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Die Bauarbeiten in Wartaweil laufen weiter. Hier ein Foto von gestern Mittag. Derweil waren zahlreiche Telekomkunden seit vergangener Woche ohne Telefon und Internetanschluss.

Glasfaser-Ausbau

Wartaweil: Kein Anschluss an diesem Ufer

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Wartaweil – Eigentlich ist es eine gute Nachricht: Wartaweil bekommt endlich richtig schnelles Internet. Gerade werden im Auftrag der Deutschen Telekom Glasfaserleitungen verlegt.

Doch wie so oft: Wo gehobelt wird, fallen Späne. Profi-Fotograf Jörg Reuther ist einiges gewöhnt, schließlich kommt er für seine Reisereportagen viel in der Welt herum. Aber mittlerweile liegen bei ihm die Nerven blank: „Ich habe seit Dienstag, 2. Februar, weder Internet noch Telefon“, sagt er.

Immer wieder hat er nachgefragt. Immer wieder bekam er die Antwort, dass es im Zuge der Bauarbeiten zu Versorgungslücken kommen könne. Wobei sich die Nachrichtenlage immer mal wieder ändert. So wurde Reuther nach eigener Aussage zunächst mitgeteilt, dass er zwar unter den Bauarbeiten leiden dürfte, aber nicht in den Genuss der dann schnelleren Internetleitung komme. „Dabei brauche ich die dringend. Derzeit habe ich einen Anschluss mit 2 Megabit pro Sekunde. Angesichts der großen Datenmengen, die ich tagtäglich versenden muss, ist das nichts.“ Überraschend klingelte dann am Montag ein Mitarbeiter der Telekom an seiner Tür. „Der Mann erzählte mir dann, dass ich doch einen Anschluss mit 30 Megabit pro Sekunde bekommen kann“, berichtet Reuther. Allerdings habe ihm der Telekom-Mitarbeiter auch nicht sagen können, wie lange Reuther noch ohne Internet auskommen muss. Und damit auch ohne Telefon.

Das ist eine der Sachen, die den Fotografen am meisten ärgert: „Immer wieder hat die Telekom darauf gedrängt, dass ich vom normalen Telefonanschluss auf das so genannte Voice over IP (VoIP) umgestelle“, erinnert sich der Wartaweiler.

VoIP bedeutet, dass Telefongespräche über die Internetleitung geführt werden – vergleichbar mit dem Internetdienst Skype. Seit Jahren drängt die Telekom ihre Kunden, auf diese neue Form des Anschlusses umzustellen. Das Problem dabei ist: Fällt wie im Fall von Jörg Reuther die Internetleitung aus, kann auch nicht telefoniert werden. „Meine Nachbarn, die noch einen analogen Telefonanschluss haben, waren zumindest telefonisch erreichbar“, ärgert sich der Fotograf.

Und was sagt die Telekom dazu? 24 Stunden lang blieb unsere Anfrage unbeantwortet. Erst auf erneute Nachfrage wurde gestern mitgeteilt, dass der Sachverhalt mittlerweile geklärt sei: „Wir haben dafür Sorge getragen, dass dem Kunden keine zusätzlichen Kosten entstanden sind und er bekommt den Nutzungsausfall gutgeschrieben.“

Jörg Reuther bestätigt das. Obwohl man ihm mehrfach gesagt hatte, dass bis Freitag nicht mit einer funktionierenden Internetleitung zu rechnen sei, kam gestern ein Techniker. Bastelte ein bisschen – und dann lief alles. Demnächst sogar superschnell.

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