Auweia: Zuspieler Ferdinand Tille und seine Herrschinger enttäuschten beim Tabellenletzten in Sachsen-Anhalt. Foto: svj

Ein gebrauchter Tag in Sachsen-Anhalt

Herrsching - Herrschings Bundesliga-Volleyballer enttäuschten am Samstag beim CV Mitteldeutschland und unterlagen dem Tabellenschlusslicht 0:3.

„Das war spielerisch leider unser schlechtestes Saisonspiel.“ So lautete die Ferndiagnose des krank zu Hause gebliebenen Trainers Max Hauser. Zur schnelleren Genesung dürfte die Pleite der Herrschinger Bundesliga-Volleyballer bei CV Mitteldeutschland nicht beigetragen haben. Den Sprung auf Platz sechs, der zur direkten Teilnahme an den Playoffs berechtigt, haben sie somit verpasst. Für das Team vom Ammersee bedeutete das 0:3 (18:25, 15:25, 23:25) am Samstag bei Chemie Volley Mitteldeutschland die siebte Saisonniederlage. Nach elf Spieltagen rangiert Herrsching weiterhin auf Platz acht, sechs Punkte vor dem Schlusslicht aus Sachsen-Anhalt, das seinerseits den Rückstand zum rettenden Ufer auf einen Zähler verkürzen konnte.

Herrschings Co-Trainer Marvin Polte, der zusammen mit Uwe Lindemann den erkrankten Hauser vor Ort vertrat, war sichtlich enttäuscht: „Das war ein schwarzer Tag für uns.“ Und er begann auch gleich mit einer Schrecksekunde: Beim morgendlichen Abschlusstraining kollidierte Daniel Malescha mit dem Netzpfosten. Rückenprobleme zwangen den Bundesliga-Topscorer vorerst zum Zuschauen - und das Trainerteam zur Änderung der Taktik. Den Diagonalangreifer gab zu Beginn Julius Höfer. Doch der 23-Jährige erwischte nicht seinen besten Tag. Lockenkopf Höfer, am Mittwoch gegen die Netzhoppers noch einer der Aktivposten, konnte kaum Akzente setzen. Daher kam Ende des ersten Satzes doch Malescha ins Spiel, allerdings mit angezogener Handbremse. Mit insgesamt zwölf Zählern war er dennoch erfolgreichster Punktesammler.

Auch die zweite wichtige Stütze im Herrschinger Spiel, Zuspieler Patrick Steuerwald, erwischte einen gebrauchten Tag. Selbstkritisch sagte der 29-Jährige: „Heute lief’s nicht so gut.“ Beim Stand von 9:15 im ersten Satz machte er für Tobias Neumann Platz. Doch auch Neumann konnte den Satzverlust (15:21) nicht mehr verhindern. Für Mitteldeutschland war es nach zuletzt 19 verlorenen Sätzen in Folge der erste Satzgewinn, der von den 450 Zuschauern in der Jahrhunderthalle frenetisch gefeiert wurde.

Fortan spielte sich das Team von Coach Ulf Quell in einen wahren Rausch. CVM-Regisseur Ugo Buzelli, der nach der Partie zum besten Spieler gekürt wurde, zog geschickt die Fäden. „Er hat sehr variabel gespielt“, lobte auch Polte. Nach einem ausgeglichenen Start im zweiten Satz bauten die „Piraten“ ihre Führung sukzessive aus. Auffällig war auch der schwache Herrschinger Service. Polte: „Wir haben in unsere Aufschläge keinen Druck reingebracht.“ Die Hausherren fabrizierten zwar ebenfalls viele Aufschlagfehler, doch wenn der Ball den Weg über das Netz fand, war die Herrschinger Abwehr gefordert. Auch Roy Friedrich konnte sich dann nicht so richtig in die Angriffsbemühungen einschalten. Den zweiten von zehn Satzbällen verwandelten die Gastgeber schließlich zum 25:15.

So ganz abschlachten lassen wollten sich die Herrschinger dann aber doch nicht. Im dritten Satz zeigten sie eine ansprechende Leistung, was vor allem an Zuspieler Neumann lag. „Er hat seine Sache sehr gut gemacht, eine gute Passauswahl getroffen. Dank ihm haben wir lange geführt“, befand Polte. Doch in der Schlussphase des dritten Satzes drehten die furios aufspielenden Spergauer begünstigt durch viele individuelle Herrschinger Fehler einen fast schon verloren geglaubten Satz. Aus einem 21:23 machten sie ein 25:23. Enttäuscht und super geknickt (Polte) trat die Herrschinger Reisegruppe den Heimweg nach Bayern an.

Dirk Schiffner

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