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Immer wieder wurden rücksichtslos Anhänger wie dieser einfach auf der Wiese geparkt.

Wassersport

Die einzige Einlassstelle ist ab sofort tabu

Rücksichtsloses Verhalten führt dazu, dass die einzige frei zugängliche Slipanlage am Ostufer des Ammersees gesperrt wird

Herrsching – In Herrsching befindet sich die einzige öffentlich zugängliche Bootseinlassstelle am gesamten Ostufer. Demnächst ist diese für andere Privatleute als Mitglieder des Segelclubs gesperrt. Der Grund dafür ist traurig.

Es sind die Menschen, die rücksichtslos mit fremden Eigentum umgehen. In diesem Fall geht es um die Wildblumenwiese der Gemeinde. Während die einen ihr Motorboot vorsichtig über die Rampe manövrieren und die Wege neben dem akademischen Segelclub dazu benutzen, gibt es andere, die weder ihr Fahrzeug später vorbildlich am Rand der Rieder Straße abstellen, noch Rücksicht auf Radfahrer und Wiese nehmen.

Immer wieder werden Bootsanhänger mitten auf der Grasfläche abgestellt, die aufgrund der Häufigkeit zum Teil nur noch aus staubiger, brauner Erde besteht. „Teilweise fahren die quer über die Wiese“, ärgert sich Bürgermeister Christian Schiller. Es sei wie so oft: Ein paar Menschen fallen durch dreistes Verhalten auf und viele werden dafür bestraft.

Eigentlich sollte entlang der Rieder Straße ein Insektenparadies mit Wildblumen entstehen. Die Wasserfahrzeuge sollten über den daran vorbeiführenden geteerten Weg ins Wasser gelangen. Dieser scheint dem ein oder anderen Wassersportler aber nicht auszureichen, und so wird bei der Aktion regelmäßig die angepflanzte Blumenwiese platt gewalzt. Außerdem seien Radler gefährdet, wenn die Boote abends rückwärts in Richtung Kiesrampe gesteuert würden. Schiller habe das bedauerlicherweise immer wieder beobachten müssen. Damit nicht genug, sei es auch schon vorgekommen, dass Wassersportler die beiden Pfosten entfernen, die den Radweg von der Einfahrt abgrenzen. Damit verschaffen sie sich mehr Raum, um ihr ausladendes Boot ins Wasser zu lassen. Die Pfosten landen dann einfach in der Wiese, auf der eigentlich Wildblumen wachsen sollen. So auch der ein oder andere Anhänger. „Die stehen da manchmal zwei bis drei Tage“, weiß Schiller. Ab sofort steht die Bootseinlassstelle deshalb nur noch Berechtigten zur Verfügung.

Ursprünglich wollte die Gemeinde die Zufahrt mit einer Schranke regeln. Das funktioniert aber nicht, weil der Schlagbaum beim Aufgehen in die Krone der Weide greifen würde. Stattdessen werden in Kürze zwei Stempen den einzigen öffentlichen See-Einlass am Ostufer versperren. „Wir haben immer toleriert, dass die Leute ihre Boote hier reinlassen. In den vergangenen zwei Jahren hat das unverschämte Verhalten einiger Bootsbesitzer aber so zugenommen, dass wir reagieren müssen“, sagt Schiller. Die Wiese und das Wurzelwerk der Weide seien schwer beschädigt. 

„Wir sind nicht verpflichtet, einen Bootseinlass zu stellen“, betont der Bürgermeister. Die Vereins-Fischer und -Segler, die Feuerwehr und die Aussteller, die an der Promenade ihre Stände aufbauen, könnten weiterhin hineinfahren. „Wer den Pfosten widerrechtlich rausnimmt, muss mit einer Strafe rechnen.“ Viele der Boote seien nicht billig. Diese Eigentümer könnten sich sicher den Einlass bei einem gewerblichen Anbieter leisten, meint Schiller. Natürlich gebe es auch andere, die müssten sich dann bei den rücksichtslosen Bootsbesitzern bedanken.

von Michèle Kirner

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