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Könnten wohl besser aufeinander abgestimmt sein: Die Linien 951 (von und nach Starnberg) und die Linie 921 (von und nach Inning). 

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Feinabstimmung in Arbeit

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Fahrplanänderungen für das Bus-Westbündel in Herrsching sorgen für viel Freude, aber auch einige Beschwerden.

Herrsching – Es gibt Schwachstellen, aber die Neuorganisation des so genannten Westbündels im Personennahverkehr sowie ihre Umsetzung sei insgesamt auf sehr positive Resonanz gestoßen, freut sich Herrschings BGH-Gemeinderätin Anke Strobl. Die Breitbrunnerin kümmert sich nicht nur um die Jugendarbeit, sondern auch um das Thema ÖPNV. Seit dem Fahrplanwechsel und der Einführung des flächendeckenden Stundentaktes gebe es viel Lob, „aber natürlich kann man immer noch mehr verbessern“.

Einer, dem der Fahrplan so gar nicht passt, ist Dr. Peter Grassmann. Ein Bus-Benutzer auf der Strecke Richtung Breitbrunn und Inning, die Linie 921. Er hatte sich auf einen 30-Minuten-Takt gefreut, der angekündigt worden war. Der Bus fährt jedoch tagsüber abwechselnd in 20- und 40-minütigem Abstand. Und dass die stündlich angebotene Fahrt von Stegen den Fahrgästen an der Endstation nur zwei Minuten Zeit lasse, um die S-Bahn zu erreichen, hält Grassmann für „weltfremd“. In einem Schreiben an Landrat Karl Roth wünschte sich Grassmann, dass Bürgermeister öfter den Bus nutzen sollten. „Für uns als Bürger sind Landrat und Bürgermeister besonders wichtige Vermittler und Kämpfer für die Bürgerinteressen“, so der Herrschinger.

Im Herrschinger Gemeinderat gibt es deshalb mit Anke Strobl eine Beauftragte dafür. „Ich bin selber ein paar Mal gefahren“, sagt sie. Wie auch ihr Sohn, der seine Erfahrungen natürlich der Mutter mitteilt. In der jüngsten Ortsteilversammlung in Breitbrunn wurde bedauert, dass bei der stündlichen Verbindung nach Stegen der Bushalt am Bucher Weg wegfällt. Für Anwohner von Seeleite und Neubruch ist die Busfahrt wegen des um zwei Kilometer weiteren Weges zur nächsten Haltestelle Obstgarten ziemlich unattraktiv. „Es besteht der dringende Wunsch, die Haltestelle Bucher Weg immer anzufahren“, so Anke Strobl. Auch sie habe festgestellt, dass ein direkter Anschluss an die S-Bahn eigentlich nicht gegeben sei. Denn zum einen sei die Zeit von Haus aus zu kurz, weshalb der Bus aus Weßling häufig erst ankomme, wenn die S-Bahn schon weg sei. Zum anderen passiere es in Zeiten mit geringem Fahrgastaufkommen, „dass der Bus die Haltestelle bis zu drei Minuten zu früh verlässt“. Mehrfach sei dies an den Haltestellen Obstgarten und Neue Siedlung passiert. Verbesserungswürdig erscheint Anke Strobl auch der Anschluss von und nach Starnberg. Die Linien 951 und 921 seien bislang schlecht aufeinander abgestimmt. Einzig die Widdersberger könnten sich freuen. „Die Einwohner des Ortsteils Widdersberg sind mehr als zufrieden mit der Fahrtfrequenz und der Anbindung am Wochenende“, freut sich damit auch die Gemeinderätin.

Unterm Strich zieht Anke Strobl eine positive Bilanz seit dem Fahrplanwechsel: „Die Neuordnung der Buslinien schafft mittlerweile ein richtiges Busnetz – die Neuausschreibung und -vergabe des Westbündels hat in Herrsching und den Ortsteilen eine deutliche Taktverdichtung mit sich gebracht.“ Die Möglichkeiten, verschiedene Busse und die S-Bahn zu kombinieren, seien immens. Allerdings empfiehlt sie die mvv-app zur Recherche dieser Möglichkeiten. Und weil sie im engen Kontakt mit dem für den MVV zuständigen Landratsamt ist, weiß sie, dass für den Rest auf Anregung vieler Nutzer Feinabstimmungen in der Taktung vorgesehen beziehungsweise schon in Arbeit seien.

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