Um die Vögel aus der Halle fern zu halten, hatte die Gemeinde zuletzt in die Verglasung der Rundbögen investiert. geld wurde auch für die Sanierung der öffentlichen Toiletten in der Halle in die Hand genommen.
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Um die Vögel aus der Halle fern zu halten, hatte die Gemeinde zuletzt in die Verglasung der Rundbögen investiert. geld wurde auch für die Sanierung der öffentlichen Toiletten in der Halle in die Hand genommen.

Bahnhof Herrsching

„Es ist soweit“

  • vonAndrea Gräpel
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Es ist normalerweise BGH-Gemeinderätin Christiane Gruber, die regelmäßig nachhakt, wie der Stand der Dinge ist mit dem Bahnhofsgebäude in Herrsching. Weil sie in der Sitzung am Montagabend fehlte, übernahm Fraktionskollege Leo Gruber ihre Rolle – und durfte sich freuen. Bürgermeister Christian Schiller gab bekannt, dass der Freistellungsbescheid für das Bahnhofsgebäude nach fast zehn Jahren endlich vorliege. Lediglich ein südlicher Grundstücksstreifen bis hin zum Kienbach bleibe noch der Bahn vorbehalten.

Herrsching - „Es ist soweit.“ Schiller mochte es selbst kaum glauben. Anfang vergangenen Jahres hatte er die Verhandlungen um den Bahnhof noch einen „Zirkus hoch drei“ genannt. Auch damals hatte Christiane Gruber nachgehakt, denn schon 2010 hatte der Kulturverein ein erstes Nutzungskonzept für das Gebäude entworfen, in das in Anbetracht nur weniger Veranstaltungsräume in der Ammerseegemeinde viel Hoffnung gelegt wird.

Seit 2008 befindet sich das Bahnhofsgebäude im Eigentum der Gemeinde. Es war eine von Schillers ersten Amtshandlungen, als er am Vor-Ort-Termin des Verwaltungsgerichts damals teilnahm. Denn die Bahn hatte das Gebäude 2006 verkauft, ohne das Vorkaufsrecht der Gemeinde zu berücksichtigen. Dies klagte sie sich erfolgreich zurück. Und seitdem gibt es Wünsche über die künftige Nutzung, vorerst allerdings eingefroren, weil die Bahn Gebäude und Anlage nicht freistellte. Schon der barrierefreie Ausbau hatte der Gemeinde einen langen Atem abverlangt, ehe er 2014 abgeschlossen werden konnte. Auch in diesem Fall waren es fast zehn Jahre, die die Gemeinde darauf hatte warten müssen.

2010 schätzte Schiller die Sanierungskosten noch auf mehrere 100 000 Euro. In der Sitzung am Montag dämpfte er alle Erwartungen, die mit der Nachricht neu aufflammten. Gemeinsam mit der Verwaltung will er den Bauausschuss einladen, „die alte Burg gemeinsam anzusehen“. Dann werde allen schnell deutlich: „Mittlerweile sind wir in einem siebenstelligen Bereich.“ Damit wurde die Freude, dass die Entwidmung endlich vollzogen ist, ein bisschen getrübt. Mittelfristig sei es finanziell jedenfalls nicht möglich. Es sei denn, sagte Schiller, als der Starnberger Merkur noch mal nachfragte, es finde sich jemand, der sich um das Projekt kümmern wollte.  grä

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