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Werbung für Mahlzeiten-Patenschaften: Kreisbeauftragter Florian Bartl (r.) und Martin Feda (l.) von den Maltesern überbrachten den Gutschein für zehn Bedürftige an Julia Schmidbauer und Bürgermeister Christian Schiller (2.v.r.). Die beiden kümmern sich darum, dass die Spende dort landet, wo sie wirklich nötig ist. 

Malteser helfen

Eine Patenschaft gegen die größte Not

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Herrsching – Immer mehr Senioren kommen mit ihrer Rente nicht über die Runden und sind von Altersarmut betroffen. Um das zu ändern, machen die Malteser jetzt, beginnend in der Gemeinde Herrsching, auf ihr soziales Projekt Mahlzeiten-Patenschaften aufmerksam und schenken zehn bedürftigen Bürgern jeden Tag ein kostenloses Mittagsmenü für den Zeitraum von einem Jahr.

„Eine tolle Sache“, freute sich Bürgermeister Christian Schiller, der den Gutschein zusammen mit der neuen Abteilungsleiterin für Soziales in Herrsching, Julia Schmidbauer, in Empfang nahm.

„Bereits seit neun Jahren versorgen wir mit unseren Mahlzeiten-Patenschaften bedürftige Senioren kostenlos jeden Tag mit einem Mittagsmenü“, erklärt Florian Bartl, Beauftragter der Kreisgliederung Weilheim-Starnberg, zusammen mit Martin Feda, stellvertretender Bezirksgeschäftsführer der Malteser im Bezirk München. Die finanziellen Mittel speisen sich aus Spenden von Unternehmen oder Privatpersonen. Eine Patenschaft im Wert von 800 Euro sichert einer bedürftigen Person ein Jahr lang eine warme Mahlzeit, weiß Schiller.

Bedürftigkeit oder Altersarmut kann sich aufgrund einer Krankheit oder Behinderung über Jahre hinweg entwickeln und wie aus heiterem Himmel über die Betroffenen hereinbrechen. Julia Schmidbauer, die in Herrsching als Gemeindejugendpflegerin schon bekannt war und seit dem 1. März die neue Abteilung Soziales im Rathaus leitet, weiß von einer Reihe Bedürftiger in der Ammerseegemeinde. Etwa 125 alleinstehende Personen gibt es, die für eine dieser zehn Patenschaften in Frage kommen. In Zusammenarbeit mit der Herrschinger Insel und dem Hilfsdienst ist sie zurzeit dabei, die Gutscheine besonders Bedürftigen zukommen zu lassen. Die Betroffenen erhalten dann einmal wöchentlich ein Mahlzeiten-Paket der Firma Hofmann-Menü, die die Malteser rund um München mit ihren Menüsystemen bedient, wenn ein täglicher Dienst keinen Sinn macht. „In München wird täglich geliefert. Im Umland wurde aber die Erfahrung gemacht, dass das Essen kalt ist, wenn es ankommt“, erklärt Julia Schmidbauer. Darum gebe es Wochenpakete mit Tiefkühl-Menüs, die in der Mikrowelle oder im Backofen warm gemacht werden können.

Zehn Mahlzeiten-Patenschaften für zehn Bedürftige gibt es bereits. Eine Mahlzeiten-Patenschaft beantragen kann aber grundsätzlich jeder, der über 75 Jahre alt oder aufgrund von Krankheit oder Behinderung beeinträchtigt ist und eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt: Der Antragsteller bezieht Sozialhilfe oder Grundsicherung, hat einen Berechtigungsschein der Tafel oder eine Sozialcard. Oder nach Abzug der Miete bleiben weniger als 550 Euro monatlich zum Leben.

„Wir würden uns auch sehr über Menschen oder Firmen freuen, die gerne für dieses tolle Projekt spenden möchten. Es ist auch gute Tradition, Spenden für solche Mahlzeiten-Patenschaften ortsnah einzusetzen“, sagt Bartl. Genauere Informationen zu den Maltesern, auch Informationen für Interessenten, die eine Mahlzeiten-Patenschaft beantragen möchten, gibt es unter Telefon (08 81) 92 58 49 60 oder auf der Homepage www.malteser-weilheim.de sowie unter www.mahlzeitenpatenschaften.de.

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