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Die geheimnisvolle Welt der Kanalisation: Einblicke aus Herrsching

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Diese Vertreter der Wasser- und Abwasserwirtschaft nahmen am AWA-Aktionstag teil. © Jaksch

Die Kampagne „Schaut in die Rohre“ macht aufmerksam auf Schäden im Wassernetz - und gastierte zuletzt für einen Aktionstag in Herrsching.

Herrsching – Einen interessanten Blick in die geheimnisvolle Unterwelt der Abwasser-Kanalisation und Trinkwassernetze gewährten gestern Experten auf dem Gelände der Ammerseer Wasser- und Abwasserwerke (AWA) in Herrsching.

Ziel der bayernweiten Aktion ist es, rechtzeitig das Augenmerk auf sanierungsbedürftige Anlagen zu legen. „Schau auf die Rohre“, lautet eine Info-Kampagne. Sie soll darauf aufmerksam machen, Schäden im Leitungsnetz früh genug zu erkennen – und dadurch Rohrbrüche und somit teure Sanierungsmaßnahmen zu vermeiden. Hinter der Aktion, die in Herrsching zum sechsten Mal innerhalb Oberbayerns Station machte, stehen unter anderem das Landesamt für Umwelt- und Verbraucherschutz sowie diverse Verbände, die in die Themen involviert sind.

„Keine Leitung hält ewig“, erklärte Sylvia Orlamünde vom Landesamt. Generell gehe man von einer Lebensdauer von 50 Jahren aus. „Spätestens ab einem Alter von 45 Jahren sollte man an einen Austausch denken, riet sie. „Schätzungen zufolge müssen zehn bis 15 Prozent der Leitungen in Bayern in den nächsten Jahren saniert werden. Sind die Schäden erst einmal sichtbar, ist es meist schon zu spät, und es wird teuer“, mahnte Orlamünde.

Berichte aus der Praxis

Aus der Praxis berichtete Seefelds Bürgermeister und AWA-Verwaltungsratsvorsitzender Wolfram Gum „Die Rohrleitungssysteme für Trink- und Abwasser sind das Herzstück der AWA. Die Netzerhaltung ist ein wichtiges Thema. Es handelt sich ja um ein riesiges Vermögen, das buchstäblich im Boden vergraben wurde.“ Insgesamt betreut die AWA für sechs Mitgliedsgemeinden eine Wasserversorgung mit rund 520 Kilometer Leitung sowie ein 340 Kilometer langes Kanalnetz für das Abwasser.

Um den Bürgern auch weiterhin ein sicheres Versorgungs- und Entsorgungssystem zu bieten, würden jährlich rund zwei Millionen Euro in die Erneuerung und Sanierung des Rohr- und Leitungsnetzes gesteckt, sagte Gum. „Fürs erste haben wir uns zum Ziel gesetzt, jährlich ein Prozent zu erneuern. Das klingt nicht viel, konkret aber sind es etwa 3,6 Kilometer Hauptleitung sowie 110 Hausanschlüsse mit insgesamt 2,2 Kilometern.“

Prof. Wolfgang Günthert, Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA), appellierte an private Grundstücksbesitzer, im Sinne einer gesunden und sauberen Versorgung ihre Hauskanalisation instandzuhalten.

Nach den Vorträgen zeigten die Experten auf dem AWA-Gelände viele moderne Untersuchungs- sowie Sanierungsmöglichkeiten auf dem Gebiet der Rohr- und Leitungssysteme. 

 ULI SINGER

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