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Eine kleine Demonstration , die aber größer werden soll. Thomas Allner-Kiehling (r.) will für September zu einem weiteren Protest für den Bau eines Radlweges zwischen Herrsching und Breitbrunn aufrufen. 

Alltagsradwege

Radldemo mit Hindernissen

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Sicherheitsauflagen führen zu Verwirrung kurz vor der Demo für Radweg zwischen Herrsching und Breitbrunn. 

Herrsching/Dießen – Thomas Allner-Kiehling haderrt mit den Gepflogenheiten für Radldemos im Landkreis Starnberg. Rund 100 Teilnehmer nahmen trotz Regens am Freitag bei der regelmäßigen Radldemo für einen Radweg entlang der Birkenallee teil. Die Straße wird für diesen Zweck jedes Mal an beiden Seiten von der Polizei abgesperrt. Die von Allner-Kiehling organisierte Demo am Samstag in Herrsching fand keine derartige Unterstützung. Der Vorsitzende des ADFC-Ortsverbandes Herrsching hofft, dass sich das ändert. Im September soll eine weitere Demo stattfinden.

Allner-Kiehling tatte zum Protest für einen „alltagstauglichen Rad- und Fußweg von Herrsching nach Breitbrunn“ aufgerufen. Nach einer Sicherheitsbesprechung mit Landratsamt und Polizei wenige Tage zuvor hatte er schnell die Befürchtung, dass viele, die mitfahren wollten, absagen. 14 Auflagen mussten eingehalten werden, unter anderem durften keine Kinder unter neun Jahre (4. Klasse) mitfahren, und es die Radler sollten die Demo mit eigenen Autos absichern. Am Ende war die Polizei doch an Bord und sicherte die rund fünf Kilometer lange Strecke hin und zurück ab. Weil das aber nicht klar war und Allner-Kiehling dies auch in einer Rundmail weitergeleitet hatte, glaubt er, dass wesentlich weniger Teilnehmer dabei waren – nämlich 25. Erwartet hatte er 60.

Wie berichtet, hatte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einer Vermessung der Strecke zugestimmt, um ein Zeichen zu setzen. Die notwendigen Grundabtretungen für einen Radweg entlang der Staatsstraße scheinen indes weiter an der Verkaufsabsicht der Eigentümer zu scheitern. Der ADFC bleibt guten Mutes, so wie die Mehrheit im Gemeinderat, die sich trotzdem für eine Vermessung aussprach. Mit diesem positiven Signal im Rücken sollte auch die Radldemo starten.

„Aber was ist das für eine Radldemo, bei der wir unsere Autos mitbringen müssen?“, fragt Allner-Kiehling. Denn eine Auflage war es, die Absicherung der Radlgruppe „nach vorne und hinten zusätzlich durch eigene Sicherungsfahrzeuge“ zu gewähren. Die Polizei, so Allner-Kiehling, habe zunächst zwar begleiten, aber nicht mitfahren wollen. „Also haben wir zwei Elektroautos organisiert“, denen am Ende dann doch jeweils ein Polizeiwagen vorweg fuhr beziehungsweise folgte.

Eine Gruppe mit geschätzt 60 Demonstranten, wie Allner-Kiehling angegeben hatte, sei der Polizei zu klein gewesen, um den Verkehr zu behindern, sagt er. Bei einer Straßensperrung leuchte ihm das sogar ein. Warum bei eingehaltenen Auflagen keine Kinder dabei sein durften, bleibe ihm jedoch ein Rätsel. „Es geht ja hier auch um Familien“, sagt er. Mitstreiterin Ruth Paulig hatte aus Prostest sogar eine Puppe in ihren Radlkorb gesetzt.

Allner-Kiehling hat seine Fragen und die lange Liste der Auflagen an den ADFC-Kreisverband weitergeleitet, in der Hoffnung, dass dieser ihn unterstützt bei der nächsten Demo, die er im September plant. „Dann mit hoffentlich 100 Teilnehmern oder mehr.“

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