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Abtprimas Emeritus Notker Wolf hat die Stele zu Ehren des Heiligen Franziskus geweiht.

Kapellenbauverein Breitbrunn

Besonderer Ort für besonderen Heiligen

  • vonAndrea Gräpel
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Mit Abt Notker Wolf und Dr. Georg Denzler hat der Kappellenbauverein Breitbrunn gleich zwei Emeriti gewinnen können, um eine Stele zu Ehren des Heiligen Franz von Assisi zu weihen. Ein Ort der Besinnung nun also auch im Unterdorf des Herrschinger Ortsteils.

Breitbrunn – Mit der Stele an einem Platz mit Eichen, einer Bank und dem Blick auf den Ammersee kann jeder „über den wunderbaren Sonnengesang nachdenken, über die Schöpfung der Natur“. Das wünschte sich Hans Greimel, Vorsitzender des Kappellenbauvereins. Wie berichtet, hatte der 78-Jährige die Idee für diese Stele an diesem Ort. Gemeinsam mit dem Breitbrunner Kirchenhistoriker Denzler (90) – beide freundschaftlich eng verbunden – wurde sie schließlich umgesetzt. Denzler erinnerte in der sommerlicher Abendstimmung am Samstag vor einer großen Runde Breitbrunnern an den Heiligen, während andere nach Abschluss ihres Sonnenbades mit Kind und Kegel und Stand-up-Paddel-Boards an der Festgemeinde vorbei vom See nach Hause schlenderten.

An den so gänzlich anderen Bezug des Heiligen Franziskus zur Natur und damit auch an dessen Lob- und Preislied, den „Sonnengesang“, erinnerte Denzler mit umso mehr Kraft in der Stimme.

Die Breitbrunner Künstlerin Marianne Schweigler drückt all dies mit der Tuffstein-Stele aus. Auf dem Tuff sind der Bettelmönch mit einem Vogel in der Hand und ebenso sein Sonnengesang mit Erde, Wind, Mond, Feuer, Wasser und Tod dargestellt. Alles wurde mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. Selbst der Tuff, zwar nicht aus Breitbrunn, aber gewiss mit gutem Bezug. Dessen ist sich Greimel sicher, schließlich weise der Ortsname auf fließendes Wasser hin. Tatsächlich komme Tuffstein auf Breitbrunner Flur sogar vor.

Abt Notker Wolf nannte Franziskus ein Vorbild für das ganze Abendland, für christliche Armut. Der Benediktinermönch, der am kommenden Wochenende seinen 80. Geburtstag feiert, ist mit den Breitbrunnern seit dem Bau der Europakapelle eng verbunden. Er hatte den Verein damals unterstützt und ist seitdem selbst Mitglied, immer wieder gerne zu Gast und zu den Vorstandssitzungen stets eingeladen.

Dass es von seinem Stammhaus Kloster St. Ottilien ein Katzensprung ist, bewies der agile Mönch sogleich. Er hatte eine falsche Uhrzeit notiert und fuhr erst in St. Ottilien los, als Pfarrer Simon Rapp die Gäste bereits begrüßte. Zur Weihe war der Emeritus trotzdem pünktlich und auch zum Wettersegen, mit dem er den Breitbrunnern wünschte, dass ihnen Blitz, Hagel und jedes Unheil fern bleibe. Tatsächlich hat der Landkreis und damit auch Breitbrunn von den Unwettern der folgenden Nacht nur wenig mitbekommen.

Den Verein, der die Stele und das Treffen möglich gemacht hat, gibt es bereits seit 25 Jahren. Mit der Franziskus-Stele betreuen die Mitglieder nun 15 Objekte auf Breitbrunner Flur. Sie sorgen dafür, diese zu sanieren, wie aktuell das Dach der Europakapelle, und zu unterhalten. Die Stele im Wert von rund 10 000 Euro wurde allein aus Spenden finanziert. 2000 Euro trug die Gemeinde Herrsching dazu bei, deren Bürgermeister Christian Schiller stilecht in Lederhose der Weihe beiwohnte und sich freute über „den passenden Ort, der hier gewählt wurde“. Die vorbeiziehenden Heimkehrer vom See hätten es nicht besser verdeutlichen können: Die Pandemie habe den Bewohnern des Fünfseenlandes eines bewiesen: „Dass es uns an nichts fehlt.“ Schiller meinte, dass es da nicht schade, „wenn jeder von uns ein bisschen von Franziskus übernimmt“.

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