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Das Haus der Freiwilligen Feuerwehr Herrsching.

Feuerwehr Herrsching

Einsatzrekord im 143. Jahr

Rekordjahr bei der Herrschinger Feuerwehr: So viele Einsätze wie nie in der 143-jährigen Geschichte mussten die Ehrenamtlichen 2016 meistern. Am stärksten gefordert waren die Einsatzkräfte durch Wasser.

Herrsching – „Wir retten Herrsching“ steht auf dem Jahresbericht der Freiwilligen Feuerwehr, und es ist keine Übertreibung: Mit 619 Einsätzen hatten die mehr als 50 Aktiven im vorigen Jahr so viel zu tun wie noch nie. Schwere Unglücke sind zum Glück auch in Herrsching selten, doch retten die Feuerwehrler in der Tat viele – wenn sich mit dem First Responder bei medizinischen Notfällen als erste eintreffen und helfen, bis der Arzt kommt. Die Gemeinde würdigt das: Bürgermeister Christian Schiller weiß, dass es nicht das letzte Rekordjahr gewesen sein wird.

Unterstützung der Gemeinde: „Das sucht Seinesgleichen“

Von den 619 Einsätzen entfielen 397 auf den First Responder, den es seit 1999 gibt. Die speziell ausgebildeten Ehrenamtlichen sind wegen der Nähe schneller am Einsatzort als Notarzt und Rettungswagen, die bisweilen eine weitere Anfahrt haben. Kommandant Daniel Pleyer rechnet mit weiter steigenden Zahlen. 222 reine Feuerwehreinsätze weist die Statistik aus, darunter 42 Brände und 177 technische Hilfeleistungen – viele davon Ende Juli, als Starkregen Teile Herrschings unter Wasser setzte. 200 Helfer aus Herrsching, Breitbrunn und vom THW waren drei Tage im Dauereinsatz. 15 627 Stunden waren die 70 aktiven Mitglieder, darunter 19 in der Jugend, im Einsatz, bei Übungen oder im Arbeitsdienst. Das ergebe einen rechnerischen Wert von mehr als einer Million Euro an Lohnkosten, sagte Pleyer bei der Jahresversammlung am Samstagabend.

Was hingegen fehle, seien hohe Eintrittszahlen – die Wehr konnte ihren Personalstand gerade so halten. Die Zahl der Aktiven allein besagt nicht viel: Viele Mitglieder arbeiteten auswärts, nicht immer sind alle einsatzbereit. „Über kurz oder lang muss auch über hauptamtliche Kräfte nachgedacht werden“, sagte der Kommandant in Richtung Bürgermeister. Die Gemeinde, lobten sowohl Pleyer als auch Vereinschef Michael Polednik, verhalte sich vorbildlich – bei der finanziellen Unterstützung ebenso wie bei der Vergabe von Wohnungen. „Das sucht Seinesgleichen“, betonte Polednik. Allerdings kann die Gemeinde nicht alles bezahlen: Der First Responder wird über Spenden finanziert. Die Herrschinger jedoch wissen um den Wert ihrer Wehr, wie Kassier Erkan Pinar hervorhob: Auch ohne Aufruf verzeichnete die Wehr ein hohes Spendenaufkommen. Der Dank der Wehr ging an alle Spender, an die Arbeitgeber für die Freistellungen, die Familien und viele andere.

Der Kommandowagen soll ersetzt werden

Der Bürgermeister lässt auf seine Wehr nichts kommen. „Ihr macht das nicht für euch, für den Bürgermeister oder den Gemeinderat, sondern für alle Herrschinger“, bedankte sich Schiller für die Einsatzbereitschaft. Insbesondere hob er die Arbeit des Kommandanten hervor, was die Gemeinde auch anerkenne – Pleyer ist Gemeindebediensteter. Die Kommune werde die Ausstattung der Wehr weiter verbessern: Für 2018 sind zwei Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge (HLF) geplant, die die 20 Jahre alten Löschfahrzeuge ersetzen sollen. Zudem soll der Kommandowagen ersetzt werden. Kosten: annähernd eine Million. Der Rathauschef sieht neue Aufgaben auf die Wehr zukommen: Da bei größeren Veranstaltungen vermehrt Sicherheitskonzepte für Amok- oder Terrorlagen nötig werden, bedeute das auch mehr Brandwachen, also Bereitschaftsdienste.

In Herrsching wird ein Grundproblem vieler Feuerwehren pragmatisch gelöst: die Wohnungsfrage. Die Aktiven brauchen bezahlbaren Wohnraum möglichst nah am Gerätehaus. Wird eine kommunale Wohnung frei, wird sie zuerst Bediensteten angeboten, dann Feuerwehrlern. Kreisbrandrat Markus Reichart begrüßte dieses System, denn häufig bildeten Wehren junge Leute aus, und mit Mitte 20 müssten sie wegziehen. Dieser Trend werde sich verstärken. Günstiger Wohnraum gehöre zu den Rahmenbedingungen, „die wir brauchen, um als Feuerwehr zu funktionieren“. In Herrsching funktioniert es.

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