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Das stumme Kirchlein

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Von: Andrea Gräpel

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Martinskirche
St. Martinskirche © Andrea Jaksch

Die Martinskirche in Herrsching muss saniert werden. Die Pfarrei lädt zu einer Informationsveranstaltung ein.

Herrsching – Schon seit drei Jahren läuten bei Hochzeiten in der Herrschinger  Martinskirche keine Glocken mehr. Auch Gebetsläuten, Mittags-und Abendläuten sind seitdem verstummt, weil die Statik des Kirchturms aus dem Jahr 1687 zu sehr in Mitleidenschaft gezogen ist. Damit die Glocken wieder läuten, muss das Wahrzeichen der Ammerseegemeinde saniert werden. Als hätte die Pfarreiengemeinschaft mit den Sanierungen in Breitbrunn und Inning nicht schon genug Baustellen, ist dies nun die dritte. Und Pfarrer Simon Rapp hofft auch in Herrsching auf viele Unterstützer, um die Kosten zu stemmen. Am Freitag, 25. September, findet einen Infoveranstaltung vor dem Kirchlein statt. Beginn: 18.30 Uhr.

Der Saalbau mit dem Chor stammt aus der Spätgotik, die erste urkundliche Erwähnung datiert von 1131/32. An anderer Stelle wird die Errichtung der Martinskirche durch das Kloster Benediktbeuern auf das Jahr 1248 datiert. Bei einer Renovierung im Jahr 1963/64 wurde das Langhaus um ein Joch mit Orgelempore nach Westen erweitert. Die jüngste Renovierung mit Verlegung des Eingangs auf die Südseite erfolgte 1984. „Vermutlich wurden in diesem Zusammenhang auch die Wandbekleidungen aus Naturstein im Altarraum entfernt sowie die Deckenbilder“, sagt Architekt Christoph Welsch.

Im Zuge einer Bauwerksprüfung 2016 wurden Schäden im Bereich des Dachstuhls festgestellt, die die Standsicherheit der Kirche beeinträchtigen. Die Schäden betreffen tragende Holzbauteile des Dachstuhls, der Zwischendecken und Leitertreppen im Turm, der Auflager- und Unterkonstruktion des Glockenstuhls und des Glockenstuhls selber. Da eine Einrüstung der Kirche und des Turms erforderlich ist, werden auch kleinere Schäden am Fassadenputz ausgebessert und der Fassadenanstrich erneuert. Die Gesamtkosten schätzt Welsch auf 400 000 Euro.  

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