Halfen für das Impfzentrum in Feldafing zusammen: BRK-Kreisgeschäftsführer Jan Lang, die Bundeswehr-Vertreter Ana Oyarbide, Dieter Ladenburger und Brigadegeneral Rainer Simon, der Ärztliche Leiter der Impfzentren im Landkreis, Dr. Richard Aulehner, Landrat Stefan Frey und Bürgermeister Bernhard Sontheim.
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Halfen für das Impfzentrum in Feldafing zusammen: BRK-Kreisgeschäftsführer Jan Lang, die Bundeswehr-Vertreter Ana Oyarbide, Dieter Ladenburger und Brigadegeneral Rainer Simon, der Ärztliche Leiter der Impfzentren im Landkreis, Dr. Richard Aulehner, Landrat Stefan Frey und Bürgermeister Bernhard Sontheim.

Außenstellen in Feldafing und Herrsching

Die Impf-Infrastruktur ist komplett: Zwei weitere Impfzentren in Betrieb im Kreis Starnberg

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Seit Montag sind alle fünf Impfzentren im Landkreis in Betrieb. Sie sollen nun wöchentlich insgesamt 3500 Dosen bekommen. Bei den Hausärzten, die separat beliefert werden, soll nach und nach mehr Impfstoff landen.

Landkreis – Es ist ein biblischer Moment am Montagvormittag um 11.15 Uhr in der Herrschinger Container-Impfstelle. Der erste Mensch, der dort eine Spritze gegen die Corona-Seuche bekommt, heißt ausgerechnet Adam. Danach sitzt Günter Adam aus Weßling, 64, in einem kahlen Wartezimmer und ist erleichtert. „Ich habe die Nadel kaum gespürt“, sagt er. Vorher habe er schon Bedenken gehabt. Wegen einer Stenose sei er hirnschlaggefährdet, außerdem hat Adam eine Krebserkrankung hinter sich. „Das Gespräch mit dem Arzt war sehr ausführlich, das hat mir noch mal Sicherheit gegeben.“ Dass „da ein kompetenter Arzt sitzt“, habe man in seinem Bekanntenkreis, der den Hausärzten mehr als den Impfzentren vertraut, angezweifelt. Adams Erfahrungen sind durchweg positiv: Er lobt das gute Management des BRK und die kurzen Wege vom Wartebereich über den Registrierungs- und den Aufklärungsraum in eines der Impfzimmer.

Erleichtert: Günter Adam war der erste Geimpfte in Herrsching.

Am Montag nahmen Landkreis und BRK an der Gewerbestraße in Herrsching und an der Tutzinger Straße in Feldafing die Impfstellen vier und fünf in Betrieb. Die Impf-Infrastruktur ist damit komplett. Man sei gerüstet, auch wenn ab Mai noch mehr Impfstoff zur Verfügung stehe, sagte Landrat Stefan Frey bei den Presseterminen vor Ort. Auf 3500 Dosen pro Woche sei die Menge für den Landkreis gedeckelt worden, also ungefähr 100 Stück pro Tag und Impfzentrum. Die Arztpraxen, die separat beliefert werden, bekommen derzeit im Schnitt jeweils 50 Dosen pro Woche. „Bei ihnen soll es nach und nach mehr werden“, sagte Frey. Er geht davon aus, dass der Landkreis auch wegen der 10 000 Extra-Dosen des Freistaats (wir berichteten) diese Woche „einen Riesensprung“ macht.

Geimpfter Feuerwehrmann: Bernhard Dersch bekam die Spritze von Celita Spinner.

Wer in Feldafing geimpft wird, muss an Bauzäunen mit Stacheldraht und Schildern mit der Aufschrift „Militärischer Sicherheitsbereich“ vorbei. Im Container-Gebäude, wo bisher Verwaltungskräfte der Bundeswehr arbeiteten, hat sich nun das BRK eingerichtet. Ein paar Tische, Laptops, Stühle und Behandlungsliegen: Viel mehr braucht ein Impfzentrum nicht. Am vollgepacktesten ist noch der Raum „Impfstoffvorbereitung“ – vor allem mit Schachteln, in denen Gummihandschuhe oder Spritzen lagern. Der Impfstoff liegt in einem kleinen Kühlschrank, zu dem sich das Personal runterbücken muss.

Mit 120 Impfungen pro Tag plant das BRK in Feldafing. „Wir können aber auch eine zweite und dritte Impfstraße aufmachen, dann sind wir bei 360“, erklärte BRK-Kreisgeschäftsführer Jan Lang. In Herrsching, wo man sich auch gleich schnelltesten lassen kann, seien maximal 440 Impfungen drin, wenn die Lieferumfänge steigen.

Gut gelaunt beim Impfstart in Herrsching waren Leiterin Nicole Scheibenpflug und Bürgermeister Christian Schiller.

Während Landrat Frey der Bundeswehr in Feldafing für die unbürokratische Hilfe dankt („Nach einem Telefonat hatte ich das Impfzentrum“), kommt ein Mann mit dunkelgrüner Jacke aus dem Gebäude. Er heißt nicht Adam, aber auch er ist der erste Geimpfte – zumindest bei der Freiwilligen Feuerwehr Söcking. Bernhard Dersch, 58, sagt: „Wir Feuerwehrler haben mehr Kontakt als andere. Jetzt ist mir ein bisschen wohler.“

Eine halbe Stunde später positionieren sich die BRK-Vertreter mit Landrat und Bürgermeister in Herrsching fürs Pressefoto. Währenddessen kommt eine ältere Frau vorbei. Ob man sie nicht gleich impfen könne, auch ohne Termin. BRK-Chef Lang berichtet danach, die Dame sei sauer „auf mich und den Landrat“ gewesen. Er kennt solche Fälle und betont, man vergebe keine spontanen „Ich-geh-mal-schauen-Termine“ – schon damit alles mit rechten Dingen zugehe. Immer noch würden einige denken, am Ende des Tages bleibe Impfstoff übrig, der dann weggeworfen wird. Dem sei nicht so, sagt Lang deutlich.

Landrat Frey hat ausgerechnet, dass etwa 18 000 Bürger in die zweite Prio-Gruppe fallen. Er ist optimistisch, dass es nun viel schneller vorangeht: „Ich denke, bis Sommer können wir jedem ein Impfangebot machen.“

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