Auch Tote nach Einsturz der Autobahnbrücke in Italien

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Angelika und Alfons Unfried in ihrem Café an der Hauptstraße in Breitbrunn, das von Mittwoch bis Sonntag geöffnet hat. Wie es mit der Gastronomie und dem Laden weitergeht, entscheidet sich in den nächsten Monaten. 

Gastronomie

Umbauen bei den Unfrieds

Das Ehepaar Unfried baut um. Wie die künftige Nutzung von Café und Laden an der Hauptstraße in Breitbrunn ist, lassen sie allerdings noch offen.

Breitbrunn – In „Die Unfried’s“ ist der Name ganz und gar nicht Programm: In dem Breitbrunner Café gehören Freundlichkeit und gute Laune seit 15 Jahren nämlich zum Inventar. Das Ehepaar Angelika (62) und Alfons „Fonse“ Unfried (64) sind die Seele des Geschäfts. Derzeit bauen sie das Nachbargebäude neu, das so markant in die Hauptstraße ragt – und wenn es in sechs Monaten fertig ist, könnte sich bei Unfrieds einiges ändern, sagen sie. Was genau? „Des schau mer, wenn’s soweit ist“, lässt Fonse lachend alles offen, während er am Samstag einem Gast einen Cappuccino schäumt.

Die Gäste kommen von überall. Eine Frau aus Feldafing fährt nur für Kartoffelsalat und Olivenöl her, erzählt Gast Irene. Bis zu 50 Mittagessen serviert das Paar täglich. Eines mit Fleisch und ein Vegetarisches. An schönen Tagen sind die Tische draußen an der vielbefahrenen Straße meistens belegt. Fonse nennt das „La Dolce Vita in Breitbrunn“.

Begonnen hatte alles mit dem Obst- und Gemüseladen, den die gebürtige Breitbrunnerin im Nebengebäude von der Firma Stuck übernahm. Ihr Mann arbeitete damals als Flugzeugtechniker bei Dornier. Dann kam die Insolvenz des Flugzeugbauers. „Im Nachhinein ein Glücksfall“, sagt der 64-Jährige. In dieser Zeit kochte er neben dem Laden das Mittagessen – und der Duft stieg den Ladenkunden die Nase hoch. Sie fragten: „Was gibt’s denn Gutes? Können wir was mitnehmen?“ Gefragt, getan. Dann kam der Wunsch nach Wurst auf – und schon stand im Laden eine Theke mit Wurst, Käse und Semmeln. 2003 bauten die Unfrieds ihr eigenes Wohnzimmer schließlich zum „Wohnzimmer für unsere Gäste“ aus.

Im Café servieren sie hausgemachte Torten und Apfelstrudel, die Gäste können frühstücken und mittagessen. Das seit 40 Jahren verheiratete Paar ging fast jeder Idee nach – mit einer in die Wiege gelegten Leidenschaft, denn beide Großeltern führten einst eine Wirtschaft. „Das ist unser Leben“, schwärmt die gelernte Arzthelferin.

Dafür stehen die beiden oft um 3.30 Uhr auf und arbeiten bis in den Abend hinein. Flexibilität ist ihr Markenzeichen. Etwa wenn sie den Handwerkern zwei Stunden vor Ladenöffnung die Türen öffnen oder den Eisstockschützen im Morgengrauen ein Omelett zur Stärkung für das Turnier zubereiten. Ihre kundenfreundliche Art rettete die Unfrieds über die Jahre. Damals, als nach der Eröffnung des Edeka in Inning Kunden wegblieben. Irgendwann gaben sie den Obst- und Gemüse-Verkauf auf, Wurst, Käse und Semmeln blieben – und sie konzentrierten sich verstärkt auf den Partyservice. „Ohne unsere drei Perlen ginge das alles nicht“, loben sie ihre Helferinnen. Auch ihre Kinder Marie (35) und Johannes (37) packen bei Bedarf mit an. Bis vor fünf Jahren stand Angelika Unfrieds Mutter Pepi Schrafstetter im Laden und Vater Hermann fuhr aus.

Derzeit ist es allerdings sehr ruhig im Café. Zu ruhig. Halt wieder mal der Zeitpunkt für eine Veränderung. Vielleicht verpachten sie Haus inklusive Laden. Der Partyservice, kleine Feiern, das Mittagessen und das Essen auf Rädern könnten weitergehen, hofft Fonse und schenkt Sekt aus. Auf Kosten des Hauses, weil die Dame heute Geburtstag feiert. So friedlich und freundlich wie das eben bei den Unfrieds ist.

Von Michèle Kirner

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