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Die Informationsveranstaltung stieß auf großes Interesse, fast 80 Besucher kamen in den Mehrzweckraum im Feuerwehrhaus. Kirchenverwaltungs-Mitglied Gunther Strobl übernahm die Moderation, Pfarrer Simon Rapp und Kirchenpfleger Christoph Welsch (v.l.) die Detailerläuterungen. Die ersten Spender von mindestens 500 Euro erhalten vom Kirchenvorstand eine 3D-Heilig-Geist-Kirche, wie sie Rapp in der Hand hält. 

Spendenaktion

„Es geht um unsere Kirche!“

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Die Pfarrgemeinde Breitbrunn muss einen Mindestbetrag selbst aufbringen, damit die gesperrte Heilig-Geist-Kirche wieder genutzt werden kann. Die Kirchenverwaltung appelliert an die Breitbrunner und findet Gehör.

Breitbrunn – Im Oktober ist es zwei Jahre her, dass die Heilig-Geist-Kirche in Breitbrunn geschlossen werden musste. Rund 150 000 Euro würde eine Sanierung kosten. „Ein überschaubarer“ Rahmen, meinte Kirchenpfleger Christoph Welsch bei einer Informationsveranstaltung am Montag in Breitbrunn. Voraussetzung ist allerdings, die Bewohner des Herrschinger Ortsteils schaffen es, rund 50 000 Euro zusammenzubekommen. Genau dafür hat die Kirchenverwaltung die Werbetrommel gerührt. Es war eine Hechendorferin, die die erste Spenderin war.

Für den Bau des markanten Zeltdachs war 1970/71 Holzleim verwendet worden, der bauaufsichtlich nicht mehr zugelassen ist. Die Kirche musste darum wegen Einsturzgefahr gesperrt werden (wir berichteten). Während schon Stimmen laut wurden, das Gotteshaus abzureißen, suchten Kirchenverwaltung und Pfarrer Simon Rapp händeringend nach einer anderen Lösung. Notwendig sei eigentlich eine Generalsanierung. Das Bistum, das sich mit 60 Prozent („vielleicht auch 70“, so Rapp) an den Kosten beteiligt, stimmt jedoch nur einer Instandsetzung „mit überschaubaren Mitteln“ zu. Diese kleine Lösung im von Welsch vorgerechneten Rahmen würde reichen, die Kirche die nächsten zehn Jahre weiter nutzen zu können. Danach müsse man weitersehen.

Rapp verwehrte sich auch am Montag gegen einen Abriss. Niemand würde bei einer barocken Kirche auch nur an einen Abriss denken, und nur weil die Heilig-Geist-Kirche erst 50 Jahre alt sei, mache das keinen Unterschied. „Es ist unserer Kirche“, betonte er immer wieder. „Einige von denen, die damals für diesen Bau gespendet haben, nehmen heute noch am Gottesdienst teil.“ Unter anderen gehört Benedikt Billig dazu, der zwar nicht persönlich zum Bau beigetragen, aber dessen Großmutter den Grund für die Errichtung der Heilig-Geist-Kirche zur Verfügung gestellt hatte.

Rapp erinnerte auch daran, dass der große Kirchenraum nie nur als Gottesdienstraum gedacht war, sondern immer auch als Versammlungsraum der Gemeinde. „Diesen Gedanken habe ich weiter gedacht“, sagte er als Pfarrer einer Pfarreiengemeinschaft. Seit vier Jahren ist er am Ammersee, vor drei Jahren wurden die Pfarreien zusammengelegt und Breitbrunn liegt genau in der Mitte. „Ich wollte die Heilig-Geist-Kirche zum zentralen Gottesdienst-Ort machen.“ Mehr noch, angesichts der schwindenden Gottesdienstteilnehmer schwebte ihm auch ein Ort der Begegnung vor, der Begegnung von Kirche und Kultur, Glaube und Kunst. Eine Kulturkirche, „das fände ich einen spannenden Gedanken“. Nicht zuletzt sehe das pastorale Konzept eine Jugendkirche vor. Auch als solche würde sich Heilig-Geist eignen, „es wäre ein Traum für mich als ehemaligen Jugendpfarrer, dies weiter zu entwickeln“. Es sei natürlich auch ein Experiment, „das gebe ich ganz offen zu“.

Mit der Instandsetzung kann jedoch erst begonnen werden, wenn der Eigenanteil der Pfarrgemeinde griffbereit ist. Vorher mache das Bistum nicht mit. Markus Merkt, Sohn der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Monika Merkt, hatte dazu die Idee, die Heilig-Geist-Kirche in 3D zu kopieren. Das Ergebnis hielt Pfarrer Rapp am Montag in Händen. „Die ersten 30, die mindestens 500 Euro spenden, bekommen ein Exemplar der limitierten Auflage“, freute er sich – und Gretl Ginder aus Hechendorf meldete sich sogleich. Die zweite Vorsitzende der Breitbrunner Trachtler kennt die Kirche noch, als Breitbrunn und Hechendorf eine Pfarrgemeinde waren. „30 Jahre habe ich hier bei Adventskonzerten mitgesungen, darum will ich die Erste sein, die spendet“, sagte sie. Den langjährigen Kirchenpfleger Jakob Schrafstetter stimmte es „fast“ traurig, dass eine Hechendorferin die erste Spende gibt, wenn es nicht für die gute Sache wäre. Denn das Konzept für die Kirche gefiel ihm genauso, ebenso der Organistin Christa Pirsch und ganz zum Schluss auch Herbert Breitenberger: „Ihr habt das so gut rübergebracht, ich spende 1000 Euro.“ Damit waren wenigstens drei 3D-Drucke schon mal vergeben.

Die Kirchenverwaltung will weiter Aktionen wie Flohmärkte und dergleichen anstoßen und hofft dabei auch auf Ideen aus der Breitbrunner Bevölkerung. „Sie können sich gerne bei mir melden“, so Benedikt Billig, der der Kirchenverwaltung angehört. Im übrigen stehe jedem frei, auch kleinere Beträge zu spenden, deshalb bekam jeder Besucher am Montag ein „Lesezeichen“ mit der Kontonummer der „Kirchenstiftung St. Johannes Baptist, Breitbrunn“ in die Hand: VR Bank, IBAN DE55 7009 3200 0001 1214  48.

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