Spatenstich zum Bau der neuen Dreifachturnhalle an der Realschule Herrsching
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Endlich geht es los: Uli Sommersberger (v.l.), Ulrich Köbberling, Elektroplaner Andreas Haustein, Andrea Sommersberger, Rita Menzel-Stuck, Herrschings Bürgermeister Christian Schiller, Verbandsvorsitzender Manfred Walter, Georg Scheitz und Verbandsgeschäftsführer Stefan Amon setzten zum ersten Spatenstich an.

Feierlicher Spatenstich zum Baubeginn der Dreifachturnhalle der Realschule

Ende sportlicher Durststrecke in Sicht

  • vonAndrea Gräpel
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Die Zeiten, in denen die Herrschinger Realschüler zum Sportunterricht ausweichen müssen, sind bald vorbei. Am Mittwoch war der Spatenstich für eine neue Dreifachturnhalle.

Herrsching – Gerne hätte Rita Menzel-Stuck ihren Abschied aus dem Schuldienst zeitgleich mit der Einweihung der neuen Dreifachturnhalle gefeiert. Ein Problem mit der Versickerung hat der Leiterin der Realschule Herrsching dabei aber ebenso einen Streich gespielt wie dem Zweckverband: Der ursprünglich für Mai 2020 geplante Baubeginn musste verschoben werden. Eineinhalb Jahre werden die Arbeiten wohl in Anspruch nehmen, die Schulleiterin geht bereits zum Ende des nächsten Schuljahres in den wohlverdienten Ruhestand. Trotzdem kürte Rita Menzel-Stuck den Mittwoch zu einem Tag der Freude. Denn gestern endlich durfte sie gemeinsam mit Planern und Vertretern von Zweckverband, Kreis und Gemeinde Schaufeln in die Hand nehmen und zum ersten Spatenstich ansetzen. Mehr als fünf Jahre haben Zweckverband, Schule und Gemeinde an der Idee gefeilt.

Verband übernimmt ein Drittel der Kosten

„Lang hat’s gedauert“, sagte entsprechend Gilchings Bürgermeister Manfred Walter, der dem Zweckverband weiterführende Schulen im westlichen Landkreis vorsitzt. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, eine Dreifachturnhalle zu bauen. Die Schülerzahl der Realschule unterschreitet in geringem Maße zwar die Notwendigkeit, „aber die Schule wird weiter wachsen“. Walter hat daran keinen Zweifel. Die Vertreter der sieben Verbandsgemeinden auch nicht. Einstimmig hatten sie dafür gestimmt, in dem Fall die nicht förderfähige dritte Halle komplett selbst zu finanzieren. Die übrigen zwei Drittel der Gesamtkosten von rund 10 Millionen Euro werden vom Freistaat zu 35 Prozent bezuschusst. Was übrig bleibt, übernimmt der Landkreis zu 90 Prozent und der Verband mit den sieben Mitgliedsgemeinden zu zehn Prozent.

„Herrsching ist uns was wert“, merkte auch Georg Scheitz stolz an. Der Andechser Bürgermeister vertritt zwar auch eine Mitgliedsgemeinde, nahm den Spaten am Mittwoch aber als Stellvertreter des Landrats in die Hand. Er war beeindruckt, wie schnell die alte Eineinhalbfach-Turnhalle abgerissen war, um Platz für den Neubau zu machen. Ein Anbau an die erst 20 Jahre alte Halle war zwar geprüft worden, hätte jedoch keine Ersparnis gebracht (wir berichteten).

Das Ausweichen hat ein Ende

Die alte Halle war schon lange viel zu klein für die Schule, die gerade erst erweitert wurde. „Die neue Halle macht unsere Schule komplett“, freute sich Rita Menzel-Stuck. Viele Jahre bereits mussten ihre Schüler nach Hechendorf und in die Christian-Morgenstern-Mittelschule ausweichen. „Die Fahrzeiten kosteten viel Sportzeit“, wusste sie. Ein für sie unhaltbarer Zustand, den sie nie müde wurde, sowohl den Zweckverbandsräten als auch dem Gemeinderat Herrsching vor Augen zu führen. Mit Erfolg. Sie hätte zwar noch viele Ideen mehr, aber zeigte sich nun sehr zufrieden, dass zumindest der Baubeginn noch in ihre Dienstzeit fällt. „Die Schule ist fantastisch, wir fühlen uns sehr wohl.“ Und die neue Halle mit Tribüne und mobiler Bühne könne künftig als Veranstaltungsort zum Beispiel auch für Zeugnisvergaben genutzt werden. Bislang habe dafür ins Haus der bayerischen Landwirtschaft ausgewichen werden müssen, erinnerte sie.

Die zukünftige Halle wird über das großräumige Foyer der Schule im Erdgeschoss betreten. Vom Foyer führt ein Flur zu den Umkleiden in der Turnhalle. Die einzelnen Hallenteile werden über Umkleiden und Flure, die gleichzeitig auch als Fluchtwege gedacht sind, erschlossen. Es wird einen großen Geräteraum geben, in dem ein abschließbarer Regieraum als Zentrale für die Bühnentechnik integriert ist.

Selbst Planer Ulrich Köbberling vom Büro Sommersberger war am Mittwoch voller Vorfreude: „Endlich verlassen wir den Zeichentisch und gehen in die reale Ausführung.“ Der Bitte von Scheitz, möglichst im Kostenrahmen zu bleiben, will er versuchen zu entsprechen. Alle gemeinsam hegen die Hoffnung, dass diese Halle auch länger als 20 Jahre stehen bleibt. Nach so vielen Jahren, die die Realschule mit Erweiterung und nun Turnhallen-Neubau Baustelle war, solle dies die letzte sein und damit der Abschluss der Gesamt-Erweiterungsmaßnahme. Darin waren sich alle Beteiligten einig, genauso wie sie einer Meinung darin sind, dass das Geld dafür „eine tolle Investition für die Zukunft ist“ (Scheitz).

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