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„Ich habe nichts zu verlieren“: Tobias Wannenmacher freut sich auf seine neue Aufgabe als Bundesliga-Trainer beim HC Erlangen.

Handball

Erster Bundesligatrainer aus Herrsching

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Tobias Wannenmacher ist in der besten Handball-Liga der Welt angekommen. Seit Montag betreut der Herrschinger den Bundesligisten HC Erlangen – mit Wissen aus Oberbayern.

Herrsching– Sein Leben hätte auch ganz anders laufen können. So muss Tobias Wannenmacher gegen Mittag schnell aus dem Haus, um sämtliche Vorbereitungen für das Training in vier Stunden zu treffen. Es ist noch gar nicht so lange her, da wollte Herrschings Abteilungsleiter Uli Sigl den 38-jährigen Trainer von Franken an den Ammersee zurückholen. „So utopisch war das nicht“, findet Wannenmacher, der sich vor ungefähr zwei Jahrzehnten von Sigl verabschiedet hatte, um in die große Welt des Handballs aufzubrechen. „Aber der Weg zurück ist schwierig.“

Stattdessen führte ihn sein Weg nicht zurück, sondern ganz nach oben. Am Montag stellte ihn der HC Erlangen als Nachfolger für Trainer Robert Andersson vor. Wannenmacher trainiert nun den aktuellen Tabellen-13. der Bundesliga, zumindest bis der Club einen anderen Kandidaten findet. Vielleicht bleibt Wannenmacher aber auch im Amt, sollte es ihm gelingen, die an sich selbst zweifelnden Mittelfranken wieder flott zu machen.

Es ist seine zweite Chance, in Erlangen Handball auf höchstem Niveau zu betreiben. Als er einst dort ankam, um in der zweiten Liga Handball zu spielen, scheute er vor den Anforderungen und dem Aufwand zurück, sich dauerhaft in der Bundesliga mit den Besten zu messen. Inzwischen ist er reifer geworden. Er weiß, dass solche Angebote im Leben rar sind und man im richtigen Moment zugreifen muss. Daher zögerte er auch keinen Augenblick, als ihn die Verantwortlichen des Clubs am Freitag in ihre Pläne einweihten. „Entweder bist du davon überzeugt, oder du lässt es bleiben“, sagt er. Dieses Mal war er davon überzeugt, dass er es schaffen kann. „Ich habe nichts zu verlieren“, meint der ehemalige Junioren-Nationalspieler.

Der Herrschinger hat vorgesorgt. Seit zwei Jahren arbeitet er beim HCE als Nachwuchskoordinator und Trainer der U23. Seine Erfolge können sich sehen lassen. In der vergangenen Saison holte er mit seinem Team souverän die Meisterschaft in der Bayernliga. Von 26 Begegnungen entschied seine Mannschaft 25 für sich. Nach acht Spieltagen in der 3. Liga mischt der Aufsteiger schon wieder gut mit und ist derzeit Zweiter. Sollte er als Bundesliga-Coach abgelöst werden, übernimmt er wieder seinen angestammten Aufgabenbereich. Das haben ihm die Erlangener Verantwortlichen zugesichert.

Ein guter Trainer zu sein, liegt bei den Wannenmachers in den Genen. Vater Hans betreut noch heute die zweite Mannschaft des TSV Herrsching. Generationen von Jugendlichen gingen am Ammersee durch seine Hände. Sein Sohn hat sich damals einiges von ihm, aber auch von seinem Kollegen Jürgen Hoffmann abgeschaut. Vor allem die Leidenschaft für die Defensive übernahm Wannenmacher vom Gilchinger Handball-Professor. „Das hat mir in meiner Profikarriere sehr geholfen“, sagt er. Von seinen ehemaligen Mitstreitern spielt heute keiner mehr. Tassilo Hibler und Christian Chorherr beendeten nach der vergangenen Saison ihre Karriere beim TSV. Allerdings arbeitet mit Matthias Krehl ein Mitspieler aus der legendären Jugend-Spielgemeinschaft mit Gilching nun zusammen mit seinem Vater als Übungsleiter bei der Reserve. „Er ist einer, der Handball-Sachverstand hat“, so Wannenmacher über den Gymnasiallehrer.

Am Donnerstag betreut Tobias Wannenmacher erstmals den Bundesligisten – vor 8000 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle gegen die Füchse Berlin. Das ist eine andere Adresse als die Nikolaushalle in Herrsching. „Das ist Adrenalin pur“, sagt Wannenmacher. Er hätte nichts dagegen, wenn es so bliebe.

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