Die Einmündung der Panoramastraße auf die Mühlfelder Straße: Schüler, die von hier kommen und zum neuen Gymnasium wollen, müssen theoretisch einen Umweg in Kauf nehmen. Die Frage ist, ob sie das tun.  Foto: Andrea jaksch
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Die Einmündung der Panoramastraße auf die Mühlfelder Straße: Schüler, die von hier kommen und zum neuen Gymnasium wollen, müssen theoretisch einen Umweg in Kauf nehmen. Die Frage ist, ob sie das tun.

Gemeinderäte über Querungshilfe uneins – Tempo 30 eine Option

Die Wege zur neuen Schule

Die Erschließung des geplanten Gymnasiums in Herrsching bleibt kompliziert. Im Herrschinger Gemeinderat ging es einmal mehr um die Frage, welche Wege die Schüler wählen.

Herrsching – Seit Jahren diskutieren Herrschings Gemeinderäte, wie die Schüler des zukünftigen Gymnasiums gefahrlos über die Mühlfelder Straße kommen. So geschehen auch in der Sitzung am Montagabend, als Benjamin Neudert vom gleichnamigen Ingenieurbüro die Erschließung vorstellte.

Thomas Bader (CSU) fuchste, dass nur direkt vor dem geplanten Gymnasium am Mühlfeld eine Querungshilfe vorgesehen ist. „Viele Schüler kommen aber von der Schönbichlstraße“, sagte er. Weil aber von der Schönbichlstraße aus keine Zufahrt zur Schule geplant ist, würden die Schüler zwangsläufig die Panoramastraße hinunterfahren – und dort werde es brenzlig, weil an der Einmündung zur Mühlfelder Straße weder Zebrastreifen noch Ampel beabsichtigt seien.

Die kürzeste Variante wäre, dass die Gymnasiasten auf der falschen Straßenseite in Richtung Schule radeln. Das geht natürlich nicht. Also müssten sie erst die Straßenseite wechseln und dafür die Insel bei der Einmündung Summerstraße nutzen – und die liegt genau in der entgegengesetzten Richtung. „Das macht kein Schüler“, prophezeite Bader und sah die Jugendlichen bereits ohne zu schauen über die Straße stürzen oder auf der falschen Straßenseite die Mühlfelder Straße hinaufradeln. Er forderte „eine Lösung des Problems“.

„Wir haben das hinreichend diskutiert“, betonte Bürgermeister Christian Schiller. Denn der Bereich der Straße sei an dieser Stelle weder für eine Insel noch für eine Ampel oder einen Zebrastreifen breit genug. „Die Gemeinde müsste Grund hinzukaufen, und der ist in privater Hand und unverkäuflich“, sagte Schiller. Alexander Keim (FDP) brachte eine mögliche Enteignung ins Gespräch. Der Bürgermeister winkte ab: „Für kommunale Bauvorhaben ist eine Enteignung nicht möglich.“ Eine Entschärfung der Gefahrenstelle sah er durch den Erlass von Tempo 30 auf der Staatsstraße, und zwar ungefähr bis zur Summerstraße. Das müsse noch mit der anordnenden Behörde, dem Landratsamt Starnberg, geklärt werden.

Im Sommer 2021 sollen die Baumaßnahmen beginnen, die auch einen breiteren und längeren Radweg bis zum Kreisel beinhalten.

Michèle Kirner

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