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Aus der „alten Schuhschachtel“ wurde ein modernes Gebäude mit zusätzlichem Seminarraum.

Naturschutz- und Jugendzentrum Wartaweil

Durch und durch ökologisch

Dem neuen Verwaltungsgebäude des BUND Naturschutz im Naturschutz- und Jugendzentrum Wartaweil fehlt nur noch der letzte Schliff. Schon im Oktober kann es in Betrieb genommen werden.

Wartaweil – „Vorher war’s halt so ’ne Schuhschachtel, nicht viel besser als diese“, sagt Dr. Helene Falk und deutet auf den Container, in dem sie noch bis Oktober ihr Büro hat. Die Geschäftsführerin der Kreisgruppe Starnberg im Bund Naturschutz freut sich genauso wie Axel Schreiner auf den Umzug. Der Leiter des Naturschutz- und Jugendzentrums in Wartaweil hat schon jetzt eine große Freude an dem neuen Verwaltungsgebäude, das auf dem Gelände des Bund Naturschutz entstanden ist. Dabei ist es gar nicht ganz neu, denn die Grundfläche und damit die in den Hang gebaute Veranstaltungshalle blieben bestehen.

Das alte Haus war im Jahr 1962 vom Fraunhofer Institut gebaut und 30 Jahre genutzt worden, bevor der Bund Naturschutz eingezogen ist. In ein Haus, „dessen Unterbau massiv war, aber oben sozusagen eine Holzbaracke“, sagt Schreiner. Vor acht Jahren gab es erste Überlegungen, das Gebäude zu sanieren oder neu zu bauen. Am Ende war es von beidem etwas, denn der Unterbau wurde – einem Bund Naturschutz würdig – komplett energetisch saniert mit einer zentralen Lüftungsanlage und Wärmerückgewinnung. Obendrauf wurde ein „durch und durch ökologisches Fertighaus mit Holz-Glas-Fassade“ gestellt. „Innerhalb von zwei Wochen stand es auf dem Fundament.“ Schreiner bringt dies noch immer zum Staunen.

Am eindrucksvollsten ist die Veränderung von der Seeseite auszumachen. Die großen Stahltore zur alten Halle sind großen Glasfronten gewichen. Die vorher etwa 160 Quadratmeter große Halle wurde komplett saniert und um etwa 20 Quadratmeter erweitert. „Das ist alles Bestand“, betont Schreiner. Kaum zu glauben. Denn vorher war der Veranstaltungsraum weder beheizbar noch hell. Licht kam nur hinein, wenn die großen Stahltore geöffnet waren.

Die Küche unten ist nun etwa doppelt so groß wie vorher, funktional und hochmodern ausgestattet – und auch vom Saal aus barrierefrei per Lift erreichbar. Die Nasszellen sind ebenfalls komplett neu. Da es im neuen Obergeschoss nun einen weiteren etwa 50 Quadratmeter großen Seminarraum gibt – auch mit Seeblick – „werden wir künftig viel mehr Veranstaltungen anbieten können“, sagt Schreiner.

Das Obergeschoss ist außer mit dem Seminarraum, mit einem Empfangsraum („da sitzt dann der Bundes-Freiwillige“), drei Büros und einem Archiv-Lagerraum ausgestattet. Darüber hinaus gibt es ein Zimmer mit Bad für den jeweiligen „Bundes-Freiwilligen“ und eine Betriebswohnung. Der Bund Naturschutz hat das neue Haus so geplant, dass es jederzeit nach oben erweiterbar wäre. Die dafür notwendigen Stahlträger sind bereits verbaut.

Schreiner freut sich auf den neuen Arbeitsplatz. Sein künftiges Büro führt nach Westen auf einen großen Balkon. Von dort aus hat der 52-Jährige einen direkten Blick aufs Marienmünster. Im Oktober können er und seine Kolleginnen aus den Übergangs-Containern aus- und in die neuen Büros einziehen.

Ohne Liselotte Sepp hätte das Verwaltungsgebäude auf dem Gelände nicht gebaut werden werden können. Die Münchnerin hatte dem Bund Naturschutz 2013 ihr gesamtes Vermögen vermacht. Es soll neue Dimensionen des Naturerlebens ermöglichen, denn nicht nur das Verwaltungsgebäude wurde aus diesem Fundus gezahlt, auch das Gelände mit dem so genannten etwa 40 000 Quadratmeter großen Habersack-Grundstück und seiner Villa sollen der Allgemeinheit als Erlebnisort zugänglich gemacht werden. Die Pläne dafür lagen dem Bauausschuss des Gemeinderates Herrsching schon vor (wir berichteten), die finale Bebauungsplanänderung steht aber noch aus. Schreiner freut sich deshalb gemeinsam mit Dr. Helene Falk erst mal auf den Umzug.

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