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Problem und Lösung: Die einsturzgefährdete Heilig-Geist-Kirche in Breitbrunn (vorne) bleibt geschlossen. Vorerst dient die Kirche Johannes Baptist (hinten) als Ersatz. 

Einsturzgefahr

Kein Weihnachten in Heilig Geist

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 Den Weihnachtsgottesdienst in der Breitbrunner Heilig-Geist-Kirche hat Simon Rapp abgeschrieben. Der Pfarrer möchte aber unbedingt in Breitbrunn einen Gottesdienst an Heiligabend anbieten und sucht derzeit nach alternativen Standorten. „Wir können wohl erst in drei bis sechs Monaten wieder in die Heilig-Geist-Kirche“, sagt er.

Breitbrunn – Diese musste vor zwei Wochen geschlossen werden. Statiker hatten festgestellt, dass die Kirche nicht standfest ist (wir berichteten). Das Problem: die Leimbinderkonstruktion. In den Säulen des pyramidenförmigen Dachs wurde teilweise wasserlöslicher Holzleim verwendet. Der gleiche Leim wie in der Eislaufhalle Bad Reichenhall – dort sorgte ein Einsturz 2006 für ein Unglück mit 15 Toten. Das bayerische Staatsministerium sieht in diesem Fall keinen Kompromiss vor. Die Schließung der Heilig-Geist-Kirche war unumgänglich, betont Rapp.

Nicht absehbar ist derzeit, ob die Kirche saniert werden kann. Das hängt von zwei Faktoren ab. „Gerade wird ein Überwachungssystem installiert, das Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Dachraum misst“, sagt Rapp. Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, löse sich der Leim – ist sie zu niedrig, schrumpfe das Holz. Außerdem arbeite gerade ein Statiker an einer Lösung. Eine Hilfskonstruktion soll das Dach verstärken. „Wir haben darauf gedrängt, dass es eine kostengünstige, aber dauerhafte Lösung gibt.“

Hoffnungslos sei die Lage nicht. Die Höhe der Kosten – ob vier-, fünf- oder gar sechsstellig – sei aber nicht absehbar. „Es kann dann sein, dass es in einen Bereich fällt, in dem man neu denken muss.“ Ab einer bestimmten Summe ist die Kirchengemeinde ausschließlich auf Unterstützung des Bistums angewiesen. „Unsere Rücklagen sind nicht allzu hoch.“

Während Experten tüfteln, arbeitet Rapp weiter an einer Lösung für den Weihnachtsgottesdienst. Gibt es eine Alternative zur Kirche Johannes Baptist mit der geschlossenen Empore? Die Gemeinde Herrsching helfe, wo sie kann, betont Bürgermeister Christian Schiller. Etwa könne sie den Mehrzwecksaal mit einer Kapazität von 120 Besuchern zur Verfügung stellen. Das, so Pfarrer Rapp, ist auch eine seiner Ideen. 

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