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Der Haken mit dem Haken

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Von: Andrea Gräpel

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Der Skyline-Park wird im Ferienprogramm zweimal angefahren, normalerweise mit einem Bus. Foto
Der Skyline-Park wird im Ferienprogramm zweimal angefahren, normalerweise mit einem Bus. © Bernd Feil/M.i.S.

418 Kinder haben heuer am Ferienprogramm in Herrsching teilgenommen

Herrsching – Das ist ihm in 20 Jahren noch nicht passiert. So lange organisiert SPD-Gemeinderat und Dritter Bürgermeister Wolfgang Schneider das Herrschinger Ferienprogramm – seit sechs Jahren per Online-Anmeldung. Reibungslos. In diesem Jahr hat Schneider ein Häkchen vergessen, was große Wirkung hatte. Statt mit einem Bus, ging es deshalb mit drei Bussen zur Auftaktveranstaltung im Skyline-Park. „Ich hab da einfach ein zu großes Herz“, gestand Schneider am Montag bei seinem Abschlussbericht vor den Ratskollegen. Er hatte vergessen, beim Limit das Häkchen zu setzten, so dass diese Veranstaltung hoffnungslos überbucht war, er aber kein Herrschinger Kind zu Hause lassen wollte. So düsten er und 20 weitere Betreuer mit nicht weniger als 135 Herrschinger Kindern ins Allgäu.

Dass Schneider Kindern aus Gilching und sogar Weilheim eine Absage erteilen muste, lag an einem weiteren Fehler beim Ausfüllen der Onlinevorlage. „Ich hab die Postleitzahl vergessen einzutragen. Ich mach das sonst immer“, sagte Schneider und schlug sich die Hand an die Stirn. Und doch freute er sich auch, denn wenn sich Kinder von weither anmelden, sei dies auch ein Zeichen dafür, dass Herrsching ein super Ferienprogramm anbietet, das auf weiter Flur seinesgleichen sucht.

Ende gut, alles gut – in diesem Sinne haben am Ferienprogramm in diesem Jahr 418 Kinder im Alter zwischen sechs und 13 Jahren teilgenommen, es gab auch jüngere oder ältere. 13 Kinder hätten an mehr als zehn der 66 Veranstaltungen teilgenommen. „Das bestärkt mich, bei den Preisen zwischen einem und vier Euro zu bleiben. Sonst können die meisten Eltern sich das gar nicht leisten“, weiß Schneider. Wie berichtet, bezuschusst die Gemeinde das Programm jährlich mit einer fünfstelligen Summe. Schneider appellierte deshalb an die Ratskollegen, dies so beizubehalten.

Um das Programm zu bewerkstelligen, konnte Schneider auch in diesem Jahr auf seinen bewährten Pool an Betreuern zurückgreifen. Vor allem bei der Auftaktveranstaltung war er dankbar, dass ihn dabei so viele unterstützten. Insgesamt halfen beim Ferienprogramm 50 Betreuer mit. „Ohne die würde es nicht funktionieren“, betonte Schneider. Sein besonderer Dank richtete sich dabei an das Team im Jugendhaus Stellwerk, aber auch an alle Mitarbeiter im Rathaus, bei denen er immer Unterstützung erhielt.

Wenn das Onlineprogramm auch durch die kleinen Eingabefehler zweimal nicht so funktionierte wie es sollte, bei der Auswertung bedurfte es auch diesmal nur eines Klicks, dass alle Zahlen vorlagen. Etwa diese, dass es 1194 mögliche Plätze insgesamt gab, aber durch das Missgeschick 1245 belegt wurden. Somit kommt Schneider heuer auf eine Auslastung von 104,46 Prozent. Ein Plus konnte er auch unter die Zahl der Betreuungen setzen. Er selbst ist bei fast allen Veranstaltungen dabei, und wenn es nur zur Begrüßung ist. Nach 20 Jahren macht es dem mittlerweile 70-Jährigen immer noch viel Spaß, und er freut sich auch schon auf das nächste Jahr, auf dass die Erfolgsgeschichte eine Fortsetzung finde.  grä

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