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Eingesammelt für den Rücktransport: Sarah Stiller aus Breitbrunn bringt die Schnecken in ihrem Garten nicht um, sondern setzt sie im Wald aus. 

Die Gartenliebhaberin Sarah Stiller

Gegen Durchschneiden und Vergiften: Die Schnecken-Retterin aus Breitbrunn 

  • Katja Brenner
    vonKatja Brenner
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Sarah Stiller setzt sich gegen Vergiften und Durchschneiden von Schnecken ein. Nicht nur mit Worten in ihrem Blog. Sondern auch mit Taten. 

Breitbrunn – Wenn Sarah Stiller morgens ihren Sohn in den Kindergarten fährt, muss sie aufpassen, dass sie dem Kleinen nicht eine Tupperdose voller Schnecken in den Rucksack steckt und dafür mit der Brotzeitdose in den Wald fährt. Denn statt die Tiere mit Schneckenkorn zu vergiften, mit einer Bierfalle zu ertränken oder sie gar durchzuschneiden, sammelt die 44-Jährige morgens die Nacktschnecken in ihrem Garten von Hand ein. Und setzt sie dann später im Wald aus.

Sarah Stiller kennt sich aus mit Gärten. Seit 2009 lebt sie im Herrschinger Ortsteil Breitbrunn, seit drei Jahren schreibt sie unter der Adresse www.mycottagegarden.de im Internet einen Blog zum Thema Gärten (wir berichteten). Der ist so erfolgreich, dass sie dafür 2017 den Blog-Award in der Rubrik „Nachhaltigkeit“ gewann und der Blog 2018 mit dem Deutschen Gartenbuchpreis ausgezeichnet wurde.

In Gartendingen schlägt das Herz der dreifachen Mutter für die „perfekte Verwilderung“, wie sie es nennt, die gezähmte Wildnis, wie man sie in typischen Gärten britischer Cottages findet. Ein solcher Garten sei auch leicht zu pflegen, mehr als zwei oder drei Stunden täglich investiert sie nicht in ihn.

Morgens sucht sie derzeit täglich Pflanzen nach Schnecken ab

Doch morgens sucht sie derzeit täglich die Pflanzen nach Schnecken ab, klaubt sie ein und bringt sie in den Wald. Mal setzt sie sie nahe Breitbrunn, mal bei Schlagenhofen oder Buch aus. Hauptsache, es sind keine Siedlungen und Gärten in der Nähe.

Kritiker hätten ihr schon vorgeworfen, sie greife mit ihren Schnecken-Aussetzungen in das Ökosystem ein, berichtet Sarah Stiller im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Doch das sieht sie anders. Denn die fünf Schnecken, die sie täglich in den Wald bringt, könnten gar keinen so großen Einfluss auf das ökologische Gleichgewicht haben. Sie sieht sie eher als kleine Delikatesse für Igel.

Ausschlaggebend für ihr Schnecken-Sammeln waren zwei Erlebnisse. Einmal, als sie tatsächlich mal Schneckenkorn gestreut hatte und anschließend die toten, von Maden zerfressenen Tiere in ihrem Garten fand. Und ein anderes Mal, als sie direkt vor ihrer Haustür beobachtete, wie eine Nacktschnecke in das leere Haus einer Hausschnecke einzog.

„Man nimmt sich immer zu schnell das Recht heraus, kleine Lebewesen umzubringen“, sagt Stiller. Das bringe sie nicht übers Herz. Schließlich hätten auch Schnecken, so lästig sie auch sein mögen, ihre Daseinsberechtigung und ihre Funktion im Ökosystem. Damit künftig weniger Schnecken vergiftet oder ertränkt werden, hat die 44-Jährige nun auch einen Blog-Artikel veröffentlicht, in dem sie darüber schreibt, welche Pflanzen Schnecken links liegen lassen.

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