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Standort Mühlfeld

Gymnasium Herrsching

„Für Bürgerbegehren ist es zu spät“

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Die CSU Herrsching steht zum Gymnasiumsstandort im Mühlfeld und die Mehrheit der CSU-Fraktion im Gemeinderat auch. Alles andere sei gelaufen, zu spät und vorbei. „Wir laufen Gefahr, dass es gar kein Gymnasium gibt“, warnt Robert Brack und betont, „wir wollen eins.“

Herrsching – Der CSU-Ortsvorstand fand sich nach der Informationsveranstaltung zum Bürgerbegehren „Standort Gymnasium Herrsching“ zusammen – einigermaßen ratlos, wie der ein oder andere Besucher der Auftaktveranstaltung zum Bürgerbegehren am vergangenen Montag (wir berichteten). Die Initiatoren Willi Welte, Gerhard Knülle und Klaus Pittrich sind Parteifreunde. In der Causa Gymnasium unterscheiden sich die Meinungen jedoch komplett. Und die Aussage von Gemeinderat Willi Welte, nicht informiert gewesen zu sein, sorgte für große Irritation. „Ich habe mir die Mühe gemacht, jede einzelne Entscheidung des Gemeinderats dazu herauszusuchen, jeden Beschluss, jedes Abstimmungsergebnis und jede Anwesenheitsliste“, sagt Christina Reich. Sie ist Gemeinderätin und stellvertretende Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes. Die Unterlagen legte sie dem Vorstand vor. „Ich habe auch Seefelds Bürgermeister Wolfram Gum angerufen.“ Alles zusammen belege unter anderem, dass sehr wohl ein Alternativgrundstück in der Nachbargemeinde Seefeld unterhalb des Bahnhofs Hechendorf im Gespräch war. Willi Welte hatte am Montag gesagt, der Gemeinderat sei damit lediglich unter Druck gesetzt worden, Gespräche habe es nie gegeben. „Wir sind nicht in die Ecke gedrängt worden“, versichert Christina Reich.

Im Gespräch mit unserer Zeitung wurde deutlich, dass die Emotionen auch innerhalb des Vorstandes beim Thema Gymnasium hochkochen. Die Vorstandsmitglieder sind angesichts der allgemein aufgeladenen Stimmung aber um Sachlichkeit bemüht. Und im Ergebnis ist sich das Team um Fromuth Heene einig. „Wir sehen nicht, wer das Grundstück an der Seefelder Straße kaufen sollte“, erklärt Robert Brack. Noch entscheidender sei, wer denn an der Seefelder Straße ein Gymnasium bauen wollte. „Der Landkreis nicht, und die Gemeinde habe die Mittel nicht.“ Selbst für einen Grundstückskauf würde es keine Mehrheit geben, glaubt Christina Reich. Das Bürgerbegehren suggeriere nach Ansicht des Vorstands jedoch, die Bürger könnten entscheiden, ob da oder da. „Aber es gibt die Schule nur da (Anm. d. Red.: Mühlfeld) oder gar nicht“, so Gemeinderätin Hannelore Doch. Wer gegen den Standort Mühlfeld stimme, so ihre Ratskollegin Christina Reich, verhindere ein Gymnasium in Herrsching. Deshalb grenzt sich der Ortsverband deutlich von den Parteifreunden Welte, Knülle und Pittrich ab. Ihr sei nicht egal, dass die Schule irgendwo hinkomme, so Christina Reich, „ich möchte sie in Herrsching haben“. Dies funktioniere nur im Mühlfeld. „Wir haben uns bewusst für das Grundstück im Mühlfeld entschieden und unterstützen das Bürgerbegehren nicht“, sagt sie. Selbst wenn auch die Vorstands-Mehrheit der Meinung sei, dass an der Seefelder Straße der bessere Standort gewesen wäre, „für ein Bürgerbegehren ist es zu spät“.

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