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Eine Studie sucht Potenzial für Freizeiträume rund um den Ammersee: Hans-Peter Sander (LAG Ammersee), Nevena Sreckovic (Assistentin der Studie), Echings Bürgermeister Siegfried Luge, Realschullehrerin Maria Wenger-Reinhard, Detlef Däke (Regionalmanager LAG Ammersee), Claudia Schreiber (Architektin und Stadtplanerin), Wolfgang Niemeyer (Landschaftsarchitekt) und Dr. Oswald Gasser (v.l.), Seefelds 3. Bürgermeister und Beauftragte r für das Leader-Engagement der Gemeinde.

Aktionsgruppe LAG Ammersee

Das Zauberwort  heißt „Umlenkung“

Die Aktionsgruppe (LAG) Ammersee sucht nach Lösungen gegen überfüllte „Hotspots“ an den Seen. 

Herrsching – Freizeitangebote in zweiter und dritter Seelage, mehr Rad- und Wanderwege oder gut gepflegte Parks: Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Ammersee lud zur Präsentation der Studie „Vernetzte Freizeiträume“ in die Realschule Herrsching ein. Das Interesse am Samstag war überschaubar. Schade, denn das Resultat konnte sich sehen lassen.

Die von Hans-Peter Sanders und der LAG angekündigte „nachhaltige, sanfte Entwicklung der Ammerseeregion“ hatten die Architekten Claudia Schreiber und Wolfgang Niemeyer in der Studie eindrucksvoll umgesetzt – unter Berücksichtigung der überbevölkerten Ufer. Im Vorfeld hatten Bürger und Politiker der 16 LAG-Gemeinden – darunter Seefeld, Herrsching, Dießen und Inning – ihre Köpfe zusammengesteckt und mögliche Lösungen für die heiß diskutierten Probleme ausgetüftelt. Die Studienersteller legten fünf Karten übereinander, auf denen Lebens- und Freizeiträume, „ökoverträgliche“ Verbindungswege, bestehende Freizeitflächen und der Umweltschutz farblich gekennzeichnet waren. Die „weißen Flecken“ waren Stellen mit Entwicklungspotenzial. Dort könnten unter anderem aus Bürgerworkshops aufgenommene Ideen wie in Kunsträume verwandelte Ackerflächen auf den freien Feldern hinter dem See entstehen. Potenzial haben auch Baggerseen in einer neuen Gartenschau sowie der Erholungsraum Wald – beide könnten den Andrang auf die „Hotspots“ der Erholungsgebiete umlenken.

„Wir haben einen unheimlichen Freizeitdruck auf die Region und wollen Alternativen schaffen“, betonte der Regionalmanager der LAG, Detlef Däke. Alternativen wie Radwege vom Westufer bis Egling entlang der Römerstraße mit kindgerechten Info-Ständen an den historischen Orten. Das war nur eines vieler möglicher Ausflugsziele für Familien. Staufrei zu erreichen mit der S-Bahn, an deren Haltestellen Räder ausgeliehen und am Ziel wieder abgegeben werden könnten. Schreiber brachte Badebusse ins Gespräch, die an schönen Wochenenden Grafrath und die Seen verbindet. Die Organisation sollte eine App vereinfachen, mit der Tickets bestellt und vor Überfüllung gewarnt werden könnte. „Eine App ist bereits in Arbeit“, verriet Däke.

Überfüllte „Hotspots“ war das Stichwort für Seefelds Vize-Bürgermeister Dr. Oswald Gasser. Mit Blick auf die Bautätigkeiten in Freiham betonte er, dass die Stadt München „in der Pflicht ist, für ihre Bewohner eigene Freizeiträume zu schaffen“. Man arbeite daran, dass die LAG-Gemeinden mit den Münchnern ins Gespräch kämen, so Däke. Aber auch die Gemeinden müssten umdenken. Die Inninger etwa zimmerten gerade an einem „Generationen-Bewegungs-Parcours“ – erst in Stegen, um festzustellen: „Das machen wir sicher nicht am See“. Jetzt suchten sie eine passende Fläche außerhalb der chronisch überlaufenen bekannten Stellen. Die Studie soll Diskussionsgrundlage für geförderte Projekte in Gemeinden werden. Um das Ergebnis der Studie publik zu machen, sucht das LAG-Management nun nach der geeigneten Plattform.

mk

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