Amtseinführung mit (v.l.): Pfarrerin Susanne Parche, Pfarrer Ulrich Haberl, Diakon Hans-Hermann Weinen, Pfarrerin Katrin Hussmann, Dekan Dr. Markus Ambrosy und Christiane Gruber (Vertrauensfrau im Kirchenvorstand).
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Im Kreise von Kollegen und Kirchenvorstand (v.l.): Pfarrerin Susanne Parche, Pfarrer Ulrich Haberl, Diakon Hans-Hermann Weinen, Pfarrerin Katrin Hussmann, Dekan Dr. Markus Ambrosy und Christiane Gruber (Vertrauensfrau im Kirchenvorstand).

Amtseinführung

Freudiges Ende einer langen Vakanz

  • Stephan Müller-Wendlandt
    vonStephan Müller-Wendlandt
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Seit 1. September ist Ulrich Haberl offiziell neuer erster Pfarrer an der Erlöserkirche in Herrsching. Am Sonntag ist er in sein Amt eingeführt worden.

Herrsching – Als „der Pfarrer mit der Narrenkappe“ hat er sich in der Evangelisch-Lutherischen Christuskirche in München-Neuhausen einen Namen gemacht, auch über den Kirchensprengel hinaus. Mit blauer Eulenspiegelkappe hat Ulrich Haberl-Wieberneit seit dem Jahr 2000 immer am Faschingssonntag seine Predigt mit einem gereimten Mix aus Büttenrede, Themen des Glaubens und des alltäglichen Lebens gewürzt. Ob er seine närrische Ader auch am Ammersee ansticht, ließ er zunächst offen.

Haberl schließt die Lücke, die Pfarrerin Angela Smart hinterlassen hat. Sie war Ende 2019 nach 17-jährigem Wirken am Ammersee nach Oberfranken gewechselt (wir berichteten). Haberl kehrt mit seinem Wechsel nach Herrsching sozusagen an den Ursprung seiner beruflichen Laufbahn zurück. Der gebürtige Münchener hatte seine Ausbildung in Grafrath begonnen, ganz in der Nähe des Sees. Sein Wunsch war es immer gewesen, dorthin zurückzukehren. Der ist nun in Erfüllung gegangen, nachdem er 15 Jahre lang geschäftsführender Pfarrer in München-Neuhausen war.

Der verheiratete Haberl, Vater von drei erwachsenen Kindern, freut sich auf die Zusammenarbeit mit seinen Kolleginnen Susanne Parche und Katrin Hussmann. Pfarrerin Parche stolperte bei der Begrüßung der überschaubaren Zahl von Teilnehmern am Einführungsgottesdienst – 40 geladene Gäste waren coronabedingt zugelassen, die Feier wurde zeitgleich per Video im Internet übertragen – über den zungenbrecherischen Doppelnamen ihres neuen Kollegen. Sie zog sich aber geschickt aus der Affäre mit dem Hinweis: „Pfarrer Haberl reicht, hat er uns gesagt.“

Die Kirchengemeinde Herrsching-Wörthsee-Seefeld habe unter der achtmonatigen Vakanz auf der ersten Pfarrstelle nicht gelitten, sagte Dekan Markus Ambrosy, der seinem Amtsbruder Haberl die Ernennungsurkunde überreichte und ihm den Segen für seine neue Aufgabe erteilte. Das Gegenteil sei der Fall gewesen, davon habe er sich selbst ein Bild machen können. „Ich meinte, brauchen die überhaupt einen Neuen?“, fügte Ambrosy mit Augenzwinkern hinzu. In seiner ersten Predigt in Herrsching bekannte Haberl, zunächst mit dem Namen der Erlöserkirche gefremdelt zu haben. Aber schnell habe er erkannt, dass die Menschen in einer Erlöserkirche spüren könnten, dass sich etwas rührt. Haberl lehnte sich in seiner Predigt an die im Lukas-Evangelium beschriebene Begegnung Jesu mit dem Zöllner Zachäus in Jericho an. Den vom Volk unbeliebten reichen Mann hatte Jesus trotz dessen Kleinwuchses wahrgenommen und sich in dessen Haus eingeladen. Diese Begegnung bewirkte eine Wandlung bei Zachäus, eine Erlösung.

Unter den Gästen der kirchlichen Feier war auch Landrat Stefan Frey. Der überbrachte Haberl seine und die Willkommensgrüße des Landkreises für einen, „dem der Ruf vorauseilt, ein wortgewaltiger Pfarrer und Prediger zu sein“. Herrschings Vizebürgermeisterin Christina Reich entbot stellvertretend auch die Grüße der Bürgermeister-Kollegen aus Andechs – Georg Scheitz saß im Publikum – und der Gemeinden Wörthsee und Seefeld. Sie versicherte dem neuen Pfarrer, der sich mal gewünscht hatte, nach Utting zu kommen: „Als Herrschinger Urgestein kann ich Ihnen sagen, hier ist es echt schön.“ Den Schlusspunkt setzte Wolfram Schrag, Vertrauensmann im Kirchenvorstand von Haberls früherer Wirkungsstätte: „Sie bekommen einen Pfarrer, der 15 Jahre lang unsere Gemeinde gerockt hat, dazu kann ich Ihnen nur gratulieren.“

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