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Bei guten Bedingungen tragen die Piloten ihr Material wieder und wieder den Wiesenhügel hinauf.

Jaudesberg

Frei wie ein Vogel abheben und fliegen

Seit Mitte August dürfen die Gleitschirmflieger wieder den Jaudesberg abfliegen. Ein Spß und schön anzuschauen.

Breitbrunn – Die Gleitschirmflieger auf dem Jaudesberg, auch Königsberg genannt, dürfen wieder fliegen. Mitte August endete das jährlich sechs Monate währende Flugverbot, das der Bund Naturschutz mit den Piloten vor ein paar Jahren zum Schutz der Bodenbrüter und Pflanzen ausgehandelt hatte. Optimal für den Flug ist ein leichter Westwind, die lautlosen Gleitsegler steigen aber auch mit einer Tendenz aus Norden oder Süden in den Himmel auf.

Als 1993 die Europakapelle entstanden ist, entdeckten ungefähr zur gleichen Zeit die Gleitschirmflieger den Wiesenhügel für sich. Die Modellflieger sind schon länger da und nutzen den Bereich im Norden. Seit einigen Jahren dürfen beide nur noch vom 15. August bis zum 15. März fliegen. Geschult wird auf dem Königsberg nicht.

Der Hang mit der kleinen Kapelle am Gipfel ist unter den Paragleitern längst kein Geheimtipp mehr. Denn der Flug von der 20 Meter hohen Erhebung lohnt sich gleich doppelt: Wegen der einzigartigen Aussicht und weil nicht nur fortgeschrittene Anfänger, sondern selbst versierte Flieger auf dem Wiesenhügel durchaus noch etwas dazulernen können. Der angehende Königsberg-Flieger sollte allerdings vorher den Grundschein, den so genannten L-Schein, in der Tasche haben, bevor er am Hang den Schirm ausbreitet. Viel Fingerspitzengefühl und ein Grundkönnen fordern alleine die Stufen im Berg, die die Luft kräftig verwirbeln – und auch eine unerwartete Böe könnte böse Folgen haben.

Bestens geeignet ist die Erhöhung, um das Handhaben des Schirms am Boden sowie die Starts und Landungen zu üben. Seit der offiziellen Freigabe zum Fliegen trugen schon einige Piloten das Material wieder und wieder bergauf, um am Bergrücken entlang zu kurven und vor der Obstplantage – je nach Könnensstufe – sanft oder holprig aufzusetzen. Dabei ist es ratsam, den See im Auge zu behalten, denn die Kräuselung und die Lage der Boote sind ein sicherer Indikator für die Windgeschwindigkeit oder den eventuellen Richtungswechsel des Windes.

Wer die Vorsichtsmaßnahmen einhält und in die Luft steigt, steigt bei guten Bedingungen bis über die Baumwipfel und bekommt einen Ausblick, der kaum zu toppen ist. Mehr als ein paar Sekunden dauert der Flug nicht, aber die reichen für ein Hochgefühl vollkommen aus. Ab sofort gehen die Gleitschirmflieger also wieder in die Luft – und die Spaziergänger, die sich am Gipfel auf einer Bank niedergelassen haben, bekommen an guten Tage ordentlich was zu sehen.  

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