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Die Gartenhütten an der Weinhardtstraße standen lichterloh in Flammen.

Feuerwehrensatz

Gartenhütten in Flammen

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Im Ortszentrum von Herrsching sind in der Nacht zum Mittwoch zwei Gartenhütten in Flammen aufgegangen. Ein schwieriger Einsatz insofern, als auch Asbest freigesetzt wurde.

Im dicht bebauten Wohngebiet in Herrsching standen in der Nacht zum Mittwoch zwei Schuppen in Flammen. Die Feuerwehr wurde um 1.50 Uhr alarmiert und war mit vier Fahrzeugen und etwa 20 Einsatzkräften schnell vor Ort, so dass ein Übergreifen der Flammen auf Nachbarhäuser verhindert werden konnte. Eine mögliche Ursache könnte sein, so die Polizei, dass sich Leinöl selbst entzündet hat, mit dem am Tag zuvor Holz eingelassen worden war. 

Vier Stunden waren die Einsatzkräfte im Einsatz. Dies nicht allein, um das Feuer zu löschen, sondern auch, um Folgeschäden für die Einsatzkräfte auszuschließen. Da die Hütten mit Asbestplatten gedeckt waren und Dachplatten durch das Feuer runterbrachen, kamen auch Schutzkleidung der Atemschutzgeräteträger und Schläuche mit dem Gefahrstoff in Berührung. Um ein Einatmen der dadurch freigesetzten Fasern und Sporen zu verhindern, wurden sowohl Kleidung als auch Schläuche in Foliensäcke verpackt, bis ein Experte alles untersucht hat und Anweisung geben kann, wie die Ausrüstung genau gereinigt werden muss.

Asbest ist ein eindeutig krebserregender Stoff. Charakteristisch für Asbest ist seine Eigenschaft, sich in feine Fasern zu zerteilen, die sich der Länge nach weiter aufspalten und dadurch leicht eingeatmet werden können. Die eingeatmeten Fasern können langfristig in der Lunge verbleiben und das Gewebe reizen. Die Asbestose, das heißt die Lungenverhärtung durch dabei entstehendes Narbengewebe, wurde bereits 1936 als Berufskrankheit anerkannt. Seit 1993 ist der Einsatz asbesthaltiger Materialien in Deutschland verboten. Die abgebrannten Gartenhütten waren weit älter.

Bis alles Material luftdicht verpackt und nach dem Einsatz im Gerätehaus wieder aufgeräumt war, vergingen fast vier Stunden. Noch während der Aufräumarbeiten klingelte beim ein oder anderen Aktiven der „Handy-Wecker“, weil es Zeit war, aufzustehen und zur Arbeit zu gehen, so David Kramny, stellvertretender Vorsitzender der Herrschinger Feuerwehr. Viel Schlaf, wenn überhaupt, gab es für die Einsatzkräfte also nicht.

Die Schadenshöhe stand zunächst noch nicht fest. Personen und Tiere waren zu keiner Zeit in Gefahr.

  

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