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Bürgermeister Christian Schiller trug alle Fakten zusammen, um darzustellen, dass die von ihm errechneten Ausmaße der Event-Arena und der Umgebung nicht auf die gemeindeeigenen Grundstück oberhalb der Goethestraße passen.

Eventhalle

Arena-Traum von Fakten erschlagen

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In der Diskussion um eine Event-Arena in Herrsching präsentierte Bürgermeister Christian Schiller dem Gemeinderat am Montagabend Zahlen und Fakten und versicherte: „Flächen dafür sind nicht verfügbar.“ Die Enttäuschung über ein Aus dieser Idee bleibt dennoch groß.

Herrsching – Wer lässt sich schon gerne Lügen strafen? Herrschings Bürgermeister Christian Schiller nicht. CSU-Gemeinderat Willi Welte hatte in einer Delegiertenversammlung des TSV gesagt, es gebe genug gemeindeeigene Flächen für eine Event-Arena (wir berichteten). Am Montag wiederholte er, dass eine Realisierung allein daran scheitere, dass Schiller das Projekt ablehne.

Der Bürgermeister hatte gleich eingangs seiner Präsentation versichert, dass er Arbeit und Leistung der Volleyballer zu schätzen wisse. Würde ihm die Abteilung Flächen präsentieren, könne sie seiner Unterstützung sicher sein. Schiller blieb aber dabei: „Auf den vorhandenen gemeindeeigenen Flächen ist dieses Projekt nicht möglich.“

„Ich bin der Meinung, du willst die Halle nicht“

Er hatte viele Punkte aufgezählt, die unberücksichtigt geblieben, für die Planung aber notwendig seien, etwa Feuerwehrzufahrten, Begleitgrün, nötige Abstandsflächen, Zuwege und dergleichen mehr. Der von der Volleyballabteilung und Welte berechneten Fläche für Halle, Parken und eine Dreifachturnhalle von 14 000 Quadratmetern stellte er die Berechnungen der Gemeinde gegenüber, die auf mindestens 20 000 Quadratmeter Flächenverbrauch kommt.

Die Planung der Volleyballer ist viel zu klein dimensioniert, sagt Bürgermeister Christian Schiller.

Die zusammenhängende gemeindeeigene Fläche ist aber nur 14 699 Quadratmeter groß. Allein die vorgeschlagene Halle für 2500 Zuschauer würde mit den Maßen von 70 auf 72 Metern nicht drauf passen. Schillers Fazit: nicht machbar. Forderungen des Profisports gehörten außerdem nicht zu den Pflichtaufgaben einer Gemeinde. Die Grundstücke aber dienten der Erfüllung von Pflichtaufgaben. „Und ich bin der Meinung, du willst die Halle nicht. Dann ist das halt so“, entgegnete Welte.

Dass es Welte gewesen sei, der dem Vorschlag, sich mit allen Grundeigentümern noch einmal zusammenzusetzen, im Juni vergangenen Jahres nicht zugestimmt und damit eine Mehrheit auf seine Seite gezogen habe, wollte Schiller in diesem Zusammenhang nicht mehr geheim halten. Bevor die beiden Streithähne aber weitere Inhalte der damals nichtöffentlichen Diskussion verrieten, stellte Anke Rasmussen (Grüne) einen Antrag zur Geschäftsordnung, nämlich „diese Dinge, die nur nichtöffentlich besprochen wurden, nichtöffentlich bleiben“ zu lassen. 

Verärgert betonte sie zudem, dass Entscheidungen zwar vom Bürgermeister vorbereitet würden, „aber nach unserem Gewissen entschieden wird und nicht nach dem, was vom Bürgermeister vorliegt“. Rasmussen erinnerte damit an die mehrheitliche Entscheidung dieser denkwürdigen Juni-Sitzung, als das Hallenprojekt seitens der Gemeinde bereits ad acta gelegt worden war. Und sie betonte, dass die Diskussionen damals nicht allein auf die Flächen bezogen worden seien, sondern auf alle Faktoren, zum Beispiel auch darauf, ob der Ort eine Event-Arena wolle und verkraften könne.

Zahl der Stellplätze von 500 auf 1000 verdoppelt

Jens Waltermann (FDP) hatte dieser Diskussion im vergangenen Jahr nicht beigewohnt. Er ist erst vor wenigen Wochen als Gemeinderat vereidigt worden. Er hätte das Vorhaben aber wohl unterstützt und sich gewünscht, sich mit der Entscheidung Zeit zu lassen, sagte er. „Wir müssen uns klarmachen, was dies auf längere Sicht bedeutet.“ Dass die Diskussion nun auf die Fläche reduziert werde, fand er schade.

Bitter enttäuscht war Volleyball-Trainer Max Hauser, dem nach der Gegenüberstellung seiner damaligen Präsentation mit den Zahlen und Fakten der Gemeinde das Wort erteilt wurde. Bei der Berechnung sei die Zahl der Stellplätze von 500 auf 1000 „einfach verdoppelt“ worden, ärgerte er sich. Wobei Schiller darauf verwies, dass dies der Stellplatzordnung geschuldet sei. Hauser nannte dies unfair, denn die Größe des Parkhauses aus seiner Präsentation hätte sich damit verdoppelt und würde sogar größer als die Halle selbst. Zudem sei eine Schulturnhalle sehr wohl Bestandteil seiner Präsentation gewesen. Diese war nur wenigen im Gedächtnis geblieben, weil sie bei der Flächenplanung damals nicht berücksichtigt wurde. „Der Spieß wird einfach umgedreht“, sagte Hauser resigniert.

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