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Die Kreuzung Seestraße/Zum Landungssteg wird vor allem an schönen Tagen von vielen Fußgängern und Radlern gequert. Eine rote Markierung machte lange Zeit darauf aufmerksam. Autofahrer waren gewarnt und fuhren langsamer. Mit den neuen Markierungen verschwand der rote Streifen, der nach Ansicht der Polizei Sicherheit nur vorgaukele. 

Verkehr

Ruf nach mehr Überwegen für Fußgänger

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Mit der Umsetzung des Verkehrskonzeptes an der See- und Summerstraße in Herrsching erwartet Bürgermeister Christian Schiller im Frühjahr den nächsten Aufschrei. Dann nämlich werden die Pflanztröge auf den neu schraffierten Flächen aufgestellt.

Herrsching – Mit der Umsetzung des Verkehrskonzeptes an der See- und Summerstraße in Herrsching erwartet Bürgermeister Christian Schiller im Frühjahr den nächsten Aufschrei. Dann nämlich werden die Pflanztröge auf den neu schraffierten Flächen aufgestellt. „Sie werden dann an mich denken, und manche werden wieder nur mich verfluchen“, orakelte er in der jüngsten Bürgerversammlung gegenüber seinen Zuhörern. Nicht direkt gegen seine Person richtete sich eine Kritik bereits bei dieser Gelegenheit.

Brigitte Brandl meldete sich zu Wort und drückte ihr Bedauern darüber aus, dass im Zuge der neuen Markierungen die seit Jahren rot eingefärbten Übergänge an den Einmündungen zur Rudolf-Hanauer-Straße und zur Straße Zum Landungssteg verschwunden sind. Die Herrschingerin wies darauf hin, dass man sich an diesen Übergang gewöhnt habe und dass die Überquerung für Fußgänger nun zur Gefahr geworden sei. „Ich fand sie recht sinnvoll und stimmig, jetzt finde ich es gefährlich“, sagte sie. Ihr sei aufgefallen, dass die Autos nun viel schneller führen.

Schiller traf die Kritik nicht unvorbereitet. Der Arbeitskreis Verkehr hätte sich genau mit diesem Thema bereits beschäftigt. „Aber wir müssen schauen, was wir dürfen und was wir machen können.“ Die Polizei, die im Arbeitskreis vertreten ist, habe darauf hingewiesen, dass der rote Streifen eine falsche Sicherheit vorgaukele, so wie es Zebrastreifen auch täten. Deshalb habe sich die Runde auf die Pflanztröge geeinigt, die auf den schraffierten Flächen platziert werden – zunächst probeweise. Das sei zulässig und habe sich bewährt, da Autos durch diese optische Verengung automatisch langsamer würden, sagte Schiller.

Da Herrschings Polizeichef Erich Schilling auch unter den Zuhörern weilte, übergab Schiller das Wort an ihn. Und dieser erklärte, dass Markierungen Fußgänger vor keinem Auto schützten, vor allem dann nicht, wenn sie so dicht an der Kreuzung aufgetragen seien, wie es in diesen beiden Fällen gewesen sei.

Dem stimmte auch Max Fey zu, der in dem konkreten Fall vor allem für Linksabbieger ein Problem erkannt hatte – gleichwohl hätten sich Zebrastreifen überall auf der Welt bewährt, merkte er an. Für ihn sei die generelle Einschätzung der Polizei deshalb nicht nachvollziehbar. Man müsste die Markierung an der Kreuzung nur weiter in die Einfahrtsstraßen verlegen. Schilling wollte nicht ausschließen, dass dies eine Lösung sei, und wollte sich darüber mit dem Verkehrsspezialisten seiner Inspektion, Reinhold Domes, unterhalten.

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