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Mit vier Punkten Herrschings gefährlichster Angreifer: Der Portugiese Jose Gomes (l.) spielte für den grippegeschwächten Tom Strohbach und machte seine Sache recht ordentlich.

Volleyball

GCDW scheitert an der Berliner Mauer

Nichts zu holen gab es für den TSV Herrsching gegen die Berlin Recycling Volleys. Mit 1:3 (16:25, 25:20, 20:25, 20:25) verlor das Team von TSV-Coach Max Hauser am Samstagabend gegen den amtierenden Deutschen Meister.

Herrsching – Mit dem Sieg in Herrsching nahmen die Berliner nicht nur erfolgreich Revanche für die 2:3-Pokalniederlage, vielmehr festigten sie auch ihren Status als erster Verfolger des weiterhin souveränen und nach elf Spieltagen noch immer verlustpunktfreien Spitzenreiters VfB Friedrichshafen. Trotzdem ärgerte sich Hauser nach der Partie: „Das Spiel hätten wir nicht 1:3 verlieren müssen. Ich bin nicht zu 100 Prozent zufrieden.“ Berlins sichtlich erleichterter Kapitän Robert Kromm sprach von einer „mentalen Schlacht“.

Wäre die Hauptrunde jetzt zu Ende, hieße Herrschings Playoff-Gegner Friedrichshafen. Durch die Niederlage gegen Berlin und den gleichzeitigen 3:0-Erfolg des TV Bühl gegen die Hypo Tirol Alpenvolleys Haching sind die Badener an den Ammerseern in der Tabelle vorbeigezogen. Doch den Topteams aus Friedrichshafen und Berlin will Hauser in einem möglichen Viertelfinale unbedingt aus dem Weg gehen. „Ich will Sechster werden. Gegen Berlin und Friedrichshafen sehe ich wenig Chancen in den Playoffs. Alle anderen sind schlagbar.“ Hausers Ziel nach zuletzt zweimal Viertelfinale lautet Halbfinale. „Aber das ist halt kein Kinderfasching.“ Deshalb fordert der Herrschinger Übungsleiter mehr Einsatz von seinen Spielern, auch im Training. Das Team sei jung und ehrgeizig. Aber den letzten Willen hat Hauser zuletzt vermisst.

Wie schon beim letzten Heimspiel (3:1 gegen Rottenburg) fehlte Hauser der Teamspirit. Wie kann das bis zum nächsten Spiel am Mittwoch in Rottenburg besser werden? „Ich glaube, die Mannschaftssitzung eben hat schon gereicht.“ Da hat Hauser seinen Spielern eindrucksvoll ins Gewissen geredet.

Erstmals überhaupt fehlte Außenangreifer Tom Strohbach in der Startaufstellung. Da der 25-Jährige die Woche über grippegeschwächt nicht trainieren konnte, ließ ihn Hauser zunächst draußen, für ihn spielte Jose Gomes. Der Portugiese machte seine Sache ordentlich, mit vier Zählern war er noch der gefährlichste Angreifer. Vor allem Topscorer Christoph Marks kam nicht so ins Spiel.

Zur ersten technischen Auszeit war Herrsching noch dran (6:8), doch dann spielte der achtfache Deutsche Meister seine Klasse aus. Mit 16:25 hatten die Ammerseer deutlich das Nachsehen. Im zweiten Satz drehte sich aber das Blatt zu Gunsten der Hausherren, die wie ausgewechselt spielten. Vor allem die Mittelblocker punkteten eifrig. Insgesamt viermal standen Wilhelm Nilsson und Andre Brown den Berliner Angreifern im Wege. Da auch Marks und der eingewechselte Strohbach punkteten, ging der Satz (25:20) an den TSV. Doch die Zehn-Minuten-Pause war eher Gift für die Gastgeber. Die Gäste waren fortan nicht mehr aufzuhalten. Vor allem am Netz war Berlin nun eine Bank. Egal was die Herrschinger Angreifer versuchten, sie scheiterten an der Berliner Mauer um Aleksandar Okolic und Graham Vigrass oder ließen einfache Bälle aus. Mit 20:25 und 20:25 gingen die Sätze drei und vier an Berlin.

Dirk Schiffner

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