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Unter den Straßen Breitbrunns sieht es gar nicht gut aus. Unter anderem ist es die Watzmannstraße, deren Tagwasserkanal und Straßendecke erneuert werden müssen.

Breitbrunn Nord

Anwohner sollen für neuen Kanal zahlen

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Die Roboterkamera brachte das ganze Drama ans Licht: Der Tagwasserkanal in Breitbrunn Nord soll saniert werden und die Straße gleich mit – und 80 Prozent der Kosten sollen die Anlieger tragen.

Breitbrunn – Benjamin Neudert sprach am Montag von einem „sehr, sehr, sehr schwierigen Thema“. Der Straßenbauexperte vom gleichnamigen Herrschinger Ingenieurbüro stellte dem Herrschinger Gemeinderat am Montag Ergebnisse und Tragweite der Tagwasserkanal-Untersuchung in Breitbrunn vor. „Fast ganz Breibrunn Nord ist betroffen“, sagte Bürgermeister Christian Schiller. „Wir müssen eine Sanierung zeitnah angehen, so lange die Entwässerung noch funktioniert.“ Anwesende Breitbrunner rieben sich bei diesen Worten die Augen: „Es gab noch nie Probleme.“ Bilder und Straßenbelagproben lassen nach Aussage Neuderts jedoch befürchten, dass es bald Probleme geben könnte. Deshalb muss der Kanal saniert werden, und weil es auf diese Weise günstiger ist – die Straßen gleich mit. 1,8 Millionen Euro Kosten und eineinhalb Jahre Bauzeit hat Neudert in einer ersten Schätzung veranschlagt. 80 Prozent davon müssen die Anlieger bezahlen.

„Wir haben den Ist-Zustand mit einer Roboterkamera erfasst, den baulichen Erhaltungszustand bewertet und einen Sanierungsvorschlag erarbeitet“, erläuterte Neudert. Das umfangreiche Bildmaterial, das bei der Befahrung gemacht wurde, bringt zahlreiche Mängel ans Licht. Angefangen bei fehlerhaften Rohren, fehlen im Hauptkanal zum Teil ganze Stücke oder Rohre sind zerbrochen. Viele Hausanschlüsse seien einfach eingeschlagen worden, andere Zulässe ragen weit in den Kanal hinein und berauben ihn damit seiner Leistungsfähigkeit. Festgestellt wurden darüber hinaus Wurzelbildungen, Fremdwassereintritt und nicht unwesentliche Betoneinspülungen, die sich am Rohrboden abgelagert haben. Häufig seien fehlerhafte Bauausführungen die Ursache, so Neudert. Die Abflussquerschnitte des ohnehin schon 45 bis 60 Jahre alten Kanals würden dadurch aber bis zu 50 Prozent reduziert. „Vor allem die Auflassung zum Ammersee ist in einem sehr, sehr, sehr schlechten Zustand.“ Der größte Teil des Kanals in Breitbrunn Nord sei betroffen. Die Aufbruchfläche an der Seeleite betrage 28 Prozent, an der Wendelsteinstraße 36 Prozent, an der Zugspitzstraße 40 Prozent und an der Watzmannstraße 33 Prozent. Betroffen sind zudem der Bucher Weg, Heimgartenstraße und Alpspitzstraße.

Neudert stellte drei Möglichkeiten zur Wahl: Erneuerung (1,27 Millionen Euro), Erneuerung im Zuge eines Straßenneubaus (1,8 Millionen Euro) oder Erneuern und später die Straße ausbauen (2,16 Millionen Euro). Straßenproben-entnahmen ergaben enttäuschende Ergebnisse, so dass die Fahrbahndecke ebenfalls erneuert gehört. Zum Teil wurden Dicken im einstelligen Zentimeterbereich gemessen, „zweistellig sollten sie sein“, sagt Neudert.

Schiller trieb nicht allein die Tatsache um, dass saniert werden muss. „Es ist eine Erschließungsmaßnahme, also beitragspflichtig für die Anlieger. In dieser Verantwortung müssen wir das Thema abhandeln.“ Klaus Pittrich (CSU) legte noch eins drauf, als er sagte, „ich befürchte, dass das nur die Spitze vom Eisberg im gesamten Systems ist, auch in Herrsching.“ Eingestuft werden die betroffenen Straßen als Anliegerstraße, das bedeutet, die Gemeinde trägt 20 Prozent der Kosten, die Anlieger 80. Betroffen sind in diesem Fall rund 100 Grundstücke.

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