalten haben“, berichtet sie im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. „Dann habe ich durch ein anderes Fenster geschaut und ein Rind im Garten gesehen.“ Dann noch eins und noch eins und noch eins. „Wir haben Gäste“, sagte Tochter Eva (14), die wegen des Wechselunterrichts gerade zu Hause war.

Offenbar hatten die Jungbullen Unterschlupf vor dem Regen gesucht – und waren von der Straße aus durch das enge Gartentor in den Garten von Familie Bauer gekommen. Der kleine Schuppen, in dem unter anderem Brennholz lagert, war zu klein für die vier Halbstarken. Die drängten sich daraufhin unter die wilden Pflaumenbäume an der Thujenhecke. „Die standen da wie Kinder“, sagt Susanne Bauer.

Die 45-Jährige rief die Polizei an, die wiederum den Landwirt (65) aus Andechs verständigte, der seine Tiere bereits suchte. Kurze Zeit später waren alle an der Edelweißstraße – und die Rinder scheinbar froh, dass das Abenteuer zu Ende ging. „Sie waren innerhalb von einer Minute auf dem Anhänger“, schildert Susanne Bauer. „Irgendwie fanden die das auch komisch.“

Sie selbst und auch Tochter Eva sind noch immer beseelt von dem Erlebnis. Für die 14-Jährige war es „der aufregendste Besuch in Corona-Zeiten“. Und Susanne Bauer sagt: „Das hat uns den ganzen Tag versüßt.“ Auch in der Nachbarschaft machte die Geschichte die Runde. „Das ganze Strittholz hat sich gefreut.“

Verletzt wurde niemand – und daran hatten vielleicht auch die drei Leute vom Anfang ihren Anteil, die die Tiere womöglich gestoppt haben. Die Polizei hatte nämlich schon die Befürchtung, dass die Jungbullen Richtung Staatsstraße laufen. Offenbar waren sie von Andechs aus durch den Wald und dann weiter über die Strittholzstraße gelaufen, ehe sie Familie Bauer an der Edelweißstraße besuchten.  

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