Überraschung in harten Zeiten: Anna Steglich, Janna Nathrath, Julia Rothbauer, Traudi Köhl und Norbert Nathrath (v.l.) vom Helferkreis lieferten Weihnachtsgeschenke für die Bewohner der Asylunterkunft in Breitbrunn.
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Überraschung in harten Zeiten: Anna Steglich, Janna Nathrath, Julia Rothbauer, Traudi Köhl und Norbert Nathrath (v.l.) vom Helferkreis lieferten Weihnachtsgeschenke für die Bewohner der Asylunterkunft in Breitbrunn.

Kleiner Trost: Helferkreis bringt Geschenke

Ende der Isolation ungewiss: Asylunterkunft gefangen in der Quarantäne-Spirale

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Die Breitbrunner Asylunterkunft ist seit mehr als fünf Wochen isoliert. Dass sich die Quarantäne-Spirale noch eine gute Weile fortsetzt, befürchten die Flüchtlingshelferinnen aus dem Dorf. Sie sorgten aber für einen Lichtblick bei den Bewohnern.

Breitbrunn – 60 Geschenktüten mit Spielzeug, Süßigkeiten und Geldspenden brachten Mitglieder des Flüchtlingshelferkreises am Dienstagnachmittag zur Asylunterkunft an der Seestraße in Breitbrunn. Die Ehrenamtlichen reichten sie den Bewohnern durch den Zaun. „Wir wollten ihnen zeigen, dass wir sie nicht vergessen haben“, sagte Julia Rothbauer vom Helferkreis. Einige Bewohner, denen Weihnachten wegen ihres christlichen Glaubens viel bedeutet, hätten Tränen in den Augen gehabt.

Die Flüchtlingshelferinnen sorgten für einen Lichtblick in harten Zeiten an der Seestraße 20 in Breitbrunn. Seit mehr als fünf Wochen steht die Unterkunft unter Quarantäne, die mittlerweile dreimal verlängert wurde. Weil bei jedem Test wieder Bewohner positiv waren, die dann in Extra-Einrichtungen verlegt wurden. Gestern Nachmittag stand der nächste Reihentest an. „Es ist schon durchgesickert, dass wohl nicht alle negativ sind“, sagte Rothbauer mit Verweis auf die Heimleitung. Nicht nur sie befürchtet, dass sich die Quarantäne-Spirale noch eine gute Zeit fortsetzt.

In den Geschenktüten steckten auch FFP2-Masken

In den Geschenktüten steckten auch FFP2-Masken. „Wir müssen viel Überzeugungsarbeit leisten“, betont Rothbauer. Einigen Bewohnern sei immer noch nicht bewusst, wie wichtig Abstandhalten und Masketragen sind. Verwunderlich seien Infektionen auf so engem Raum aber nicht. Im ehemaligen Schwesternheim der St.-Josefskongregation gebe es fünf Küchen und fünf Bäder. „Da treffen 69 Bewohner zwangsläufig aufeinander.“

Eine gute Nachricht: In der Breitbrunner Helfer-Szene tut sich was. Demotiviert von Bürokratie-Hürden trotz guter Integration hatten sich viele Ehrenamtliche zurückgezogen. Doch der Tod des allseits beliebten Iraners Farshad Shiri in der Unterkunft hat laut Rothbauer viele wieder aufgerüttelt.

Der tragische Tod des Geflüchteten Farshad Shiri

Der rätselhafte Tod des Iraners Farshad Shiri in der Asyl-Unterkunft in Breitbrunn erfährt außergewöhnliche Anteilnahme. Er galt als Musterbeispiel für Integrationswille.

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