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Künstler-Ehepaar: Kathrin und Sudhir Kamal haben die Indien-Ausstellung organisiert.

Ausstellungen und Vorträge

Indien zu Gast im Kurparkschlösschen

Schusslöcher im Gegensatz zu blühenden, aus dem Holz wachsenden Lilien; der meditierende Mönch neben dem Smartphone oder das Quadrat, das auf geschwungene Linien trifft – an diesem Wochenende ist im Kurparkschlösschen Indien zu Gast.

Herrsching– Die Idee hatte Sudhir Kamal (40), der mit seiner Frau Kathrin Kamal (31) seit 2013 in Herrsching lebt. Der Inder möchte den Menschen über Skulpturen, Gemälde, Klangerlebnisse oder Fotos fremd Anmutendes näher bringen. Begonnen hatte alles mit der Partnerschaft zwischen Herrsching und Chatra bei Mumbai. Eine Verbindung, die die Herrschingerin Kathrin Kamal nach ihrem Abitur zur Indienreise und später zu einem Semester Kunststudium in einem Dorf bei Kalkutta motivierte. Dort lernte sie ihren Mann, aber auch die ehemalige britische Kolonie kennen und lieben.

Die Bilder der Kunstpädagogin und Künstlerin sprechen die Sprache fremder Welt, die ineinandergreifen und gleichzeitig aufeinanderprallen – das Gemälde „In-Between“ etwa, in dem zwei graue Blöcke in schwungvoll gepinselten Gelb- und Rottönen aufgehen.

Sudhir Kamal ist ebenfalls Kunstpädagoge und Bildhauer. Seine Werke sind vom festen Glauben an den Frieden inspiriert. Aufgewachsen nur zehn Kilometer von der pakistanischen Grenze, war die kriegerische Auseinandersetzung Teil seiner Kindheit. Für ihn prägend sei der Tag gewesen, als sein Vater ihm die Einschusslöcher an der Wand der Grundschule an der pakistanischen Grenze zeigte – und ihn dazu bewegte, in seinen Skulpturen den Krieg und die Hoffnung auf Frieden darzustellen. Der Stein hat in seinen Werken eine besondere Bedeutung, denn dieser sei die einzige Waffe des kleinen Mannes – ein Hilferuf, wenn seine Bedürfnisse im politischen Getöse untergehen.

In der Ausstellung ist auch der Künstler Josep Rodes vertreten. Er schuf mit Kugelschreiber eindrucksvolle Impressionen über das Leben in Varanasi am Ganges. Der Vierte im Bunde ist der Inder Arjinder Kumar, der den Überfluss an Informationen und Müll, aber auch die vielen Menschen auf einem Fleck in abstrakte, aussagestarke Bilder packte.

Die Ausstellung ist der Rahmen für weitere Veranstaltungen am Wochenende: Der Diavortrag „Meine Indienreise in 108 Bildern“ von Miriam Stannecker, der Auftritt der Band „Away from Home“, die Ausstellung über die Städte- und Schulpartnerschaft Herrsching-Chatra der Indienhilfe und die Druckwerkstatt für Kinder ab acht Jahren. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. Mehr unter www.indienhilfe-herrsching.de/node/387. 

Von Michéle Kirner

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