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Auf Hausmeister Klaus Trunte kommen jede Menge Neuerungen zu – und möglicherweise ein neuer Vollbrenner, da die beiden aktuellen Kessel nicht aufeinander abgestimmt sind und daher suboptimal laufen. 

Christian-Morgenstern-Volksschule

Vernichtendes Urteil der Energieberater

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Energieberater haben dem Herrschinger Gemeinderat einen ernüchternden Bericht geliefert: Bei der Christian-Morgenstern-Volksschule herrscht überall Einsparpotenzial.

Herrsching – Wenn man den Worten Eugen Schäfers Glauben schenken kann, wird in der Christian-Morgenstern-Volksschule in Herrsching Energie sprichwörtlich zum Fenster rausgeworfen. „Überall sind Einsparungen möglich“, sagte Schäfer, dessen Firma mit der Energieberatung betraut wurde. Nach eingehender Untersuchung präsentierte er dem Gemeinderat am Montag ein ernüchterndes Ergebnis. Die jährliche Verlustleistung beziffert er mit 17 280 Euro.

Der hohe Energieverbrauch an der Schule war der Gemeinde schon länger bekannt und schließlich der Grund, warum Energieberater eingeschaltet wurden. Schäfer beeilte sich, das Thema in 20 Minuten durchzupeitschen, oder in seinen Worten „ein bisschen dramatischer zu machen“. Und beschränkte sich auf das Wesentliche – wie zum Beispiel die Heizkessel. „Zwei neue Kessel“, merkte er an. Doch eine Einsparung hätten sie nicht erbracht, „obwohl es sein könnte“. Das Hauptproblem machte er in der mangelnden Kommunikation der technischen Einheiten untereinander aus, auch die Verbraucherpumpen seien nie angepasst worden. Aber Schäfer gesteht ein, „so ist damals gebaut worden. Hab’ ich auch gemacht“. Aber weil die Raumtemperatur immer 0,5 bis einen Grad höher ist als sie sein soll, „wird Energie sinnlos verbraten“. Darüber hinaus werde zu viel Wasser umgewälzt und damit zu viel Strom verbraucht. Die Warmwasserzubereitung sei eine einzige Katastrophe.

„Wozu braucht eine Schule Warmwasser?“, stellte er in den Raum und schlug eine Stilllegung der bestehenden Anlage vor und den Abbau der Mischarmaturen. Stattdessen empfahl er, noch erforderlichen „Zapfstellen“ in Sanitärräumen, Waschbecken und dergleichen mit elektrischen Durchlauferhitzern auszustatten. „Die Lüftungsanlage der Turnhalle haben wir uns gar nicht mehr angeschaut. Die ist nicht reparierbar. Die muss raus“, berichtete Schäfer. Dies allerdings ist bereits in die Wege geleitet (siehe Kasten).

Niemanden verwunderte, dass Schäfer auch an der Gebäudeleittechnik kein gutes Haar ließ. „Da ist eine nagelneue Anlage mit analogen Zeilen ausgerüstet“, sagte Schäfer und schüttelte den Kopf. Er nannte es Anachronismus. Wenn wenigstens die Wartungsverträge angepasst worden wären. Unterm Strich sei laut Schäfers Analyse Effizienz nur mit einem Gesamtkonzept möglich. Zu der sicher auch der Stromverbrauch zählt, den Wolfgang Buttner vom gleichnamigen Ingenieurbüro untersucht hatte. Er hatte dabei festgestellt, dass allein zehn Kühlschränke und Gefriergeräte 8,2 Prozent des gesamten Stromverbrauchs der Schule ausmachten. Dabei erfuhren die Techniker in der Sitzung, dass zumindest Kühlschränke im Kiosk bereits ausgetauscht worden seien.

Alles in allem gab es ein vernichtendes Urteil und die Gewissheit, etwas tun zu müssen. Die Lüftungsanlage ausgenommen, schätzte Schäfer die Kosten für seine Vorschläge zur Optimierung und Sanierung in der gemeindeeigenen Schule auf 155 200 Euro. „Alles auf einmal können wir nicht machen“, versicherte Bürgermeister Christian Schiller am Ende des Vortrags und zuckte mit den Schultern. Es gehe nur Stück für Stück. Für die Umsetzung erster Maßnahmen sind im laufenden Haushalt 12 000 Euro bereitgestellt.

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