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„Könnte ein Problem darstellen“: Gemeinde am Ammersee bereitet sich auf Blackout vor

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Von: Andrea Gräpel

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Erste Vorbereitungen auf einen kalten Winter gibt es im Rathaus Herrsching schon. Bürgermeister Christian Schiller hat für jeden Platz im Sitzungssaal kuschelige Mikrofaser-Decken angeschafft.
Erste Vorbereitungen auf einen kalten Winter gibt es im Rathaus Herrsching schon. Bürgermeister Christian Schiller hat für jeden Platz im Sitzungssaal kuschelige Mikrofaser-Decken angeschafft. © ANDREA GRÄPEL

Im Rathaus Herrsching bereiten sich Bürgermeister Christian Schiller und seine Mitarbeiter auf einen Blackout vor. Kommandant Daniel Pleyer stellte die Notfallplanung vor.

Herrsching – Daniel Pleyer ist Leiter der hauptamtlichen Feuerwehrgerätewarte in Herrsching und zugleich Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr. „Da ist es naheliegend, dass alles, wenn es um Katastrophen geht, bei mir landet“, erklärte er am Montag, 19. September, den Gemeinderäten. Den gelernten Elektriker mit einem Notfallplan im Falle eines sogenannten Blackouts zu betrauen, lag für Bürgermeister Schiller möglicherweise auch deshalb auf der Hand, weil Pleyer früher als Haustechniker der Gemeinde mit all ihren Einrichtungen bestens vertraut ist. „Aber Sachverständiger bin ich nicht“, stellte Pleyer sicher, bevor er seine Ideen unterbreitete.

In großen Schritten naht der Winter. Und die Energiekrise bereitet weiter Sorgen – ein Stromausfall im Winter ist nicht ausgeschlossen. Die Planungen laufen.

Notfallkonzept zum Blackout: Notstromaggregate müssen betrieben werden

Der Treibstoff sei das größte Problem, sagte er, denn Notstromaggregate müssen betrieben werden. „Wir stehen in engem Kontakt mit den Ammerseer Wasser- und Abwasserbetrieben (AWA)“, so Pleyer. Wie berichtet, gibt es dort bereits ein Notfallkonzept – für maximal drei Tage. So lange würde dort der Treibstoff für die Aggregate ausreichen.

Blackout: Wie sich Herrsching vorbereitet

Ähnlich kalkuliert Pleyer, der schätzt, mit den vorhandenen Feuerwehraggregaten temporär die Nikolaushalle als Notunterkunft und das Rathaus als Anlaufstelle für die Bürger versorgen zu können. Allerdings sei die Halle nicht zu beheizen. „Und das könnte ein Problem darstellen.“ Denn Pleyer gab zu bedenken, dass möglicherweise rasch Menschen untergebracht werden müssten, wenn das Stromnetz länger als zwölf zusammenbricht – ab diesem Zeitpunkt gilt es als Blackout. „Man kann zum Beispiel auch nicht mehr in die Apotheke gehen.“ Das Wichtigste sei aber, so Pleyer, „dass wir Wasser haben und Abwasser weggeht“. Dafür sorgen die AWA.

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Vorsorgen für den Stromausfall

Blackout-Vorbereitung: Lange Lieferzeiten auch bei Notstromaggregaten

Schiller merkte jedoch an, dass Elektroinstallationen für eine Notversorgung angepasst werden müssten. Für die Nikolaushalle würde dies 40 000 Euro kosten, für das Rathaus weitere 8000 Euro. „Eigentlich müssten wir ein zusätzliches Aggregat kaufen, das Rathaus und Feuerwehr versorgt. Wenn wir das aber jetzt bestellen, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir es erst 2023 kriegen.“ Denn lange Lieferzeiten gibt es wie überall auch in diesem Bereich.

Auf 80 000 Euro schätzt Schiller die Kosten für eine solche Investition. Kurzfristig würde er darauf verzichten, empfahl aber, mit den Maßnahmen zur Anpassung der Elektroinstallationen zu beginnen. Da die Vorstellung des Notfall-Konzeptes unter Verschiedenes auftauchte, gab es dazu keinen Beschlussvorschlag. Auf die Frage Schillers, ob jemand gegen die Maßnahmen Einwände habe, gab es aber auch kein Nein.

Langfristig, so Schiller, sei vielleicht eine mobile Heizzentrale sinnvoll. „Muss man sehen. Soweit es finanziell verantwortbar ist, sollte man das Thema vorantreiben.“ Wie Pleyer war auch der Bürgermeister der Meinung, vorbereitet zu sein, sei gut, es nicht zu brauchen, noch besser.

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