In Fürstenfeldbruck wurden die Minisolaranlagen auch gesammelt bestellt, geliefert - und dann am Volksfestplatz abgeholt
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In Fürstenfeldbruck wurden die Minisolaranlagen auch gesammelt bestellt, geliefert - und dann am Volksfestplatz abgeholt

„Balkonkraftwerke“

Energiewende mit „Bürgerprojekt Solar“

  • vonAndrea Gräpel
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Auch mit 88 Jahren wird Wolfgang Schief nicht müde, Dinge anzustoßen. Gemeinsam mit seiner ehemaligen Ratskollegin Helga Tatzl, mit der Herrschinger Agenda-Pionierin Kerstin Bernecker sowie mit Christa Strasser aus Widdersberg hat der frühere Herrschinger SPD-Gemeinderat nun einen Antrag mit dem Titel „Bürgerprojekt Solar Herrsching“ auf den Weg gebracht.

Herrsching - Die Aktion soll darauf aufmerksam machen, dass schon kleine Solaranlagen der Energiewende dienlich sind, vor allem aber, dass sie für jeden erschwinglich auf kleinstem Raum einsetzbar seien. Anlagen wie diese werden auch „Balkonkraftwerke“ genannt.

Schief hat im Mai erstmals von solchen Anlagen gehört und sich sofort mit dem Vorstandsvorsitzenden der Energiegenossenschaft Fünfseenland, Gerd Mulert, in Verbindung gesetzt. Dieser hat die erste Bestellung in die Wege geleitet. Schief hofft, seine 600-Watt-Anlage noch im Juni installieren zu können. Begeistert von der Idee und der relativ einfachen Umsetzung, wollen Schief und seine Mitstreiterinnen, die Gemeinde dafür gewinnen, eine breite Öffentlichkeit auf diese kleinen Kraftwerke aufmerksam zu machen und Sammelbestellungen anzubieten, die finanzielle Vorteile brächte. Bei Mulert rannte Schief damit bereits offene Türen ein. Und Mulert sitzt für die Grünen im entscheidenden Gremium, im Gemeinderat.

Die Energiegenossenschaft wirbt schon lange für diese „Balkonkraftwerke“, die ohne Unterstützung bei der Montage und ohne Versandkosten mit 600 Watt und zwei Modulen knapp unter 1000 Euro kosten. Bei nur einem Modul ist es etwa die Hälfte. Zuletzt hatte Mulert im April in einem Beitrag des Bayerischen Fernsehens auf diese auch für Mieter rentable Anschaffung hingewiesen und darauf, dass die Gemeinde Herrsching die Anschaffung bereits aktuell mit 200 Euro bei einer 600-Watt-Anlage mit zwei Modulen fördert. Bei den folgenden Anfragen bei der Energiegenossenschaft verwies er auf die Möglichkeiten der Anschaffung – über den Elektriker, über die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, über das Internetportal www.machdeinenstrom.de und natürlich über die Energiegenossenschaft, so wie Schief.

Schiefs Recherchen im Vorfeld des Antrags hatten ergeben, dass die Möglichkeiten mit solchen Minianlagen vielfach nicht bekannt seien. „Eine Bewerbung ist dringend erforderlich“, findet er und schlägt vor, dass die Gemeinde Infofaltblätter bereithalten könnte. Als Gemeinde, die bei der Energiewende im Landkreis weiten hinten ansteht, stünde es ihr gut zu Gesicht, findet Schief. Bekanntlich will der Landkreis bis 2025 zu 100 Prozent auf erneuerbare Energie umgestiegen sein. In Herrsching seien es aktuell gerade ein mal 4,5 Prozent. Als Antragsteller liefert er auch gleich einen Vorschlag, es nämlich so zu machen, wie bei einem Bürgerprojekt in Fürstenfeldbruck, durch das bereits insgesamt 52 Anlagen durch zwei Sammelbestellungen ausgeliefert wurden – im Herrschinger Fall schlagen Schief und die Mitunterzeichnerinnen vor, dass die Gemeinde dies anstoße.

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