Musterbeispiel eines fitten Feuerwehrlers: Michael Polednik, Vorsitzender des Kreisverbands.
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Musterbeispiel eines fitten Feuerwehrlers: Michael Polednik, Vorsitzender des Kreisverbands.

Feuerwehrchef ist Extremsportler

2020 war das Jahr des Laufens: Feuerwehrler starten sportliche Aktion an Silvester

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Michael Polednik ist heuer rund 1700 Kilometer gelaufen. Der 48-Jährige ist Extremsportler und Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands. Mit der Organisation des ersten Feuerwehr-Silvesterlaufs im Landkreis führt er nun seine Leidenschaften zusammen. Er will für ein Gemeinschaftserlebnis sorgen – auch wenn jeder für sich alleine läuft.

Landkreis – 2020 war auch das Jahr des Laufens. Um dem Lagerkoller zu entgehen, fingen sogar jene mit dem Joggen an, für die das nie in Frage gekommen war. Und Michael Polednik, der im Jahresschnitt auf 1100 Kilometer kommt, lief noch mehr als sonst. Seine Tracking-Uhr zeigt Ende Dezember rund 1700 Kilometer an.

Das Herz des Herrschingers schlägt einerseits für den Extremsport. Beim „Sparta Race“, eine Extrem-Hindernislauf-Reihe, geht er regelmäßig über seine Grenzen. Andererseits ist Polednik seit 1986 bei der Herrschinger Feuerwehr – und seit acht Jahren Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands. In dieser Funktion führt der 48-Jährige nun seine beiden Leidenschaften zusammen. Er hat den ersten Feuerwehr-Silvesterlauf im Kreis Starnberg organisiert.

„Die Lethargie kommt langsam in den Feuerwehren an“

„Feuerwehrler sollen sich ja generell fit halten“, sagt das Musterbeispiel namens Polednik. Aber das ist nicht der Hauptgrund, warum er die Aktion gestartet hat: „Die Lethargie kommt langsam in den Feuerwehren an. Wir sind dazu verdonnert, nichts zu tun.“ Polednik meint das brachliegende Vereinsleben – und dass mehr dazu gehört, als gemeinsam auf Einsätze zu fahren: Tage der offenen Tür, Grill- und Weinfeste. Im neuen Jahr würden Feuerwehr-Mitglieder normalerweise gemeinsam Christbäume einsammeln. Im Mai hätten 280 Gäste das 25-jährige Bestehen des Kreisfeuerwehrverbands feiern sollen. Das Jubiläumsfest in Andechs war bis ins Detail geplant, musste aber ausfallen. Wie so vieles. „Wir machen nur die Pflicht, nicht die Kür“, sagt Polednik. Der kostenlose Silvesterlauf solle „ein kleiner Farbtupfer in einer grauen Zeit“ sein.

Das Prinzip ist dem des Landkreislaufs im Oktober ähnlich: Jeder Teilnehmer läuft coronabedingt für sich alleine und schickt danach den Beweis per E-Mail an vorsitzender@kfv-starnberg.de. Das kann zum Beispiel der Screenshot einer Tracking-App sein. Wichtig sind Datum, Laufstrecke und Zeit. Polednik wertet die Infos dann aus und verschickt persönliche Urkunden. Ihren Lauf dürfen die Teilnehmer, wenn es ihnen besser passt, auch schon am heutigen Mittwoch absolvieren. Sie müssen sich aber zwischen fünf und zehn Kilometern entscheiden. Rund 30 Anmeldungen hat der Organisator schon, acht alleine von der Feuerwehr Maising.

2020: Das Jahr der virtuellen Läufe

Polednik macht seit Jahren bei Silvesterläufen mit, „eine schöne Tradition, man verabschiedet das alte Jahr“, findet er. Bei sieben oder acht virtuellen Läufen war er heuer dabei. Unterwegs war er meist in der Heimat rund um den Ammersee, die Kilometer und Zeiten zählten aber zum Beispiel beim Mittsommerlauf Duisburg. Die digitalen „bleiben nicht so im Gedächtnis wie Präsenz-Rennen“, sagt Polednik. Aber sie helfen ihm, sich zu verbessern („Wenn ich ziellos laufe, stagniere ich“). Und die virtuelle Welt ermöglicht, was im echten Leben nicht drin ist.

„An Silvester nehme ich an drei Läufen gleichzeitig teil“, sagt der Kreisfeuerwehrchef und meint neben seiner eigenen Aktion eine in Düsseldorf und einen Benefizlauf der Deutschen Palliativstiftung. 2020 ist eben auch das Jahr der virtuellen Läufe. Poledniks Wunsch für 2021: ein Silvesterlauf mit einem großen Teilnehmerfeld und einer echten, persönlichen Siegerehrung mit Pokalen.

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