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Christina Reich soll Abteilungsleiterin der Herrschinger Handballer werden.

Handball

Christina Reich soll beim TSV Herrsching Sigls Erbe antreten

  • Jörg Heinrich
    vonJörg Heinrich
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Christina Reich soll neue Abteilungsleiterin beim TSV Herrsching werden. Die Vize-Bürgermeisterin wäre die erste Frau, die den Herrschinger Handballern vorsteht.

Herrsching – Noch gibt sie sich zurückhaltend. „Ich spiele mit dem Gedanken zu kandidieren“, kündigt Christina Reich an. Sie würde wohl nicht nein sagen, wenn sie morgen auf der Jahresversammlung der Herrschinger Handballer zur Nachfolgerin von Abteilungsleiter Uli Sigl vorgeschlagen wird. Da der TSV zu den gut geführten Vereinen im Landkreis zählt, der im Vorhinein seine Wahlen gewissenhaft plant, spricht wohl alles dafür, dass die 46-Jährige in Zukunft das Zepter übernehmen wird.

Dass die Versammlung ausgerechnet mit dem französischen Nationalfeiertag zusammenfällt, bei dem die Grande Nation dem Sturm auf die Bastille gedenkt, bedeutet für Reich nichts Symbolisches. Zwar wäre sie die erste Frau in der Geschichte der Sparte, die nach Josef Siglstetter, Hans Wannenmacher, Christoph Otter und Uli Sigl den Vorsitz übernimmt, doch von einem Kurswechsel sind die Handballer weit entfernt. „Es gibt ja nichts zu revolutionieren“, stellt Reich klar. Schließlich wird die Abteilung hervorragend geführt.

Eigentlich hätte auch kein Grund bestanden, irgendetwas zu ändern. Die Herrschinger haben über die Jahre vorausschauend immer wieder für die nötige Blutauffrischung im Vorstand gesorgt. Zudem thronte Uli Sigl als der Macher vom Ammersee souverän über allem und jedem. Reich bedauert, dass sich der Präsi nach 22 Jahren aus der ersten Reihe zurückziehen will: „Es ist schade, dass er aufhört. Er hat einen sehr guten Job gemacht.“

Reich kann das beurteilen. Sie spielte nicht nur bei den Damen des TSV, sondern arbeitete auch im Vorstand des Fördervereins. Weitere Einblicke in den Verein verschafften ihr ihre beiden handballernden Söhne Dominik und Jonas sowie ihr Mann Günther Börkey, der als Schiedsrichter-Obmann des Vereins fungiert. Da die gesamte Familie den Handball inhaliert hat, verlagerte sich auch das Sozialleben der Reichs in die Nikolaushalle. „Wir sitzen mit Oma und Opa nicht zu Hause beim Kaffee zusammen, sondern beim Handball“, so Reich.

Die meiste Zeit verbrachte sie mit Sigl aber im Gemeinderat, wo sie seit 16 Jahren engagiert ist. Die stellvertretende Bürgermeisterin und Vize-Vorsitzende der Herrschinger CSU kennt die Probleme, die den TSV bedrücken aus zahlreichen Sitzungen nur zu gut. Dass die Nikolaushalle momentan geschlossen ist, ließ sich nicht anders regeln. Aber ihre nötig gewordene Renovierung war für den gesamten Gemeinderat alternativlos. „Wir wollen alle, dass der TSV eine neue, alte Heimat hat.“

Dass Reich in diesem Punkt nicht von sich oder ihrer Partei, sondern von einem Fraktionen übergreifenden „Wir“ spricht, veranschaulicht, warum sich die Verantwortlichen der Herrschinger Handballer ausgerechnet sie für den Posten ausgesucht haben. Die gelernte Bankkauffrau verfügt über die kostbare Fähigkeit, über Parteigrenzen integrierend zu wirken. Für einen Verein, der sich als Familie definiert, ist das ein nicht zu unterschätzender Vorzug. Als Sozialreferentin der Gemeinde Herrsching, ein Amt, das sie seit 16 Jahren ausübt, sind ihr die Nöte der Schwachen dieser Gesellschaft auch ein persönliches Anliegen. Für eine Abteilung, die in der eigenen Kommune stets hilfreich mit anpackt, wenn Hilfe erforderlich ist, kann dies befeuernd wirken. Darüber hinaus versteht sich Reich als Teamplayer. „Es geht ohne die Mannschaft nicht“, stellt sie klar. Der TSV wird seinen Weg auch in die Zukunft nur in Gemeinschaft zurücklegen können.

Dass zu dieser Gruppe auch der amtsmüde Sigl gehört, der ihr den Posten als Erster angetragen hat, ist für Reich selbstverständlich. „Wir können auf sein Knowhow nicht verzichten“, ist sie überzeugt, Der Führungsstil des 53-Jährigen wird in seiner designierten Nachfolgerin ohnehin weiterleben.

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